Heute ist Antragsplenum! © UNICEF

MISCHT EUCH EIN!

“Veränderung gestalten!” – so lautet das Motto des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) Tempelhof-Schöneberg, das seit 15 Jahren aktiv gelebt wird. Das KJP Tempelhof-Schöneberg wurde als Initiative der Bezirkspolitik gegründet, um junge Mädchen und Jungen aktiv in die Kommunalpolitik einzubeziehen und diese zusammen mit ihnen zu gestalten. Somit ist das KJP ein wertvoller und nicht wegzudenkender Bestandteil des Bezirks und setzt sich für die Meinungsfreiheit und aktive Partizipation von Kindern und Jugendlichen ein – ein laut der UN-Kinderrechtskonvention, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, grundlegendes Kinderrecht.

UNICEF begleitet die jungen engagierten Parlamentarier und Parlamentarierinnen bei ihrer Antrags- und Vorstandsarbeit, sowie bei den großen Plenarsitzungen, wo alle KJP-Mitglieder zusammenkommen und über Anträge abstimmen. An dieser Stelle finden Sie regelmäßig Updates zu der Arbeit der Kinder und Jugendlichen.

Verfolgen Sie außerdem das KJP auf seiner Webseite und auf Facebook.

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© KJP TS

WIE FUNKTIONIERT DAS KJP?

Das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg besteht aus ca. 120 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 21 Jahren, die zu Beginn jeden Schuljahres von Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen in dem Bezirk gewählt werden. Sie treffen sich regelmäßig in den drei Regionalen Arbeitsgemeinschaften (RAG-s): Schöneberg-Friedenau, Tempelhof-Mariendorf und Lichtenrade-Marienfelde und diskutieren dabei über Missstände und Verbesserungsansätze für ihren Bezirk. Ihre Ideen verfassen sie dann in Form von Anträgen. Sie wählen außerdem ihre Vertretungspersonen – der 8-köpfige Vorstand, der sich um die Leitung, Organisation und Geschäftsführung des KJPs kümmert. Über die in den RAG-s geschriebenen Anträge wird in den Plenarsitzungen, die 3 Mal pro Jahr stattfinden, in der großen Runde abgestimmt. Die angenommenen Anträge werden an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) weitergeleitet. Dort wird nach ausführlicher Diskussion nun entschieden, ob der Antrag angenommen - und umgesetzt wird.

Eine Übersicht über die Anträge des KJPs über die Jahre finden Sie hier.

15 JAHRE VERÄNDERUNG

Am 5. Juni haben wir beim wunderschönen und bunten Sommerfest zusammen mit vielen Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments dessen 15 Geburtstag gefeiert - ein phantastischer Anlass, über die geleistete Arbeit und die Fortschritte im Alltag vieler Kinder im Bezirk zurückzublicken, sowie auch zukünftige Ziele zu setzen. Wir haben Kinder und Jugendlichen aus dem KJP gefragt, wofür sie sich einsetzen, was sie verändern möchten und welches ihr Lieblingskinderrechte ist - die Antworten finden Sie im Video.

Wir bedanken uns herzlich bei unserer Kollegin Susanne Ungrad - ehrenamtliches Mitglied des Aktionsteams für Events und Sponsoren (ATES), für das Erstellen des Videos!

DIE KINDER HABEN ETWAS ZU SAGEN!

Sonntag, der 16. Juni

Am zweiten Tag des alljährlich stattfindenden Mariendorfer Spielefest in Tempelhof-Schöneberg gibt es sonniges Juniwetter und leichten kühlen Wind - ideale Wetterbedingungen zum Spielen und Entspannen. Auf der Fläche des Volksparks Mariendorf lädt das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg Familien und Anwohner ein, sich an Infoständen der bezirkseigenen Vereine und Jugendgruppen zu informieren. An zahlreichen Essensständen gibt es außerdem verschiedenartige Verpflegung zu erschwinglichen Preisen, die keine kulinarischen Wünsche offenlässt.

Diesmal sind Mitglieder unseres Aktionsteams für Kinderrechte auf dem Fest und bieten einen Info- und Spielstand an, wo unter anderem Dosenwerfen und ein Murmelspiel zu finden sind. Der Stand ist den gesamten Tag über gut besucht und gerade beim Dosenwerfen ist für unseren Ehrenamtlichen viel los, da jedes Kind einen der begehrten UNICEF-Preise gewinnen will. So ist zum Beispiel das Wassertattoo bei vielen Familien beliebt, zumal es an dem warmen Tag gute Abkühlung bietet.

In der zweiten Hälfte des Tages führte UNICEF zusammen mit dem Kinder- und Jugendparlament wie am Vortag ein 1-2-3-Spiel auf der Festbühne durch. Interessierte Kinder konnten sich dafür vor der Bühne versammeln und gemeinsam mit den beiden Moderatorinnen ihr Wissen zu Kinderrechten und dem KJP testen. Insgesamt haben bei dem Quiz ca. 20-30 Kinder im Alter von 9-12 Jahren mitgemacht, einige von ihnen waren sogar schon am Samstag zuvor auf dem Fest und kannten das Quiz bereits. Gestellt wurde zum Beispiel die Frage nach der Anzahl der Artikel in der Kinderrechtskonvention sowie nach der Bedeutung der Abkürzung „UNICEF“. Aber auch Fragen zur Bedeutung des KJP für die Arbeit des Jugendamtes und die Frage, wann denn die Berliner Sommerferien beginnen, waren dabei.

KJP-Mitglieder machen unser Quiz © UNICEF AG-Berlin

Viele Kinder und Jugendliche haben bei unserem Wissen-Quiz mitgemacht.
© UNICEF AG-Berlin

Nach einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen blieben nach dem ersten Durchgang 10 Kinder übrig, die die meisten Fragen richtig beantwortet hatten. Um dies zu überprüfen, bekam jedes teilnehmende Kind vor Spielbeginn eine Stempelkarte, auf der mit Klebepunkten die richtige Antwort markiert wurde. Wer also falsch getippt hatte, bekam keinen Klebepunkt für die Frage. Diejenigen mit den meisten Punkten, wurden in die nächste Runde geschickt. Dort wurden dann etwas kniffligere Fragen gestellt. Schließlich blieben dann für die Finalrunde nur noch fünf Kinder übrig, die allesamt eine Schätzfrage beantworten mussten: Wie viele Kinder leben aktuell auf der Welt? Der Hauptpreis für den ersten Platz war ein Kinderrechte Memory, das von der Bundeszentrale für politische Bildung hergestellt wird. Je nachdem wie nah die Schätzungen der Kinder an der Lösung dran waren, bekamen die Teilnehmenden noch einen Zusatzpreis für ihr Können.

Bei Programm-Modaration © UNICEF AG-Berlin

Unseren Ehrenamtlichen hat die Programm-Moderation mit Mitgliedern des KJP-Vorstands viel Spaß gemacht!
© UNICEF AG-Berlin

Uns allen hat das Fest und vor allem das Quiz auf der Bühne viel Spaß gemacht. Wir danken der Organisatorin des Spielefestes Beate Bruker für die Einladung und das tolle Event. Großen Dank auch an das KJP für die tolle Zusammenarbeit in der Vorbereitung und Durchführung vor Ort! Wir freuen uns schon auf bevorstehende Events mit euch!

Mittwoch, der 05. Juni

Beim besten Wetter ist unser Presseteam heute im Blumenfisch am Großen Wannsee und feiert einen ganz besonderen Anlass: 15 Jahre Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg! Wir gratulieren herzlich allen Kindern und Jugendlichen für die geschaffte Arbeit, die vollzogenen Veränderungen und ganz besonders für ihr Recht, ihre Meinung offen auszusprechen und bei der Gestaltung ihres Alltags – ob in der Schule, zu Hause oder in einer Freizeiteinrichtung – aktiv mitzuwirken und mitzugestalten!

Besucht wurde der wunderbare Sommerfest von vielen KJP-Mitgliedern und ihren Familien, von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Stadtrat Oliver Schworck, Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments Charlottenburg-Wilmersdorf und vielen anderen!

Blumenfisch am Großen Wannsee © UNICEF-AG Berlin

Beim herrlichen Wetter feiern wir heute 15 Jahre Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg!
© UNICEF-AG Berlin

Das Thema Mitreden und Mitbestimmen stand ganz im Zentrum nicht nur bei den Reden von den KJP-Vorstandsmitgliedern, aber auch bei den von Politikern. „Ich bin unglaublich stolz darauf, dass wir das Kinder- und Jugendparlament in Tempelhof-Schöneberg haben, zumal es etliche Berliner Bezirke und noch viel mehr Städte und Gemeinden in Deutschland gibt, die das Thema Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entweder verschlafen oder verschleppt haben.“, so Bezirksstadtrat Oliver Schworck. „Dabei reden wir hier eigentlich nicht von einem gönnerhaften Geschenk der Erwachsenen an die Kinder und Jugendlichen […]. Eure Anliegen beispielsweise zum guten Aufwachsen oder Lernen in der Schule finden sich in der Konvention über die Rechte des Kindes wieder – der Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen. Diese Rechte stehen allen Kindern und Jugendlichen zu – ohne „Wenn“ und „Aber“.

Den Worten von Herrn Schworck können wir kaum mehr zustimmen! Nach diesem inhaltlichen Einstieg in das Fest darf nun gefeiert werden – eine herrliche grüne Wiese, Trampoline und allesamt Leckereien warten auf die Kinder und Jugendlichen.

Für uns gilt der heutige Tag als Anlass, die Kinder und Jugendlichen besser kennenzulernen und sie bei einem kurzen Interview zu fragen, wofür sie sich einsetzen, was sie verändern wollen und welches ihr Lieblingsrecht ist. Gespannt auf die Antworten? Dann schauen Sie sich das Video unserer Kollegin Susanne Ungrad an:

Donnerstag, der 23. Mai

Es ist ein sonniger Donnerstagnachmittag und eine Delegation von ca. 20 KJP-Mitgliedern wartet darauf, bis es 16:30 wird. Denn heute dürfen die Kinder und Jugendlichen etwas Besonderes erleben – sie sind zu Besuch beim Berliner Abgeordnetenhaus, dürfen bei einer Plenumssitzung reinschnuppern, das Haus bei einer Tour erkundigen, sowie sogar persönlich mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen. 

Erst geht es zum Plenum, wo wir eine Stunde lang die Abgeordneten bei ihrer Antragsarbeit beobachten können. Diverse Themen kommen damit zur Tagesordnung und die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier verfolgen gespannt den Verlauf, während sie die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen den eigenen Plenarsitzungen und denen ihrer älteren Amtsgleichen erkundigen. Fast zum Ende dürfen wir sogar einen Hammelsprung erleben!

Zu Besuch im Abgeordnetenhaus © UNICEF-AG Berlin

Die Kinder und Jugendlichen zu Besuch im Abgeordnetenhaus.
© UNICEF-AG Berlin

Danach geht es gleich zu einer spannenden Führung durch das Haus, wo die Kinder näheres über die Architektur und die heutige Arbeitsweise des Hauses erfahren. Ein kurzer Geschichtsüberblick darf natürlich auch nicht fehlen… 1889 als Gebäude des Preußischen Landtags gegründet, im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, Sitz der ersten DDR-Regierung und später des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi), nach der Wiedervereinigung Deutschlands dann nun als das neue Abgeordnetenhaus – über die Geschichte des Hauses darf man ruhig staunen! Überrascht bleibt die Kuratorin aber auch nach einer Fragerunde mit den jungen Besucherinnen und Besuchern – auf fast jeder Frage können die Kinder geschickt eine richtige und ausführliche Antwort geben!

Der letzte Teil unseres Besuches besteht nun aus dem Kennenlernen mit zwei Abgeordneten der Grünen Fraktion Berlin. Gemeinsam mit June Tomiak, der jüngsten Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecherin für Jugend, Verfassungsschutz und Strategien gegen Rechtsextremismus und Sebastian Walter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Haushalt, Antidiskriminierung und Querpolitik diskutieren die Jugendlichen über Strategien gegen Mobbing und Diskriminierung und sprechen ihre eigenen Anliegen aus dem Alltag an. Ideen und Maßnahmen dafür werden auf Augenhöhe besprochen – so wie z.B. die Weiterbildung von Lehrenden an Schulen.

Wir haben uns auf diesen lehrreichen und spannenden Nachmittag im Abgeordnetenhaus sehr gefreut!

Mittwoch, der 10. April

Es ist 9 Uhr und der Saal des Jugendfreizeithauses Bungalow füllt sich langsam mit Kindern und Jugendlichen, die sich fröhlich unterhalten und gespannt ihre Plätze einnehmen. Heute ist es endlich wieder soweit - die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments Tempelhof-Schöneberg treffen sich zu der 2. Plenarsitzung der 14. Wahlperiode, um wichtige Anträge vorzuschlagen und über diese abzustimmen!

Um 9:30 geht es dann los – der Vorstandsvorsitzende Lukas hält ein Grußwort an die jungen Parlamentarier und Parlamentarierinnen und die Gäste. Dieses sind der Jugendstadtrat Oliver Schworck, die Bezirksstadträtin Christiane Heiß, sowie Mitglieder des Presseteams unserer AG. Dann wirft er gleich 4 Worte in den Raum: Umwelt, Schüler, Schwänzen, Demonstration. Da schmunzeln schon einige – natürlich geht es um #fridaysforfuture, das Thema, das die politische Diskussion bundesweit seit mehreren Wochen prägt. In seiner Klasse, fährt Lukas fort, haben die Schüler Rollenspiele gespielt – Schüler und Demonstranten wurden Lehrer und Nicht-Demonstrierenden entgegengestellt. Ein Argument der letztgenannten war dann, die Kinder seien zu jung, um sich politisch einzubringen. Lukas hält das für eindeutig falsch – weil Kinder und Jugendliche sich jetzt schon auf vielfältige Weise engagieren, z.B. als Klassensprecher, Jugendorganisationsmitglieder, Helfer in Kirchengemeinden oder eben auch im KJP. Die jungen Mädchen und Jungen entscheiden sich bewusst dafür, ihre Freizeit der aktiven Mitgestaltung und Veränderung ihres Bezirks zu widmen. Deswegen hätten sie wohl verdient, dass ihrer Meinung eine Stimme gegeben wird, die es auch zu hören und zu achten gehört.

Grußrede von dem Vorstandsvorsitzender Lukas © UNICEF

Zu Beginn der Sitzung hält der Vorstandsvorsitzender Lukas eine Grußrede an alle KJP-Mitglieder.
© UNICEF

Ein Grußwort hält auch der Jugendstadtrat Oliver Schworck und drückt gleich seine Freude aus, wieder bei einem Plenum des KJPs zu sein – eine Veranstaltung, von der er immer viel mitnehmen könne. Es gäbe keine Altersgrenze, sich politisch zu engagieren, fährt er überzeugt fort – denn es sei so wichtig, eine Änderung bereits als Kind oder Jugendliche zu bewirken. UNICEF sei nicht ohne Grund da, sagt Herr Schworck und blickt auf Mitglieder unseres Presseteams – denn Meinungsfreiheit ist ein Kinderrecht und Erwachsene sollten viel häufiger daran erinnert werden, dass sie Kinder zuhören müssen.

Außerdem bietet er an, das KJP mit einer besseren Struktur auszustatten, sodass der Weg der Anträge bis ins Bezirksamt noch kürzer und leichter gemacht wird. Auf das KJP Tempelhof-Schöneberg zeigt sich der Jugendstadtrat stolz – da es mittlerweile nicht nur in Berlin, sondern auch auf Landesebene als Vorbild gilt.

Im Anschluss spricht auch Bezirksstadträtin Christiane Heiß über die Erfolge des KJPs im Bereich Verkehr, die berlinweit für Aufsehen sorgen. Den langen Verwaltungsweg bis zur tatsächlichen Umsetzung der Anträge wolle sie verkürzen und ermutigte die jungen ParlamentarierInnen, sich weiter für ihre Rechte einzusetzen.

Dann geht es nun zu dem wichtigsten Teil der heutigen Sitzung: Anträge der 3 Regionalen Arbeitsgemeinschaften – Schöneberg-Friedenau, Tempelhof-Mariendorf und Lichtenrade-Marienfelde werden im großen Plenum abgestimmt. Es geht um unterschiedliche Themen – mal sind es Verkehr und Sicherheit, mal Schule und Digitalisierung, mal Freizeit und Sport. Dabei zeigen sich die jungen Engagierten kreativ und nachhaltig, kritisch und achtsam. Geduldig warten sie ab, bis jede und jeder den eigenen Antrag vorliest – dann wird abgestimmt.

Nun ist es Zeit, die eigene Idee in der großen Runde vorzutragen. © Justin Sudbrack/ KJP

Jedes KJP-Mitglied hat die Möglichkeit, den eigenen Antrag vorzustellen und die Anderen davon zu überzeugen.
© Justin Sudbrack/ KJP

Und nun zeigt sich, was den Kindern und Jugendlichen des Bezirks besonders am Herzen liegt. Eine Vielzahl der Anträge sind im Bereich Verkehr und Umwelt – die jungen ParlamentarierInnen schlagen dabei kluge Lösungen vor, die nicht nur ihre Sicherheit und Gesundheit fördern, sondern auch umweltfreundlich sind. So sollen zum Beispiel bessere Radwege und mehr Abstellplätze für Fahrräder vor der Schule zum einen für mehr Bewegung im Alltag sorgen und zum zweiten eine nachhaltigere Alternative zum Auto anbieten. Zebrastreifen, längere Grünzeiten der Ampeln und bessere Beleuchtung von Straßen, Parks und Haltestellen sollen des Weiteren für Sicherheit beim Schulweg sorgen. Auch beim Thema Nahverkehr setzen sich die KJP-Mitglieder für einen günstigeren Nahverkehrspreis für alle Schüler und Schülerinnen ein, sowie für die Wiedereinführung des Straßenbahnbetriebes auf dem Lichtenrader Damm.

Im Bereich Schule und Digitalisierung stimmen die Mädchen und Jungen für Online-Versionen ihrer Lehrbücher ab – eine für die Umwelt und den Rücken schonende Alternative. Rauchverbote, aber auch 1.-Hilfe-Kurse sollen außerdem für die Sicherstellung der Gesundheit in der Schule sorgen. Renovierte Schulbüchereien, Freizeitkonzepte und eine Terrasse im Jugendcafé dienen des Weiteren dem Erhalt und der Verbesserung von Freizeiteinrichtungen. Auch wenn es um Sport geht, sind saubere, sichere und gut ausgestatte Spielplätze den Kindern und Jugendlichen besonders wichtig.

Abstimmen über die Anträge © Justin Sudbrack/ KJP

Jede Meinung ist gefragt und zählt gleich - und so wird Veränderung gestaltet!
© Justin Sudbrack/ KJP

Ob Schutz oder Gesundheit, Bildung oder Freizeit – die Mädchen und Jungen setzten sich entschlossen und überzeugend für ihre Kinderrechte ein und sind sich bei fast allen der 69 vorgeschlagenen Anträge einig und stimmen dafür. Nun werden diese der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg weitergeleitet – wo nochmal abgestimmt wird. Wenn der Antrag dann erneut eine Zustimmung bekommt, wird er an das Bezirksamt weitergeleitet – und umgesetzt.

Liebe junge Engagierte, es hat uns große Freude bereitet, euch bei eurer klugen und verantwortlichen Arbeit zuzusehen und zu begleiten. Dass ihr euch so kreativ und motiviert für eure Rechte einsetzt, finden wir großartig und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit euch. Macht weiter so!

Mittwoch, der 27. März

Salzstangen und Äpfel stehen als Knabbereien bereit. Wasser und Apfelschorle möchten getrunken werden. Die Vorstandsmitglieder des Kinder- und Jugendparlaments Tempelhof-Schöneberg finden sich am 27.03.2019 zu einer ihrer Sitzungstermine ein. In den nächsten 2 Stunden soll unter anderem die Gestaltung der 2. Plenarsitzung des gesamten KJP diskutiert werden. Neben Lukas, dem Vorstandsvorsitzenden, sind ebenso Clara, Simon, Ramon, Leia und Maya mit dabei. Sie repräsentieren in Zweierteams je regionale Arbeitsgruppen des gesamten Bezirks.

Der Vorstand bespricht die Themen auf der Agenda. © UNICEF

Im Team besprechen die Vorstandsmitglieder ihre Schwerpunktthemen.
© UNICEF

Für die 2. Plenarsitzung haben die Vorstandsmitglieder eine Reihe von Schwerpunktthemen für das Kalenderjahr 2019 formuliert. Diese generieren sich aus den Ideen aller Mitglieder des KJP. Eines der Schwerpunktthemen ist die Bereitstellung einer größeren Anzahl von Fahrradständern im gesamten Bezirk und insbesondere an und um Schulen. Im Gegenzug sollen Parkplätze für Autos weichen. Ein weiteres Thema ist die Sicherheit an Bahnhöfen. Die Kinder- und Jugendlichen des KJP Tempelhof-Schöneberg wünschen sich ebenso eine bessere Überwachung in den Bereichen des öffentlichen Nahverkehrs. Weitere Themen betreffen die Sauberkeit an Spielplätzen, die Optimierung des Kinder- und Jugendparlaments, Barrierefreiheit und Inklusion, Vergünstigungen der BVG-Tickets auch für Auszubildende, den Wohnungsmarkt für Jugendliche und die Wahl zum Europäischen Parlament.

All diese Themen werden von einzelnen Vorstandsmitgliedern zunächst als Anträge ausformuliert. Bei der Plenarsitzung am 10.04.2019 stellen sie diese dann dem Plenum zur Abstimmung vor. Bei absoluter Mehrheit wird einem Antrag stattgegeben und dieser darf dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg vorgelegt werden.

Mittwoch, der 20. März

Je näher die 2. Plenarsitzung der 14. Wahlperiode des Kinder- und Jugendparlaments rückt, desto energischer wird die Vorbereitung derer – am 10. April treffen sich rund 100 Kinder und Jugendliche aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg, um über die in den Regionalarbeitsgruppen geschriebenen Anträgen abzustimmen. Um auf diesen Tag gut vorbereitet zu sein, müssen die wichtigsten Aufgaben im Voraus gut organisiert und verteilt werden: Wer begrüßt die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier? Wer moderiert die Abstimmung der Anträge? Und wer sorgt für die Verpflegung während der Pausen? Seriös und fundiert – und gleichzeitig voller Motivation und guter Laune diskutiert und entscheidet der 8-köpfige Vorstand über jedes Detail der kommenden Plenarsitzung.

Erneut war ein Gast zu Besuch - Marc Ludwig, Mitglied des Ehrenamtsbüros des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, stellte das spezielle Angebot des Ehrenamtsbüros für junge Engagierte vor. Die Mitglieder des KJP-s können von den vielfältigen Fortbildungskursen zu unterschiedlichen Aspekten des Ehrenamts profitieren. Dabei bieten sich den jungen Engagierten verschiedene Möglichkeiten an, um sich selbst zu entfalten und die eigenen Kompetenzen zu erweitern – z.B. durch Methoden für Gruppenarbeit, Moderation und Veranstaltungsmanagement, aber auch durch Möglichkeiten für internationales Engagement und Sensibilisierung für Themen wie Flucht, Asylrecht und interkulturelle Kompetenz. Dabei können sich die KJP-Vorstandsmitglieder selbst einbringen und Themen vorschlagen.

Das Angebot des Ehrenamtsbüros Tempelhof-Schöneberg für junge Engagierte © UNICEF

Hier lassen sich die einzelnen Fortbildungskurse zu den unterschiedlichen Themen und Kompetenzen finden.
© UNICEF

Während einer kurzen Pause unterhielten sich die Jugendlichen außerdem zu der großen Demonstration am vergangenen Freitag, den 15. März, #fridaysforfuture – die Bewegung, die durch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufen wurde und ausgerechnet Schüler und Schülerinnen dazu aufruft, sich gegen den Klimawandel aktiver einzusetzen und jeden Freitag für eine verantwortungsvolle und handelnde Politik zu streiken. Im Raum waren unterschiedliche Meinungen zu der Demonstration in Berlin zu hören – während manche der Jugendlichen eher positiv von dem gesamten Ergebnis waren, wurden auch kritische Argumente geäußert. Wofür geht man eigentlich auf die Straße – um für den Klimaschutz zu streiken oder schlicht, weil alle Freunde mitmachen und man gern auch als umweltbewusst gesehen werden will? Spielt die reine Motivation die entscheidende Rolle – oder geht es mehr um Gruppenzwang und soziale Erwünschtheit?

Nach dieser zum Nachdenken anregenden Diskussion ging es nun auch um Besprechung der kommenden Events - unter anderem auch das KJP-Sommerfest am 5. Juni, wo es erneut zu einer Zusammenarbeit mit Mitgliedern unserer AG kommen wird. Was da genau geplant wird, sowie weitere Details verraten wir Ihnen demnächst! 

Mittwoch, der 13. März

Die Sonne steht tief über dem Horizont. Eine graue Wolkenschicht verdeckt ihre wärmenden Strahlen. Es ist fast 17 Uhr - eine Uhrzeit, zu der Schulen meist geisterhaft leer wirken; Nicht das Paul-Natorp-Gymnasiun. Immer mehr Schüler verschiedener Schulen der Ortsteile Schöneberg und Friedenau versammeln sich im Klassenraum 007 im Erdgeschoss. Nach ein paar Minuten sind alle Plätze des Raums mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren belegt. Lukas sitzt auf der normalerweise vom Lehrer eingenommenen Position neben der Tafel und bittet um Ruhe. Damit leitet er einen von vielen Sitzungen des Kinder- und Jugendparlaments (KJP) Tempelhof-Schöneberg ein. Er selbst ist 16 Jahre alt und Vorstandsvorsitzender des KJP. Unterstützt wird er hauptsächlich von Killian und Carla, welche sich selbst schon seit vielen Jahren im KJP engagiert. Carla möchte „die Welt im Kleinen ein bisschen verbessern“, wie sie selbst sagt – ein schöner Vorsatz.

Das KJP existiert seit 2005 und vertritt auf Initiative der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg die Interessen von jungen Menschen im gleichnamigen Bezirk. Im KJP werden Wünsche und Anregungen zusammengetragen, die das Lebensumfeld von Kindern- und Jugendlichen verbessern sollen. Der 10-jährige Paul beispielsweise möchte einen Antrag einreichen, welcher die Verunreinigung von Spielplätzen angeht. „Mich stören vor allem die vielen Graffitis. Und ich möchte mehr Mülleimer in den Straßen haben.“ Es liege zu viel Müll auf dem Boden herum, findet Paul. Als Schülersprecher der Stechlinsee-Grundschule ist er Augen und Ohren für seine Schulkameraden. Die Ergebnisse der Sitzung trägt er am nächsten Tag vor. Mascha ist 13 Jahre alt und bereits das 3. Jahr in Folge beim KJP dabei. Sie möchte beispielsweise die Grünphase an einer bestimmten Ampel verlängern lassen. Die Viertklässlerin Mia setzt sich hingegen für eine bessere Parksituation ein, um die Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr zu erhöhen.

Während der gesamten Sitzung stehen die drei Vorsitzenden mit Rat zur Seite, um die in einem Brainstorming erfassten Ideen zur Verbesserung in offiziellen Anträgen auszuformulieren. Sobald die Anträge ausgearbeitet wurden, werden sie dem Plenum – bestehend aus allen Kindern des KJP – vorgestellt. Bei einfacher Mehrheit der Schüler wird der Antrag angenommen, um schließlich der BVV vorgelegt zu werden. 

Insgesamt geht die heutige Sitzung knapp eineinhalb Stunden: Eineinhalb Stunden, in denen viele kleine kreative Köpfe die Welt von Morgen mitgestalten.

Mittwoch, der 27. Februar

Auf der Tagesordnung stand diesmal vor allem die Organisation und Planung der kommenden Plenarsitzung, die am 10. April in dem Jugendfreizeithaus (JFH) Bungalow stattfinden wird. Mit jeder Menge Spaß und guter Laune gestalteten die Vorstandsmitglieder den Ablauf der Sitzung, verteilten die Aufgaben und besprachen die wichtigsten Inhalte. Jeder darf sich einmischen und jede Meinung ist gefragt, sogar wenn es um vermeintlich kleinere Dinge geht.

Bei der letzten Plenarsitzung am 21. November 2018, als das KJP in seine 14. Wahlperiode startete, sind über 150 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Bezirk gekommen! Intensive Kennenlernspiele sorgten dafür, dass auch die neuen Mitglieder des Parlaments schnell integriert wurden. Einblicke in die Arbeit und Struktur des KJPs rundeten des Weiteren den Programm ab. Danach ging es nun zu der Arbeit über die Anträge in den regionalen Arbeitsgruppen – worüber in der 2. Plenarsitzung am 10. April abgestimmt wird.  

Sorgfältig wird der Ablauf der kommenden Plenarsitzung gestaltet © UNICEF

Der KJP-Vorstand gestaltet den Ablauf der kommenden Plenarsitzung.
© UNICEF

Die heutige Vorstandssitzung wurde auch von Bertram von Boxberg, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des Kulturausschusses der BVV Tempelhof-Schöneberg besucht. Am Anfang stellte er den Kindern eine einfache Frage: “Was ist für euch denn Kultur?” Bibliotheken, Museen, Theater und Musikschulen wurden spontan genannt. Und wie lässt sich nun eine partizipative Zusammenarbeit von Kindern und Erwachsenen im Bereich Kultur in Tempelhof-Schöneberg umsetzen?

Herr von Boxberg hat an der Stelle auf das Förder-Programm Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung aufmerksam gemacht. Das Programm zielt darauf, Bildung und Kultur zusammen zu bringen und Projekte für Kinder und Jugendlichen mit spannenden und umsetzungsfähigen künstlerischen Inhalten zu finanzieren. Dabei hat der Vorsitzende des Kulturausschusses vor allem auf die 3. Fördersäule des Programms hingewiesen, die so genannte bezirkliche Projektförderung. Durch dezentrale Kinderarbeit werden somit regionale Kulturprojekte realisiert.

Konkret heißt das, dass die Kinder und Jugendlichen aus dem KJP bis zum 8. April 2019 Anträge mit Förderideen im Bereich Kultur stellen können. Das könnten z.B. Modernisierung der Kinderabteilung von Bibliotheken, Förderung von regionalen Jugendtheatern oder Jugendmuseen und viel mehr sein. Es wurde außerdem vorgeschlagen, dass die Kinder und Jugendlichen sich in Verbindung mit Kulturinstitutionen setzen und diese darum bitten, eine Informationstour für sie zu organisieren. Damit würden die Kinder aus erster Hand erfahren, wie z.B. die regionale Stadtbibliothek funktioniert, welche Bücher in der Kinder- und Jugendabteilung zu finden sind und wie das Ganze finanziert wird. Durch so ein solches Zusammenkommen könnten mögliche Verbesserungsstellen leicht gefunden und die entsprechenden Anträge gestellt werden. Die Kinder und Jugendlichen begeisterten sich sofort für die Ideen und bedankten sich bei Herrn von Boxberg für das informative Gespräch.