Pressemitteilung
UNICEF ZUR INTERNATIONALEN WELTWASSERWOCHE 2010: SCHMUTZIGES WASSER - TÖDLICHES RISIKO FÜR KINDER
Köln
Mittwoch, 12. Februar 2014, 17:51 Uhr

1,5 MILLIONEN KINDER STERBEN WELTWEIT DURCH VERSCHMUTZTES TRINKWASSER - UNICEF BESORGT ÜBER DRAMATISCHEN ANSTIEG DER DURCHFALLERKRANKUNGEN IN PAKISTAN

Anlässlich der internationalen Weltwasserwoche, die am Sonntag in Stockholm startet, weist UNICEF darauf hin, dass der weltweite Mangel an sauberem Trinkwasser vor allem für Kinder tödliche Folgen hat. UNICEF schätzt, dass jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten sterben, die auf verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Besonders bei Flutkatastrophen wie jetzt in Pakistan ist die Seuchengefahr durch verschmutztes Trinkwasser groß.

Nach Angaben von UNICEF steigt die Zahl der Durchfallerkrankungen in den pakistanischen Flutgebieten besorgniserregend an. Ursache dafür ist vor allem das durch Fäkalien und Tierkadaver verseuchte Wasser.

„Nach Flutkatastrophen ist verschmutztes Wasser die größte Gefahr für Kinder. Immer mehr Mädchen und Jungen im Notgebiet leiden an Durchfall, der vor allem für mangelernährte Kinder lebensbedrohlich ist“, sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland Christian Schneider. „Seit der vergangenen Woche stieg die Zahl der akuten Durchfallerkrankungen auf 500.000 Fälle an. Drei Millionen Kinder im Flutgebiet brauchen dringend sauberes Wasser, um das Risiko tödlicher Krankheiten einzudämmen.“

Weltweit haben nach Angaben von UNICEF 884 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser, darunter sind 125 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Noch gravierender ist der Mangel an sanitären Anlagen: 2,6 Milliarden Menschen leben ohne Latrinen oder hygienische Abwasserversorgung. Zur Weltwasserwoche, die jährlich vom Stockholmer Internationalen Wasserinstitut veranstaltet wird, kommen vom 5. bis 11. September internationale Experten und Entscheidungsträger zusammen. UNICEF leitet bei der Konferenz mehrere Seminare zu Themen wie sanitäre Versorgung in Schulen und globale Trinkwasserversorgung.

Neun Millionen Kinder leiden unter der Flut in Pakistan

In Pakistan ist die Zahl der Kinder, die unter den Folgen der Überschwemmungen leiden, auf neun Millionen gestiegen. Allein in den vergangenen zwei Tagen mussten in der südlichen Provinz Sindh weitere 400.000 Menschen vor den Überschwemmungen fliehen. Mehr als vier Millionen Patienten wurden im August in den Notgebieten medizinisch versorgt, weil sie an Durchfall, Hauterkrankungen, Atemwegsinfektionen oder Malaria leiden. Allein die Zahl der Durchfallerkrankungen stieg innerhalb einer Woche von 300.000 auf 500.000 Fälle an. UNICEF koordiniert federführend die Nothilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Ernährung und Kinderschutz.

Überschwemmungsgebiet im Nordwesten Pakistans. © UNICEF/Ramoneda

Überschwemmungsgebiet im Nordwesten Pakistans: Auch Wochen nach den starken Regenfällen fließt das Wasser nicht ab.
© UNICEF/Ramoneda

Trinkwasser

UNICEF versorgt mehr als 2,2 Millionen Menschen täglich. Dazu sind landesweit 585 Tankwagen im Einsatz. 980 Wasserleitungen und Brunnen wurden wieder instand gesetzt. Mit Hilfe große Wasserbehälter werden allein in Sindh und Punjab täglich mehr als 250.000 Liter Trinkwasser bereitgestellt. Helfer haben bereits mehr als 2,1 Millionen Wasserreinigungstabletten verteilt - jede Tablette reinigt bis zu fünf Liter Wasser von gefährlichen Keimen. Mehr als 2.200 einfache Latrinen für 40.000 Menschen wurden in den Auffanglagern installiert.

Ernährung

Mehr als eine Million Mädchen und Jungen unter drei Jahren brauchen dringend Zusatznahrung. UNICEF bringt Medikamente und große Mengen mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Erdnusspaste in das Notgebiet. Mit Unterstützung von UNICEF haben bislang allein in den Provinzen Khyber Pakhtunkhwa, Punjab und Belutschistan 36.000 Kinder sowie schwangere Frauen und stillende Mütter Zusatznahrung erhalten.

Gesundheit

Fast 1,2 Millionen Kinder und Frauen haben Impfschutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten wie Masern, Polio und Tetanus erhalten, mehr als 380.000 bekamen zusätzlich Vitamin A zur Stärkung ihrer Abwehrkraft. Allein in der Provinz Punjab unterstützt UNICEF die medizinische Versorgung von 800.000 Menschen in den Auffanglagern und Gesundheitseinrichtungen. In Sindh kümmern sich fast 3.000 Gesundheitshelferinnen gezielt um schwangere Frauen und Mütter.

Kinderschutz

UNICEF hat in den Auffanglagern in Khyber Pakhtunkhwa, Punjab undBelutschistan bereits 135 einfache Kinderschutzzentren eingerichtet. Hier werden mehr als 23.000 Kinder betreut. Mit Hilfe lokaler Radiosender werden Menschen über Gefahren für Kinder und Hilfsmöglichkeiten aufgeklärt. Vier Nottelefone arbeiten in Peschawar, Mardan, Swabi und Karachi. Die Mitarbeiter helfen, wenn Kinder ohne Begleitung aufgefunden werden und Missbrauchsfälle zu melden sind. UNICEF hat bislang 161 Kinder ohne Begleitung registriert, 139 von ihnen konnten bereits wieder zu ihren Familien gebracht werden.

Bildung

Fast 10.000 Schulen sind zerstört oder schwer beschädigt. Nahezu 6.700 Schulen dienen als Notlager. UNICEF hat geholfen, in den Auffanglagern mehr als 100 Notschulen einzurichten. Über 13.000 Kinder werden so unterrichtet und haben wieder einen geregelten Tagesablauf. UNICEF stellt „Schulen in der Kiste“ mit Unterrichtsmaterial bereit.

UNICEF arbeitet seit 1948 in Pakistan und ist mit rund 300 Mitarbeitern in allenRegionen des Landes präsent. UNICEF Deutschland hat bislang fast 6,9 Millionen Euro Spenden gesammelt, die sofort für die Nothilfe zur Verfügung stehen.

UNICEF ruft weiter dringend zu Spenden für die Flutopfer in Pakistan auf:

Spendenkonto: 300.000Bank für Sozialwirtschaft Köln BLZ 370 205 00Stichwort: Nothilfe Pakistan

Aktuelle Fotos und neues TV-Material aus dem Notstandsgebiet stellen wir gern zur Verfügung.

Kontakt

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, Helga Kuhn.

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