

In ihrer Rolle als James Bond haben Sie auf der Ganzen Welt gegen das Böse gekämpft- Danach haben sie eine neue Mission übernommen. Was bedeutet ihre Aufgabe als UNICEF-Botschafter für Sie?
Der Hauptunterschied zwischen meinen Einsätzen als Bond und für UNICEF ist, dass Bond einfach nur ein Spiel war, reine Unterhaltung, die einem Drehbuch folgte. Das Leben als UNICEF-Botschafter ist das wirkliche Leben… dafür gibt es kein Drehbuch. Es geht um Menschlichkeit, um Kinder und ihre Mütter. Bond hat mir zu einer Bekanntheit verholfen, die ich für UNICEF nutzen kann, um Präsidenten, Premierminister und andere Würdenträger zu treffen, mit denen es wichtige Dinge zu besprechen gibt. Jeder möchte doch gerne James Bond treffen!
UNICEF nimmt heute den größten Teil meiner Zeit und die meiner Frau Kristina ein. Ich kümmere mich unglaublich gerne um Kinder, ganz besonders um Kinder, die nicht so viel Glück hatten. Ich will so viel Einfluss und Überzeugungskraft geltend machen wie ich kann, um die Situation der Kinder zu verbessern.
Was bedeuten Kinder für Sie persönlich?
Die Kinder sind die nächste Generation. Sie sind die Zukunft der Erde. Sie sind das wichtigste, das wir als Eltern in unserem ganzen Leben haben werden. Kinder haben aber auch eigene Rechte, so wie sie in der UN-Konvention über die Rechte der Kinder festgeschrieben sind. Jedes, und ich meine wirklich jedes Kind, sollte in den Genuss der grundlegenden Gesundheitsfürsorge und Bildung kommen.
Was muss geschehen, um die Situation von bedürftigen Kindern zu verbessern?
UNICEF wird von den Vereinten Nationen nicht finanziell unterstützt; es ist abhängig von Spenden, die Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen freiwillig geben. Um unseren Auftrag erfüllen zu können, benötigen wir Geldmittel. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, Spenden für UNICEF zu beschaffen und auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen. Wenn Regierungen schon nicht finanziell helfen, dann sollten sie die Kampagnen von UNICEF stärken und die Kinderrechte in ihren Ländern umsetzen. Wenn jede Regierung auf ihrem Territorium zum Beispiel sicherstellen würde, dass alle Kinder zur Schule gingen, könnte ein Großteil der Armut und Krankheit von diesem Planeten verschwinden. Wenn die Menschen lesen können, dann können sie sich auch über die Gefahren zum Beispiel von HIV und AIDS informieren und sich schützen.

Welche Erfahrung als UNICEF-Botschafter hat Sie am meisten berührt?
Da sind so viele Erfahrungen, sowohl traurige als auch glückliche. Wenn man Kinder lachen sieht, wenn sie Zeuge davon werden, dass das erste Mal in ihrem Leben fließendes Wasser aus einem Hahn kommt, wenn man Kinder sieht, denen durch Landminen Gliedmaßen fehlen oder die schlimme Verbrennungen erlitten haben… Kinder, deren Leben wegen Unterernährung viel zu früh zu Ende geht, Kinder, die durch AIDS Waisen geworden sind.
Die Kinder, die meine Frau Kristina und ich treffen, berühren und inspirieren uns immer gleichermaßen. Nur dadurch, dass wir diese Kinder treffen, können wir ihre Probleme erst wirklich erfassen. Sie zu treffen verzehnfacht unseren Antrieb, uns noch mehr für die Kampagnen und Ziele von UNICEF einzusetzen.
Wer waren und sind ihre Helden oder Vorbilder?
Als Kind ging ich in London oft ins Kino, um mir Filme mit Stewart Granger anzusehen. Er war mein Held, und als ich an der Schauspielschule angenommen wurde, rannte ich nach Hause zu meiner Mutter und erklärte ihr, dass ich der „nächste Stewart Granger“ werde. Natürlich wurde ich nicht der nächste Stewart Granger, aber ich habe ihn wirklich getroffen und habe viele Jahre später auch mit ihm zusammengearbeitet. Das war etwas ganz besonderes für mich. Heute bewundere ich Menschen wie Kofi Annan und Nelson Mandela. Sie haben so viel für die Menschenrechte getan und unsere Erde wirklich verbessert.
War Ihre Rolle als James Bond nur ein Job für Sie, oder hat sie mehr bedeutet? Würden Sie diese Rolle noch mal spielen, wenn man Sie fragen würde?
Bond war eine Filmrolle. Bond war und ist eine Legende. Und natürlich ein Job, ein wunderbarer Job, den wahrscheinlich jeder Schauspieler gerne einmal machen würde. Ich habe jede Minute genossen – er hat mir finanzielle Sicherheit und Ruhm gegeben und mir ermöglicht, die Welt zu bereisen, dabei mit einigen der schönsten Frauen und besten Schauspielern zusammenzuarbeiten. Und ich wurde auch noch dafür bezahlt!
Um die Rolle noch mal zu spielen bin ich wohl etwas zu sehr in die Jahre gekommen – all die Stunts und Explosion - da würde mein Herz wohl nicht mehr ganz mitmachen!
Mein Engagement für UNICEF ist keine Rolle, die ich spiele. UNICEF-Botschafter zu sein ist totale und selbstlose Hingabe. Es ist das wichtigste, was ich bisher getan habe.
Was wünschen sie sich für sich selbst und auch für die Welt?
Ich wünsche mir, der älteste lebende Mensch auf der Welt zu sein. Das wäre wirklich schön! Für die Welt wünsche ich mir… Frieden, Glück und eine Gesellschaft, die sich um die Schwächsten kümmert.
Helfen Sie mit, dass Kinder gesund und sicher aufwachsen und zur Schule gehen können. Danke!
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