Pressemitteilung

UNICEF: NEPAL-ERDBEBEN HAT 24.000 KLASSENZIMMER ZERSTÖRT

Köln, 12. Mai 2015

FAST EINE MILLION KINDER KÖNNEN NICHT ZURÜCK ZUR SCHULE / WEITER DRINGEND SPENDEN NÖTIG

+ + + + Letzte Aktualisierung: 12.05.2015 - 12:30 Uhr + + + +

Das schwere Erdbeben in Nepal vor rund zwei Wochen hat fast 24.000 Klassenzimmer zerstört oder schwer beschädigt. Mindestens 950.000 Kinder werden dadurch erst wieder zur Schule gehen können, wenn dringend benötigte Notschulen aufgebaut oder Schulgebäude repariert worden sind.

„Die Kinder in den Erdbebengebieten brauchen weiterhin dringend lebensrettende Hilfe wie Notunterkünfte und Trinkwasser – aber Schulen, selbst wenn es Notschulen in einem Zelt sind, sind in Krisensituationen ebenfalls sehr wichtig“, sagt Tomoo Hozumi, der Leiter von UNICEF Nepal. „Notschulen verhindern, dass die Bildung zu lange unterbrochen wird und sind ein Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch. Durch den Unterricht gewinnen die Kinder außerdem ein Stück Alltagsroutine zurück. Das kann ihnen helfen, mit ihren Erlebnissen zurechtzukommen.“

UNICEF arbeitet zusammen mit Partnern daran, dass die Kinder so schnell wie möglich wieder Unterricht bekommen, unter anderem durch Notschulen und sogenannte Kinderfreundliche Orte in den Notunterkünften, an denen die Mädchen und Jungen zumindest an einfachen Schulstunden teilnehmen können. Es werden noch dringend Spenden für die Nothilfe in Nepal benötigt.

Drohnen-Video zeigt verheerende Zerstörung

Aus der Luft betrachtet wird das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich: Ein neues UNICEF-Video zeigt Aufnahmen, die Paul Borrud mit seiner Drohne Phyllis in Nepal kurz nach dem verheerenden Erdbeben vom 25. April aufgenommen hat. Zu sehen sind zerstörte Häuser und Tempelanlagen im Kathmandu-Tal und in Bergdörfern des Himalaya (Musik: Karunesh - Ancient Voices).

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hat an manchen Orten bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört oder unbewohnbar gemacht. Hunderttausende Menschen sind obdachlos geworden und schlafen unter Zelten oder Planen im Freien. Laut UNICEF brauchen 1,7 Millionen Kinder in den am stärksten betroffenen Gebieten dringend Hilfe.

Impfkampagne für 500.000 Kinder gestartet

UNICEF ist in allen zwölf am schwersten vom Erdbeben getroffenen Distrikten aktiv und hat bereits Hilfsgüter – darunter Zelte, Planen, Medikamente, Wasserreinigungstabletten und Hygiene-Sets – in Kathmandu, Gorkha, Dolakha und Kavrepalanchok verteilt. Insgesamt über 120.000 Menschen haben mit Hilfe von UNICEF wieder Zugang zu sauberem Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen.

Masern-Impfung für Neisha aus Nepal

© UNICEF/ Kiran Panday

Die nepalesische Regierung hat außerdem mit Unterstützung von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine große Masern-Impfkampagne gestartet. In den kommenden Wochen sollen 500.000 Kinder unter fünf Jahren gegen Masern und Röteln geimpft werden.

Im Namen aller Kinder: Vielen Dank für Ihre Spenden!

Viele Menschen aus Deutschland zeigen sich solidarisch mit den Erdbebenopfern in Nepal und helfen ihnen bereits mit einer Spende.

Erdbeben Nepal: Notunterkunft für Nepali

Ramita (22), Shohit (6) und Rashmita (14) gehören zu einer achtköpfigen Familie, die UNICEF dank Ihrer Spenden in einem Notzelt unterbringen konnte.
© Chandra Shekhar Karki

Auch viele Unternehmenspartner unterstützen großzügig die UNICEF-Nothilfe: Die United Internet für UNICEF Stiftung zum Beispiel ruft über die Internet-Portale GMX.de, web.de und 1&1.de zu Spenden auf. Die IKEA Foundation, BASF Stiftung und Boehringer Ingelheim GmbH haben großzügig für die Nepal-Nothilfe gespendet.

Unilever, IKEA Deutschland, ING-DiBa Deutschland und H&M Deutschland rufen ihre Mitarbeiter zu Spenden für UNICEF auf. Payback verschickt einen Newsletter an alle Payback-Karteninhaber mit dem Hinweis, dass bei Betterplace.org für UNICEF gespendet werden kann. EasyJet sammelt bei ihren Fluggästen Spenden für Nepal. Amway hat auf amway.de einen Spendenaufruf an die Kunden gestartet.

Allen Unterstützern herzlichen Dank! Die Kinder in Nepal brauchen uns jetzt. Im Moment werden am dringendsten Notunterkünfte, Medikamente, Nahrungsmittel, Trinkwasser und Latrinen benötigt.

In Nepal droht Trinkwasser-Notstand nach Erdbeben

Erkundungsteams von UNICEF haben mehrere schwer verwüstete Orte besucht und schätzen, dass zum Beispiel in Bakhtapur in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu momentan nur 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Nepal Trinkwasserversorgung

© UNICEF Nepal/2015/Kent Page

„Verschmutztes Trinkwasser und die teilweise katastrophalen hygienischen Bedingungen können schnell zur Ausbreitung von Krankheiten führen“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Vor allem für die jüngsten und durch Mangelernährung bereits geschwächten Kinder ist das lebensgefährlich. Wir müssen die Hilfe massiv ausweiten, um eine Katastrophe nach der Katastrophe zu verhindern.“

NEPAL NACH DEM SCHWEREN ERDBEBEN

Erdbeben in Nepal: Kinder brauchen Hilfe

© UNICEF/NYHQ2015-1061/Nybo

Über 7.000 Menschen sind gestorben, zahlreiche Häuser sind zerstört. Hunderttausende Menschen sind obdachlos geworden oder halten sich aus Angst vor weiteren Nachbeben im Freien auf. Trinkwasser und Lebensmittel sind knapp, die Stromversorgung und Kommunikationsnetze sind teilweise zusammengebrochen. Regenfälle verschlechtern die Situation für die obdachlos gewordenen Familien zusätzlich. 

Erdbeben in Nepal. Zerstörung in Kathmandu

© picture alliance / AP Photo

„Das Erdbeben ist mit nichts vergleichbar, das ich jemals in meinen 57 Jahren erlebt habe,“ sagt Rupa Joshi, Mitarbeiterin von UNICEF Nepal. „Ich leide mit all den Familien, die einen lieben Menschen verloren haben. Viele Leben wurden von einer Minute auf die andere ausgelöscht.“

Enge Zusammenarbeit mit Partnern im Erdbebengebiet

UNICEF arbeitet mit einem großen Netzwerk von Partnern seit über 40 Jahren in Nepal. Die Hilfe muss rasch verstärkt werden, um die Kinder vor den Folgen der Katastrophe zu schützen. Vor allem Kinder, die während der Katastrophe von ihren Familien getrennt wurden, brauchen besonderen Schutz.

Nepal Erdbeben: UNICEF-Mitarbeiterin mit einer betroffenen Familie

Die UNICEF-Regionaldirektorin für Südasien Karin Hulshof (rechts) spricht mit einer betroffenen Familie im schwer vom Erdbeben zerstörten Dorf Maidi, Distrikt Dhading. UNICEF hat sofort nach der Katastrophe mit der Nothilfe begonnen und wird weiterhin für die Kinder da sein, so lange es nötig ist.
© UNICEF/NYHQ2015-1097/Panday

Die Regierung hat UNICEF um Medikamente, medizinisches Gerät, Verbandszeug und Zelte gebeten. Der Notstand wurde ausgerufen und nationale und internationale Such- und Rettungsteams haben sich auf den Weg nach Nepal gemacht. In den Krankenhäusern wurde alles verfügbare Personal mobilisiert. Gleichzeitig gilt es, die Versorgung der Menschen mit Wasser, Nahrung und Notunterkünften zu organisieren.  

Erdbeben mit schweren Folgen für Nepal

UNICEF kümmert sich dabei zusammen mit seinen Partnern besonders darum, die Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Insbesondere Kinder aus armen Familien brauchen in dieser Situation die Hilfe und den Schutz von UNICEF. Die Folgen der Naturkatastrophe für diese Kinder sind noch nicht abzusehen. Jeder vierte Nepalese lebt in extremer Armut; jedes dritte Kind muss arbeiten und 40 Prozent der Kinder sind chronisch mangelernährt.

Erdbeben Nepal: Kinderarmut ist weit verbreitet

© UNICEF Norway

Die Naturkatastrophe traf städtische Zonen genauso wie ländliche Gebiete. Besonders gefährdet waren Familien in einfachen Häusern aus nur leicht unbefestigten Ziegeln oder Bruchsteinen.

Die Krankenhäuser sind überfüllt, Helfer berichten von vielen Verletzten. Viele Familien haben die Nächte bei nasskalten Temperaturen im Freien verbracht. Noch ist noch unklar, wie viele Familien obdachlos geworden sind. 

UNICEF Deutschland ruft dringend zu Spenden für die Opfer des schweren Erdbebens in Nepal auf

UNICEF
Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00
BIC BFSWDE33XXX
Stichwort: Erdbeben Nepal

Ihre Spende ist für Kinder in Not unverzichtbar. Sollte das Nothilfeprogramm in Nepal mehr Unterstützung als benötigt erhalten, würde UNICEF Ihren Beitrag dort einsetzen, wo Kinder ihn aktuell am dringendsten brauchen.

Ninja Charbonneau

PRESSEKONTAKT

Ninja Charbonneau
0221-93650-298
E-Mail: presse(at)unicef.de


Erdbeben in Nepal. Zerstörung in Kathmandu

ERDBEBEN IN NEPAL

Bewegender Augenzeugenbericht aus Kathmandu von UNICEF-Mitarbeiterin Rupa Joshi

Weiterlesen