Cartoonbild_Kinder halten UN-Kinderrechtskonventionen in den Händen

UNICEF-AG'LER BESUCHEN DIE REGIONALTAGUNG NORD IN HANNOVER

Ein buntes und sehr informatives Programm erwartete am vergangenen Samstag, den 13.10.2018 die Teilnehmer verschiedenster UNICEF-Arbeitsgruppen aus den nördlichen Bundesländern auf der UNICEF-Regionaltagung Nord in Hannover.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Erfahrungsaustausch zwischen den ehrenamtlichen AG-MitarbeiterInnen verschiedenster UNICEF-AGs der Region.

Neben Ehrungen langjähriger Engagements von Arbeitsgruppen mit zum Teil 50jährigen Bestehen erhielten die Worte von Peter-Matthias Gaede besondere Aufmerksamkeit der Anwesenden. Herr Gaede, Vorstandsmitglied des Deutschen Komitees für UNICEF e.V. in Deutschland in Köln, informierte über die Strategie „Lokales Engagement zur Umsetzung der Strategie 2018-2021“ der Kampagne „Kindheit braucht Wachstum“. Er betonte dabei die Wichtigkeit der vielfältigen Arbeit der Ehrenamtlichen, hebte aber zugleich auch eindrucksvoll und eindrücklich hervor, es „ist ein Mandat für Kinder einzutreten, aber zugleich auch (eine) Verpflichtung.“ Die momentanen Debatten in Deutschland seien stark von der Innenpolitik geprägt. Man müsse neu auf die Straße gehen, neu in den Herzen der Menschen aufmerksam werden. In der heutigen Gesellschaft gebe es einen Aufmerksamkeitszerfall, man werde mit vielem konfrontiert, das zudem kompliziert sei.

Wie erfolgreich, notwendig und effektiv die Arbeit der Ehrenamtlichen ist, machte Herr Gaede bei der Vorstellung der UNICEF-Ergebnisse 2017 bei weltweiten UNICEF-Projekten im Bereich Nothilfe deutlich:
2,5 Millionen schwer mangelernährte Kinder erhielten lebensrettende Hilfe. 13,6 Millionen Kinder wurden gegen Masern geimpft und 5,5 Millionen Kindern erhielten Zugang zur Bildung. Auch neue Technologien verhelfen zur Verbesserung von Lebensumständen, so beispielsweise der Einsatz von Drohnen. Sie werden zur Berichterstattung über die Situation in überschwemmte Gebiete und auch zum Transport von Lebensmitteln in den genannten Gebieten eingesetzt. Auch die praktische und leicht zu bedienende Sprachapplikation whatsApp übernimmt in internationalen UNICEF-Projekte wichtige kommunikative Funktionen: So können beispielsweise Geburtsurkunden (in entlegensten Orten) mittels whatsApp kommuniziert und zeitnah ausgestellt werden.

„Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit!“ „Das klingt so banal, aber trifft doch so oft nicht zu.“ Mit diesen prägnanten Worten verwies Herr Gaede auf eigentlich selbstverständliche Lebensumstände für Kinder, die aber selbst im Alltag und selbst in Deutschland oft nicht vorzufinden sind und somit nicht so selbstverständlich sind. Wie dieses Recht, vielmehr der Einsatz und dessen Umsetzung praktisch stattfinden kann, zeigte Herr Gaede auf beeindruckende Weise im Anschluss - mit ganz frischen Bildern von seinem Besuch aus Kenia. Er war in der Nacht zuvor erst von seiner Reise aus dem ostafrikanischen Land zurückgekehrt und zeigte nun wie UNICEF den Kindern vor Ort ganz konkret hilft:

Die Bildungs-Kampagne „Schulen für Afrika“ umfasste zu Beginn im Jahr 2004 sechs afrikanische Länder, die sich mittlerweile auf 13 afrikanische Staaten ausweitete. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Initiative von UNICEF, der Nelson-Mandela-Stiftung und der Peter Krämer Stiftung, die sich für den Ausbau von Schulen, die Ausstattung von Schülern mit notwendigen Schulutensilien und Lehrpersonal, Lehrerfortbildungen sowie das Bezahlen von Schulgeld einsetzt. Vor allem in den von UNICEF-betreuten Schulen, die Herr Gaede in Kenia besuchte, trifft man child-friendly schools (also kinderfreundlichen Schulen) an, mit talking walls („sprechende Wände“ wegen der bunten Regeln auf ihnen) und Fokus auf life skills (lebenswichtigen Kompetenzen) im Unterrichtsgeschehen, die über das reine Vermitteln von Rechnen und Schreiben hinausgehen. Die Schule als Lebensader. Mit besonderem Strahlen berichtete Herr Gaede von einer Fußballakademie, die vor 3 Jahren in einem Slumgebiet Kenias gegründet wurde und ACAKORO heißt. Im September 2015 reiste die U11-Jungenmannschaft von ACAKORO zu einem internationalen hochrangigen Turnier nach Österreich und schrieb dort ihr eigenes Fußballmärchen: Sie entschied eines der besten Fußballjugendturniere in ganz Europa mit Mannschaften wie FC Barcelona, Atletico Madrid, FC Liverpool, Borussia Dortmund und FC Bayern für sich.

Darüber hinaus ließen Katharina Scherff (Projektleitung UNICEF Köln) und Katharina Siemann (Kreativabteilung UNICEF Berlin) die Anwesenden live und aktiv in das „Theater der 10.000“ eintauchen. Dies ist eine bundesweite „Mitmach“-Aktion, die am 11. Mai 2019 in ganz Deutschland zeitgleich stattfinden wird und bei der auch wir als UNICEF-AG Bielefeld teilnehmen werden. Man darf auf das bundesweite Live-Event im nächsten Jahr sehr gespannt sein. Weitere Informationen hierzu folgen.

Besuch auf der Regionaltagung Nord in Hannover

Auf der Regionaltagung Nord: Nicole Schnathmann, Wolfgang Seidensticker (Leiter der UNICEF-AG Bielefeld) und Monika Behnke (von der UNICEF-AG Bielefeld) sowie Peter-Matthias Gaede (Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland)
© UNICEF/2018-1013/Behnke