Statement
WIR MÜSSEN DIE UNSICHTBARE GEWALT SICHTBAR MACHEN
Köln
Mittwoch, 10. Juni 2020, 13:23 Uhr

STATEMENT VON CHRISTIAN SCHNEIDER, GESCHÄFTSFÜHRER VON UNICEF DEUTSCHLAND, ZUM MISSBRAUCHSFALL IN MÜNSTER

„Die abscheulichen Verbrechen an Kindern, die jetzt in Münster ans Tageslicht gekommen sind, sind ein weiterer Weckruf an die Politik, an die Behörden und an unsere gesamte Gesellschaft. Die verstärkten Aufklärungsbemühungen der Polizei fördern zutage, was jahrelang verborgen geblieben ist. Diese Aufklärung darf nicht nachlassen.

Polizeiarbeit und Strafverfolgung allein reichen jedoch nicht aus. Entscheidend ist die Prävention. Angemessen ausgestattete und geschulte Jugendämter, sensible Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Verwandte und Nachbarn sind nötig, um frühzeitig Anzeichen zu erkennen, wenn elementare Rechte von Kindern verletzt werden.

Wir müssen alle mehr tun, um die unsichtbare Gewalt und den Missbrauch hinter den Fassaden sichtbar zu machen. Alle Kinder müssen erfahren, dass sie nicht allein sind und Hilfe finden können.

Darüber hinaus wäre die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein wichtiger Schritt, um Kinder in Deutschland nachhaltig besser vor Gewalt zu schützen. Dadurch würde auch eine Grundlage für eine flächendeckend bessere Ausstattung der Kinder- und Jugendhilfe geschaffen.“

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Pressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe
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