MEHR WISSEN: RECHTLICHE INFORMATIONEN

Damit der letzte Wille im gewünschten Sinne erfüllt wird, sollten bei der Erstellung eines Testaments rechtliche Rahmenbedingungen und Formvorschriften beachtet werden. Hier finden Sie hilfreiche Informationen dazu.

  • Gesetzliche Erbfolge

    Haben sie kein Testament verfasst, bestimmt das Gesetz, wer Ihr Vermögen einmal erbt. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt in einer bestimmten Reihenfolge Familienangehörige (Blutsverwandte) als Erben. Es erben immer die nächsten Angehörigen. Ein Angehöriger einer höheren Ordnung (z.B. Kind) schließt Angehörige einer niedrigeren Ordnung (z.B. Eltern) aus. Neben den erbberechtigten Verwandten erhält immer auch der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner einen Teil des Erbes. Gibt es keine Angehörigen und keinen letzten Willen, erbt der Staat.

    Testament: Erbfolge
  • Der Pflichtteil

    Unabhängig von der testamentarischen Regelung haben folgende Personen einen Pflichtteilsanspruch in Geld gegenüber den Erben:

    • Abkömmlinge (leibliche Kinder, Adoptivkinder oder Enkel)
    • Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner
    • Eltern des Erblassers, wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind

    Nicht pflichtteilsberechtigt sind Stiefkinder und Stiefeltern, Geschwister sowie entfernte Verwandte, wie beispielsweise Großeltern, Onkel, Tante, Neffen und Nichten.

    Die Höhe des Pflichtteils entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs. Pflichtteilsberechtigte Personen werden vom Nachlassgericht über Ihren Anspruch informiert. Sie können daraufhin eine detaillierte Aufstellung des Nachlassvermögens von den Erben verlangen.

    Schenkungen und Pflichtteilsergänzung

    Wenn eine Person vor ihrem Tod Vermögen verschenkt hat, können sich hieraus Pflichtteilsergänzungsansprüche für die Pflichtteilsberechtigten ergeben. Allerdings dürfen die Zuwendungen nicht länger als zehn Jahre zurück liegen. Schenkungen an Ehegatten werden jedoch ohne zeitliche Grenze für die Pflichtteilsergänzung berücksichtigt.

    Das Gesetz sieht vor, dass Schenkungen nach wie vor als Teil des Nachlasses behandelt werden und der Pflichtteilsberechtigte in Höhe seiner Quote die Ergänzung seines Pflichtteils verlangen kann.

    Die Schenkung wird nur im ersten Jahr vor dem Erbfall mit 100 Prozent berücksichtigt. Für jedes weitere Jahr vor dem Erbfall wird der Wertansatz um 1/10 reduziert, das heißt „abgeschmolzen“. Nach zehn Jahren besteht kein Pflichtteilsergänzungsanspruch mehr.

  • Hinterlegung Testament

    Wollen sie ganz sicher gehen, dass Ihr Testament schnell gefunden wird und nicht verloren geht, hinterlegen Sie es beim Amtsgericht Ihres Wohnsitzes. Für die Hinterlegung beim Amtsgericht fallen einmalig und einheitlich 75 € an.

    Auf diesem Weg wird es automatisch im Zentralen Testamentsregister (ZTR) registriert. Damit haben Sie die Gewissheit, dass Ihre Erben und Vermächtnisnehmer vom Nachlassgericht über Ihren letzten Willen in Kenntnis gesetzt werden.

    Weitere Informationen finden sie unter www.testamentsregister.de. Die Registergebühren betragen 18 € für Einzeltestamente und 36 € für gemeinschaftliche Testamente. Die Registrierung Ihres handschriftlichen Testamentes können Sie durch eine notarielle Beurkundung oder durch die Hinterlegung beim Amtsgericht veranlassen.

    Verwahren Sie Ihr Testament nicht in einem Bankschließfach oder einem ähnlichen Versteck und informieren Sie eine Person Ihres Vertrauens über den Hinterlegungsort.

     

  • Steuerklassen, Freibeträge und Steuersätze

    Im Erbfall kann nach Abzug der Freibeträge Erbschaftssteuer anfallen. Je nach Verwandtschaftsgrad gelten für die Erben verschiedene Steuerklassen, nach denen sich die Freibeträge und Steuersätze richten.

    Ehepartner und eingetragene Lebenspartner haben einen Freibetrag von 500.000 €, Kinder 400.000 € je Elternteil und Geschwister 20.000 €.

    Als gemeinnützige Organisation ist UNICEF von der Erbschaftssteuer befreit. Deshalb kommt die Spende, die Sie UNICEF zuwenden, in voller Höhe unserem Auftrag für Kinder zugute.

    Testament: Tabelle für Erbschaftsteuerklassen und -freibeträge
    Testament: Tabelle für den Prozentsatz in der Steuerklasse
  • Hinterlegung Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten können Sie beim Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) registrieren lassen: www.vorsorgeregister.de

    Der Gesetzgeber stellt Ihnen mit dem ZVR ein Registersystem zur Verfügung, damit Ihre Vorsorgeurkunde im Betreuungsfall auch gefunden wird. Mehr als 3 Mio. Bürgerinnen und Bürger haben ihre Vorsorgeurkunde bereits im Zentralen Vorsorgeregister registriert.

    Sie können eine Vollmacht über das Internet bereits ab 13 € registrieren lassen.