Kosovo: Roma-Kinder unterstützen

KOSOVO: LICHTBLICK FÜR ROMA-KINDER

MIT BILDUNG AUS DEM ABSEITS

„Schule ist schön“, schreibt Gjejlane, 10, schlicht auf einen Zettel. Mit Schule meint das gehörlose Mädchen (im Bild rechts) das UNICEF-Bildungszentrum. Hier kann sie jeden Tag lernen und spielen und erhält speziellen Förderunterricht für Gehörlose. Es ist nur eine kleine Blockhütte aus Holz, aber es ist ein warmer Ort, sauber und hell. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen, Kinder lachen, toben, spielen unbeschwert. Für Gjejlane ein Lichtblick im trostlosen Flüchtlingslager Leposavic. Die Familie lebte fast 20 Jahre lang in Deutschland – dann wurde ihre „Duldung“ nicht mehr erneuert.

„Menschenunwürdig“ schreibt die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali über dieses Lager in ihrem Reisetagebuch. Überall Müll, Fäkaliengeruch, Hoffnungslosigkeit. Roma bedeutet „Mensch“. Doch menschenwürdig sind die Zustände nicht, unter denen viele Roma und ihre Kinder in Kosovo leben. Manchmal hausen bis zu acht Menschen in einem 15-Quadratmeter-Raum, ohne Toilette und Waschmöglichkeit. UNICEF-Spender geben den Kindern die Chance auf Bildung. So können sie ihren Gemeinschaften helfen und werden oft zu echten Vorbildern. „Viele kleine Lichtblicke“, so beschreibt Dunja Hayali die UNICEF-Arbeit in Kosovo.

Helfen Sie den Roma-Kindern

100 Schulhefte
einen Monat lang tägliches Mittagessen für ein Kind
Schulbücher für die Einschulung

Roma-Kinder brauchen Chancen

Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter, kurz Roma, gehören überall in Europa zu den am stärksten ausgegrenzten Volksgruppen. Sie leben meist am Rande der Gesellschaft, schon die Kinder werden gemieden und kaum gefördert. Besonders schlimm ist die Situation im Kosovo. Nach den Bürgerkriegen leben hier bis zu 45.000 Menschen in Armenvierteln und Notlagern – beispielsweise im Viertel Roma Mahala in Mitrovica, das im Krieg niedergebrannt und geplündert wurde. Roma-Kinder werden medizinisch schlechter versorgt und beim Schulbesuch benachteiligt: Viele sprechen nur ihre eigene Sprache Romanes und können dem Unterricht kaum folgen.

Besonders erbärmlich sind die Zustände im Lager Leposavic im Norden von Mitrovica. Das Camp liegt in der Nähe von Kohle-, Blei- und Zink-Minen und verseuchten Abraumhalden. Viele Kinder haben gefährlich viel Blei in Blut und Knochen. Die Vergiftungen können zu Nerven- und Hirnschädigungen sowie Entwicklungsstörungen führen. Viele Eltern fristen ihr Dasein mit dem Einschmelzen von Altmetall und Batterien – meist wissen sie nicht um die Gefahr. Viele wissen auch nicht, wie sie selbst ihren Kindern helfen oder wo sie Unterstützung bekommen können.

Ihre Spende wirkt

Mit Ihrer Hilfe kann UNICEF Roma-Kinder fördern und ihnen helfen, in der Schule Erfolg zu haben – denn Bildung ist das wichtigste Sprungbrett in ein besseres Leben.

  • Bildungsangebote für Kinder: UNICEF unterstützt in Leposavic, in Roma Mahala und weiteren Roma-Vierteln Betreuungsangebote für Kinder im Kindergartenalter. In Gemeindezentren unterstützen Helfer Schulkinder bei den Hausaufgaben und beim Erlernen der serbischen Sprache. Die Kinder spielen und singen gemeinsam oder treiben Sport. UNICEF stattet die Kinder mit Schulmaterial aus und schult die Betreuer. In Bildungskursen können auch die Eltern Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. UNICEF bringt sie mit Lehrern und Gemeindevertretern zusammen, um Vorurteile abzubauen und sich gemeinsam für die Kinder einzusetzen.
  • Gesundes Essen und Betreuung: Für alle Kinder in Leposavic, die an den Bildungsangeboten teilnehmen, stellt UNICEF täglich ein gesundes Mittagessen und Obst bereit. Die zusätzlichen Nährstoffe sind besonders wichtig für Kinder, die von Bleivergiftungen betroffen sind. Ein Psychologe hilft den Familien im Lager, Entwicklungsstörungen ihrer Kinder zu erkennen und sie zu fördern. Freiwillige Helfer aus der Roma-Gemeinde besuchen die Familien regelmäßig. Sie klären auch über Hygiene und gesundheitliche Gefahren auf.
  • Aufklärung und Eingliederung: In Regionen, in denen viele Roma und andere benachteiligte Gruppen leben, klärt UNICEF über ihre schwierige Situation auf und macht Hilfsangebote bekannt. UNICEF schult freiwillige Helfer sowie Mitarbeiter von Gesundheitsstationen und stattet sie mit Informationsmaterial aus. Wir helfen den lokalen Behörden, Aktionspläne zur Wiedereingliederung von Roma-Familien zu entwickeln. So sollen die Familien im Leposavic-Lager schnell umziehen können. UNICEF hilft auch in ihren neuen Wohnvierteln, Bildungsangebote zu schaffen und die medizinische Versorgung zu verbessern.

WEITERE THEMEN

Rumänien: UNICEF-Mitarbeiterin mit Roma-Kindern

Rumänien: Schule für Roma-Kinder

Rund eine Million Roma-Kinder leben in Rumänien. Schon in jungen Jahren sind sie benachteiligt. UNICEF möchte allen Kindern eine gute Bildung ermöglichen. Weiterlesen


Straßenkinder in Äthiopien: Krudell beim Malen im Kinderzentrum. © UNICEF.

Äthiopien: Nie mehr allein und schutzlos auf der Straße

Essen, spielen, lernen und sich sicher fühlen – UNICEF richtet Anlaufstellen für Straßenkinder ein und bietet Ihnen eine Perspektive. Weiterlesen


Kinderarbeit in Ecuador

Ecuador: Schule statt Müllkippe

Mehr als eine halbe Million Kinder in Ecuador schuften, damit ihre Familien über die Runden kommen oder um alleine auf der Straße zu überleben. UNICEF hilft. Weiterlesen