Theater der 10.000 © B. Böhmer/UNICEF/2019

THEATER DER 10.000

In einer gar nicht so weit entfernten Zukunft ist unsere Erde ein fast unbewohnbarer Planet geworden: Kriege, Dürre und Lebensmittelknappheit bestimmen den Alltag – weil wir es nicht verhindert haben. Dieses fiktive Szenario ist der Ausgangspunkt für eine einmalige Theateraktion, die am 11. Mai 2019 von rund 10.000 Menschen aufgeführt wurde: Das „Theater der 10.000“ – mit je 100 Teilnehmenden an rund 100 öffentlichen Orten in ganz Deutschland.

Diese 10.000 Menschen waren keine professionellen Schauspielerinnen oder Schauspieler und kannten das Theaterstück vorher nicht. Aber sie wussten, dass es darum ging, ein Zeichen zu setzen: Denn es ist heute, im Jahr 2019, noch nicht zu spät, um die Weichen neu zu stellen und für eine bessere Zukunft zu sorgen.

Am 11. Mai 2019 um genau 12:19 Uhr fiel der Startschuss für die synchrone, etwa halbstündige Theateraktion. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer luden vorab eine AudioDatei mit dem Theaterstück auf ihr Smartphone, die simultan um 12:19 Uhr für alle 100 Orte gestartet wurde. Über Kopfhörer erhielten sie ihre Regie-Anweisungen und wurden damit Teil der größten Theateraktion Deutschlands.

So entstand eine bundesweit synchrone Choreographie: Im gleichen Moment sprangen 100 Menschen an 100 Orten zum Beispiel in die Luft, oder 10.000 Menschen in Deutschland begannen gleichzeitig zu rennen, sich in Zeitlupe zu bewegen oder einen Kreis zu bilden.

Mit dabei waren Orte von Aachen bis Görlitz und von Flensburg bis Passau. Auf der Domplatte in Köln, vor dem Braunschweiger Schloss, vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz, auf dem Marktplatz in Bremen, auf der Brücke nach Polen in Frankfurt an der Oder, auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm/ Westfalen, vor der Porta Nigra in Trier, auf der Sendlinger Straße in München, auf dem Gendarmenmarkt in Berlin und an gleich drei verschiedenen Orten in Eisenhüttenstadt – überall erlebten am 11. Mai Menschen, die sich vorher noch nie begegnet waren, das Verbindende der Gemeinschaft sowie die eigene Kraft zur Veränderung – für eine bessere Welt.

Denn wenn 10.000 Menschen gleichzeitig einen Schritt nach vorne machen, können wir ziemlich weit kommen. Am Ende war es die Aufgabe der 10.000, ihre Kopfhörer abzunehmen und zu entscheiden, was in der realen Welt zu tun ist und was sie selbst zu einer lebenswerten Zukunft beitragen können.