JEDES KIND HAT EIN RECHT AUF ZUKUNFT

Berlin, 27. Juni 2013

GESCHÄFTSBERICHT: ZU VIELE KINDER VON FORTSCHRITT AUSGESCHLOSSEN

Weltweit bleibt ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen in den Entwicklungs- und Schwellenländern immer noch ohne ausreichende Bildung und ist von sozialen und technologischen Fortschritten ausgeschlossen. Dies ist Ergebnis des UNICEF-Reports 2013 „Das Recht auf Zukunft“, den UNICEF Deutschland anlässlich seines 60. Geburtstags heute in Berlin vorstellte.

So gehen in den Entwicklungs- und Schwellenländern immer noch über 132 Millionen Mädchen und Jungen im Schulalter weder in eine Grund- noch in eine weiterführende Schule. Ihre Lernmöglichkeiten sind häufig zusätzlich durch Unterernährung in den ersten Lebensjahren beeinträchtigt. Schon jetzt machen junge Menschen fast 40 Prozent der weltweit rund 200 Millionen Arbeitslosen aus.

Anlässlich seines Geburtstags ruft UNICEF Deutschland die Regierungen dazu auf, die bislang nicht erreichten Millenniumsziele mit Nachdruck zu verfolgen. Alle Staaten müssen ihre Verpflichtungen erfüllen, die sie mit der UN-Kinderrechtskonvention eingegangen sind. Die Entwicklungshilfe muss sich auf die besonders benachteiligten und ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen konzentrieren.

„Das Wissen und die Wege sind heute vorhanden, damit alle Kinder gesund aufwachsen und ihre Fähigkeiten entfalten können“, erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Doch bis heute profitieren gerade die ärmsten Kinder zu wenig von sozialen und technologischen Fortschritten. Man kann in nahezu jedem noch so entlegenen Ort der Welt mit dem Handy telefonieren – trotzdem fehlen dort elementare Dinge wie sauberes Wasser, ausreichende Nahrung oder gute Schulen. Die Kluft darf nicht weiter wachsen.“

Zum 60. Geburtstag dankt UNICEF Deutschland den Bundesbürgern für die große Hilfsbereitschaft. Beindruckende 1,7 Milliarden Euro konnten in 60 Jahren für die weltweite Hilfe bereitgestellt werde. Sie haben langfristige Verbesserungen für Kinder möglich gemacht – zum Beispiel bei der Gesundheitsversorgung, bei der Schulbildung und beim Kinderschutz. Gleichzeitig wurde Millionen Kindern in Krisengebieten geholfen.

„Seit 1953 haben unzählige Menschen in Deutschland die Arbeit von UNICEF unterstützt. Mit Zeit, Geld und Ideen. Dieser Einsatz hat sich gelohnt! Wir brauchen Menschen, die Verantwortung für Kinder übernehmen – heute genauso wie vor 60 Jahren“, erklärte UNICEF-Botschafterin Eva Padberg.

Vorstellung des UNICEF-Reports in der Bundespressekonferenz

Report zum 60. Geburtstag des Deutschen Komitees für UNICEF

In dem Report „Das Recht auf Zukunft“ dokumentieren internationale Experten die aktuellen Herausforderungen für Kinder:

  • Trotz Wirtschaftswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist Armut weiter die größte Bedrohung für Kinder. 75 Prozent der armen Kinder wachsen heute in Ländern mit mittlerem Pro-Kopf-Einkommen auf. Besonders schlechte Lebensbedingungen haben Kinder in fragilen Staaten wie Afghanistan, Somalia oder Süd-Sudan.
  • Es besuchen heute zwar mehr Kinder eine Grundschule als jemals bevor – doch die Qualität des Unterrichts ist oft schlecht. Mädchen und Kinder auf dem Land sind bei der Schulbildung weiter benachteiligt. Kinder aus armen Familien gehen viermal so häufig nicht zur Schule wie ihre wohlhabenden Altersgenossen. Und der Anteil der Kinder, die eine weiterführende Schule besucht, ist zu gering.
  • Weltweit wächst die größte Jugendgeneration aller Zeiten heran – doch viele junge Leute haben keine Perspektive. In Nordafrika und dem Nahen Osten ist mehr als jeder vierte Heranwachsende ohne Job. In der Europäischen Union stieg der Anteil der jungen Arbeitslosen von 11 Prozent (2007) auf 21,4 Prozent in 2011. In Spanien liegt er aufgrund der Wirtschaftskrise bei 50 Prozent.
  • Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels bedrohen immer mehr Kinder – insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Zahl der betroffenen Kinder wird sich in diesem Jahrzehnt auf 175 Millionen pro Jahr erhöhen – gegenüber 66,5 Millionen in den 1990er Jahren.

Danke Deutschland – für 1,7 Milliarden Euro für Hilfsprogramme in 60 Jahren!

Das Deutsche Komitee für UNICEF wurde am 30. Juni 1953 von engagierten Bürgern gegründet. Seitdem konnten insgesamt 1,7 Milliarden Euro für die weltweite Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen bereitgestellt werden. Die Bundesbürger zählen damit weltweit zu den größten Unterstützern von UNICEF.

„Man kann nicht den Namen jedes einzelnen Kindes kennen, das in 60 Jahren durch die Solidarität deutscher Spender gerettet oder in die Schule gebracht wurde. Aber wir wissen, was diese Hilfe für Millionen Kinder bedeutet. Danke Deutschland – im Namen der Kinder und im Namen von UNICEF!“, sagte Dr. Jürgen Heraeus.

In 2012 war das Deutsche Komitee für UNICEF mit Einnahmen in Höhe von 83,9 Millionen Euro aus Spenden und dem Verkauf von Grußkarten neben Japan und den USA wieder sehr erfolgreich. Mit der Kampagne „Wasser wirkt“ wurde zum Beispiel gezielt die Trinkwasserversorgung in armen Gemeinden in Bangladesch unterstützt. Deutsche Spenden ermöglichten Bildungs- und Kinderschutzprogramme in Afrika und halfen Kindern in der Hungerkrise in Ostafrika und der Sahel-Zone sowie den Opfern des Konflikts in Syrien.

Besonders wichtig sind die regelmäßigen Beiträge von derzeit 175.000 UNICEF-Paten. Sie ermöglichen es beispielsweise, Kindern in vergessenen Krisenregionen zu helfen. Im Geburtstagsjahr möchte UNICEF Deutschland insgesamt 10.000 neue UNICEF-Paten gewinnen – denn die Herausforderungen für Kinder bleiben groß.

In 2012 flossen 84,31 Prozent der Einnahmen in Deutschland in die UNICEF-Hilfe in 150 Ländern. 2,10 Prozent wurden für die inländische Arbeit eingesetzt – wie Kampagnenarbeit für Kinderrechte und Bildungsarbeit in Schulen. Zum UNICEF-Geschäftsbericht

Rudi Tarneden

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