KAMPF GEGEN KINDERPORNOGRAFIE VERSTÄRKEN

Köln, 13. März 2009

UNICEF UND ECPAT ZU DEN HEUTIGEN GESPRÄCHEN ZWISCHEN BUNDESREGIERUNG UND INTERNETPROVIDERN

Forderung nach Sperrung kinderpornografischer Internetseiten - Behörden und Provider müssen Missbrauch umfassend bekämpfen

Anlässlich des heutigen Treffens zwischen Internetprovidern und Vertretern der Bundesregierung fordern UNICEF und die Kinderschutzorganisation ECPAT umfassende Maßnahmen zur Prävention und Verfolgung von Kinderpornografie. Konsum, Verbreitung und Herstellung von Kinderpornografie werden in Deutschland bislang nicht ausreichend bekämpft. So wird fahrlässig hingenommen, dass Kinder unzureichend vor sexueller Gewalt und Ausbeutung im Internet geschützt sind. UNICEF und ECPAT verlangen von der Bundesregierung und den Providern, rasch Maßnahmen zur Sperrung kinderpornografischer Internetseiten zu treffen. Auch wenn der Zugang zu diesen Internetseiten nicht völlig unterbunden werden kann, muss er doch so schwer wie möglich gemacht werden.

„Hinter jedem kinderpornografischen Bild im Netz steht der reale Missbrauch eines Kindes“, sagte die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland, Regine Stachelhaus. „Wer sich gegen Sperren ausspricht, muss klare Alternativen anbieten.“

„Die Erfahrungen in Skandinavien und Großbritannien zeigen, dass Sperren viele Internetnutzer von diesen Seiten abhalten. Die Sperren wirken und werden nicht umgangen von potentiellen Tätern. Die Sperren verhindern auch, dass Kinder und Jugendliche immer häufiger mit sexualisierter Gewalt im Internet konfrontiert werden“, erklärte Mechtild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland.

ECPAT und UNICEF bewerten es positiv, dass heute die Vertreter der Bundesregierung – u.a. vom Bundesfamilienministerium – und die Verbände sowie acht Unternehmen der Providerbranche ihre Gespräche über die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten im Internet wieder aufnehmen und fordern sie auf, rasch zu einer Lösung zu kommen. Ausdrücklich betonen ECPAT und UNICEF, dass Sperrungen in einem rechtsstaatlichen Verfahren kontrolliert werden müssen, damit das Recht auf Informationsfreiheit gewahrt bleibt. Sie sehen die Sperren aber als unerlässlichen Baustein für einen umfassenden Schutz von Kindern. Notwendig ist ein koordiniertes Vorgehen, bei dem Prävention, Beratung, Opferschutz und Strafverfolgung von der Bundes- bis zur lokalen Ebene ineinander greifen.

Die Bundesregierung hat sich auf dem dritten Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen 2008 in Rio de Janeiro erneut verpflichtet, Kinderpornografie, Kinderhandel und Kinderprostitution stärker zu bekämpfen. Von der Nachfolgekonferenz zum Weltkongress, die das Bundesfamilienministerium am 25. und 26. März 2009 in Berlin veranstaltet, erhoffen sich ECPAT und UNICEF deutliche Fortschritte für die Umsetzung des Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung.

Weitere Informationen:
ECPAT (End Child Prostitution, Pornography And Trafficking of Children for Sexual Purposes) Deutschland, Mechtild Maurer, 0171/ 4166042, E-Mail: info(at)ecpat.de

Helga Kuhn

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E-Mail: presse(at)unicef.de


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