Kinderarbeit in Indien

INDIEN: BILDUNG UND SCHUTZ FÜR KINDER

UNICEF BRINGT MÄDCHEN UND JUNGEN IN DIE SCHULE, DIE HART ARBEITEN MÜSSEN

Die Spuren schwerer Arbeit sieht man an ihren Händen, an ihrer Haltung. Thimmalamma lächelt vorsichtig, denn noch kann sie es kaum glauben: Die jahrelange Arbeit auf der Baumwollfarm, die sie hier ein letztes Mal zeigt, ist für sie Vergangenheit. Sie darf zur Schule gehen. Das ist für Thimmalamma fast wie ein Wunder. Elf, zwölf Stunden täglich schuftete sie gemeinsam mit ihren Schwestern auf den Feldern in sengender Hitze, von klein auf an. Nun ist das Mädchen vierzehn und kann zum ersten Mal in ihrem Leben lernen.

Denn UNICEF hat in den Bundesstaaten Andhra Pradesh und Karnataka ein Bildungsprogramm gestartet. Ihre Spenden machen es möglich, dass zehntausende von Kindern zur Schule gehen können. UNICEF bringt auch Gemeinden und Arbeitgeber an einen Tisch – und bekämpft so wirksam die Ursachen von Kinderarbeit. Die ersten 3.000 Baumwollfarmer haben sich bereits verpflichtet, keine Kinder mehr zu beschäftigen. Sie können helfen, Kinderarbeit zu stoppen und ehemalige Kinderarbeiter in die Schule zu bringen – vielen Dank!

Helfen Sie jetzt, Kinderarbeit zu stoppen

Hefte und Stifte für zehn Kinder
Tisch und Stühle für vier Schülerinnen
Aufklärung von fünf Arbeitgebern über Kinderarbeit

Wie Sklaven: Kinder in der Baumwollindustrie

Rund 220.000 Kinder unter 14 Jahren arbeiten in Indiens Baumwollindustrie. Besonders Mädchen sind beliebte Arbeitskräfte für die Saatgutproduktion, weil sie so geschickt und fügsam sind. Die Arbeit auf dem Feld ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Denn die Farmer setzen reichlich Pflanzenschutzmittel ein, das zu Kopfschmerzen, Schwindel, Ausschlägen und Atemnot führt.

Doch kein Kinderarbeiter würde es wagen, sich krank zu melden. Wer nicht zur Arbeit kommt, bekommt keinen Lohn – eine Katastrophe für die Fami-lien, die in bitterer Armut leben. Während der Hochsaison sind die Kinder monatelang von ihren Familien getrennt. Sie hausen in einfachsten Hütten – weit weg von zu Hause, Willkür und Missbrauch ihrer Arbeitgeber wehrlos ausgeliefert. Zur Schule gehen die wenigsten.

So hilft Ihre Spende

Mit Ihrer Hilfe ist es bereits gelungen, Kinderarbeit in der Baumwollindustrie im Distrikt Karnataka zurückzudrängen. Jetzt sollen auch Kinder im Distrikt Koppal erreicht werden.

  • Schule für arbeitende Kinder: Das wichtigste Mittel im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit ist Bildung. Im Distrikt Koppal in Südindien will UNICEF mit Ihrer Hilfe möglichst jedes Kind in die Schule bringen. Die Mädchen und Jungen erhalten deshalb kostenlos Schulmaterial und -uniformen. In Brückenschulen können ehemalige Kinderarbeiter den verpassten Schulstoff nachholen.
  • Aufklärung und Unterstützung: Damit Eltern ihre Kinder zur Schule schicken, müssen sie davon überzeugt sein, dass Zeit und Mühe sich lohnen. UNICEF schult deshalb die Lehrer darin, in den Dörfern für den Schulbesuch zu werben und die Probleme ausbeuterischer Kinderarbeit offen anzusprechen. Mit Broschüren und Veranstaltungen in den Dörfern klärt UNICEF auch darüber auf, dass Pflanzenschutzmittel viele Kinder krank machen. Gemeinsam mit den Baumwollbauern suchen die Helfer nach Alternativen.
  • Neue Perspektiven in den Dörfern: Auf die Mitarbeit der Kinder lässt sich nur dann verzichten, wenn die Erwachsenen das Leben aus eigener Kraft bestreiten können. UNICEF hilft Frauen und Mädchen, Spargruppen oder eine kleine, landwirtschaftliche Genossenschaft zu gründen. Das stärkt ihre Position im Dorf und gegenüber den Arbeitgebern. Bei regelmäßigen Treffen lernen sie, ihre rechtlichen Möglichkeiten gemeinsam besser durchzusetzen und erfahren, wo sie Fälle von Ausbeutung anzeigen können. In Jugendclubs können sich Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren treffen und zum Beispiel das Arbeiten mit dem Computer lernen.

WEITERE THEMEN

Kinderarbeit

Kinderarbeit: Gemeinsam gegen Ausbeutung

Schaufeln, bis die Hände wund und voller Blasen sind. Mit gebücktem Rücken den ganzen Tag arbeiten: Kinderarbeit ist an vielen Ecken zu finden, manchmal ganz offensichtlich, manchmal abgeschottet. Weiterlesen


Straßenkinder in Äthiopien: Krudell beim Malen im Kinderzentrum. © UNICEF.

Äthiopien: Nie mehr allein und schutzlos auf der Straße

Essen, spielen, lernen und sich sicher fühlen – UNICEF richtet Anlaufstellen für Straßenkinder ein und bietet Ihnen eine Perspektive. Weiterlesen


Kenia: Kindern eine Zukunft geben

Kenia: Kindern eine Zukunft ermöglichen

In Kenia lebt fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Kinder aus den städtischen Slums. UNICEF hilft den Kindern nachhaltig. Weiterlesen