FLÜCHTLINGE: KINDER AN DER GRENZE ZWISCHEN GRIECHENLAND UND MAZEDONIEN IN ERHÖHTER GEFAHR

Genf/Köln, 02. März 2016

AKTUELLE INFORMATIONEN VON UNICEF ZUR SITUATION IN IDOMENI UND GEVGELIJA

Letzte Aktualisierung: 02.03.2016, 15:35 Uhr

Kinder leiden am Härtesten unter der zugespitzen Lage entlang der Balkanroute – vor allem in Griechenland und an der Grenze zu Mazedonien in Idomeni. Rund ein Drittel der Menschen, die im Februar über den Balkan Richtung Nordeuropa geflohen sind, waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Tausende Flüchtlingskinder sind nach Einschätzung von UNICEF derzeit an der griechisch-mazedonischen Grenze gestrandet. Viele von ihnen sind verstört, sie sind nicht ausreichend vor der Kälte geschützt und in erhöhter Gefahr, Opfer von Missbrauch zu werden.

Viele Kinder müssen seit über einer Woche inmitten von Chaos im Freien übernachten, ohne Zugang zu Duschen und ohne kindgerechte Lebensmittel. Familien sind in Gefahr, auseinander gerissen zu werden. Kinder müssen stundenlang draußen warten oder in Zügen ohne ein klares Ziel.

Kinder an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Kinder am Grenzzaun in der Nähe von Gevgelija an der griechisch-mazedonischen Grenze.
© UNICEF/UN011204/Georgiev

Augenzeuge an der Grenze in Mazedonien: „Kinder zwischen zwei Zäunen“

„Ich habe mit eigenen Augen kleine Kinder unter fünf Jahren gesehen, die zwischen zwei Zäunen feststeckten“, sagt Jesper Jensen, UNICEF-Mitarbeiter in Gevgelija, dem mazedonischen Grenzort. „Sie können nicht vor und sie können nicht zurück – sie brauchen eine Unterkunft und Ruhe, und sie müssen wissen, wie es weitergeht.“

Wegen der angespannten Situation hat UNICEF seine Hilfe in Gevgelija ausgeweitet und versorgt Familien vor allem mit Babys und Kleinkindern mit Wasser, Lebensmitteln, Zugang zu sanitären Anlagen und Hygieneartikeln wie Windeln.

UNICEF betreibt entlang der Balkanroute in Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slovenien sogenannte „Kinderfreundliche Orte“, an denen Familien und Kinder ausruhen und spielen können.

Serbien: Mutter mit Töchtern in einem „Kinderfreundlichen Ort“.

Mutter mit ihren beiden Töchtern in einem „Kinderfreundlichen Ort“ in Presevo/ Serbien.
© UNICEF/UN08795/Vas

„Blue Dot“-Zentren in Griechenland und den Balkanländern

Zusammen mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk, dem Internationalen Roten Kreuz und weiteren Partnern ist UNICEF außerdem zur Zeit dabei, in Griechenland und auf dem Balkan 20 „Blue Dot“-Zentren aufzubauen. Vier dieser Zentren für Flüchtlingsfamilien und -kinder sind bereits in Betrieb: Idomeni und Gevgelija an der griechisch-mazedonischen Grenze sowie auf den griechischen Inseln Lesbos und Kos. Alle 20 „Blue Dot“-Zentren sollen innerhalb der nächsten drei Monate in Betrieb sein.

Griechenland: „Blue Dot“-Zentrum für Flüchtlingskinder und Familien.

„Blue Dot“-Zentrum für Flüchtlingskinder und Familien in Idomeni/Griechenland.
© UNICEF/UN011194/Georgiev

Die Zentren, die mit einem wiedererkennbaren blauen Punkt markiert sind, bauen auf bereits bestehenden Hilfen für Flüchtlinge auf und bieten unter einem Dach Hilfen für Familien und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an: Familienzusammenführung, psychosoziale erste Hilfe, sichere Schlafmöglichkeiten für Frauen und Kinder, Ruheräume für Mütter mit Babys und Kleinkindern, Spielmöglichkeiten und Beratung in Asylfragen. Die „Blue Dot“-Zentren sollen eine Anlaufstelle und verlässliche Unterstützung für die Flüchtlingsfamilien sein und ihnen dringend benötigten Halt und Orientierung geben.

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