In 7 Schritten zum Testament: Notizblöcke und Stifte (Symbolbild)

SO ERSTELLEN SIE IN SIEBEN SCHRITTEN IHR TESTAMENT

Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge. Damit Ihr letzter Wille so erfüllt wird, wie Sie es sich wünschen, ist es wichtig, dass Sie bei der Erstellung Ihres Testaments einige rechtliche Rahmenbedingungen und Formvorschriften beachten. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, was Sie beachten sollten:

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihr Vermögen
Listen Sie dabei alle Gegenstände oder Beträge, Bankkonten, Wertpapierdepots oder Immobilien auf.
  

2. Machen Sie eine Liste Ihrer Erben
Bestimmen Sie zunächst einen oder mehrere Erben. Damit bestimmen Sie diese zu Ihren Rechtsnachfolgern. Nach Ihrem Tod treten sie in all Ihre Rechte und Pflichten ein. 
  

3. Überlegen Sie, wie Sie Ihr Erbe verteilen möchten
Ihre Erben erhalten die ihnen zugedachten Vermögenswerte, erben aber auch eventuelle Verbindlichkeiten und sonstige Verpflichtungen. Wenn Sie mehrere Erben einsetzen, müssen Sie die jeweils zugewandten Anteile des Vermögens benennen. 

Dazu ein Tipp: Achten Sie darauf, dass die Erbengemeinschaft nicht zu groß wird und möglichst wenig Konfliktpotenzial birgt. Im Zweifel kann es von Vorteil sein, eine Person zum Alleinerben und damit zum Rechtsnachfolger zu bestimmen und das restliche Vermögen über Vermächtnisse zu verteilen.
  

4. Ordnen Sie Ihre Vermächtnisse an
Mit einem Vermächtnis wenden Sie einzelne Vermögenswerte (zum Beispiel Bankguthaben, Kunstgegenstände oder eine Immobilie) einem bestimmten Menschen oder einer gemeinnützigen Organisation wie UNICEF zu. Der Erbe oder die Erben sind verpflichtet, die entsprechenden Vermögenswerte an die Vermächtnisnehmer zu übergeben.
  

5. Prüfen Sie, ob es Pflichtteilsansprüche gibt
Mit Ihrem Testament können Sie weitgehend frei über Ihr Vermögen verfügen. Der Gesetzgeber sichert jedoch einem engen Personenkreis innerhalb der Familie den sogenannten Pflichtteil zu.
  

6. Benennen Sie einen Ersatzerben
Ein Ersatzerbe kann sinnvoll sein, falls der ursprünglich eingesetzte Erbe das Erbe nicht antreten kann, etwa wenn er vor Ihnen stirbt.
  

7. Verfassen Sie Ihr Testament

  • Sie können Ihr Testament handschriftlich verfassen. Achten Sie darauf: Das gesamte Testament muss eigenhändig niedergeschrieben und vom Verfasser unterschrieben werden, idealerweise inklusive Angabe von Ort und Datum. Sie können sich aber auch von einem Fachanwalt für Erbrecht oder Notar Unterstützung holen. Der Notar wird ein notariell beurkundetes Testament anfertigen.
  • Verwahren Sie Ihr Testament sicher auf – am besten beim Amts- oder Nachlassgericht. Ein notariell verfasstes Testament wird automatisch beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt.
  • Schreiben Sie Ihre Bestattungswünsche nicht in Ihr Testament, sondern klären Sie diese vorab mit einem Bestatter. Bis ein Testament von einem Gericht geöffnet wird, vergehen meist mehrere Wochen. Die Bestattung hat dann sehr häufig bereits stattgefunden. Schreiben Sie Ihre Wünsche daher getrennt auf.

  

Weiterführende Informationen und Anregungen zu diesen und anderen Themen erhalten Sie in unserem Ratgeber, auf unseren Info-Veranstaltungen oder von einem Fachanwalt für Erbrecht.

Die Hinweise zum deutschen Erbrecht auf dieser Webseite, unseren Info-Veranstaltungen sowie in unserem Ratgeber sind unverbindliche Orientierungshilfen und ersetzen keine professionelle erbrechtliche Einzelfall-Beratung. Wir empfehlen Ihnen daher, einen Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater Ihres Vertrauens aufzusuchen. 

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