
Was ist Krieg?
Wenn zwei Menschen nicht einer Meinung sind, gibt es manchmal Streit – das ist ganz normal. Wenn verschiedene Gruppen oder Länder Streit haben, kann daraus ein Krieg werden. Wir erklären in diesem Beitrag, was Krieg ist, warum er passiert und was Krieg für die Menschen bedeutet.
von UNICEF-Redaktion
Das Wichtigste in Kürze
- Krieg nennt man es, wenn zwei oder mehr Länder oder Gruppen Streit haben und anfangen, gegeneinander zu kämpfen.
- Für die Menschen bedeutet ein Krieg großes Leid: Häuser und Straßen werden zerstört und viele Menschen werden verletzt oder sterben.
- UNICEF hilft Kindern in Kriegsgebieten etwa mit sauberem Wasser, Medikamenten und Notschulen, damit sie gesund bleiben und weiter lernen können.
Was bedeutet Krieg für die Menschen?
Wenn verschiedene Länder oder Gruppen Streit haben und versuchen, den Streit mit Gewalt zu lösen, dann nennt man das Krieg. Es kann Krieg zwischen zwei Ländern geben, aber auch zwischen vielen Ländern, wie im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Auch in einem einzelnen Land können unterschiedliche Gruppen einen Krieg gegeneinander führen.
Meistens werden bei einem Krieg Waffen benutzt, wie Bomben und Gewehre. Dabei werden Häuser, Straßen und ganze Landschaften zerstört. Oft werden dabei Menschen verletzt oder getötet – darunter auch Kinder.
Warum gibt es Krieg?
Krieg entsteht meistens dann, wenn Länder oder Gruppen es nicht schaffen, einen Streit friedlich zu lösen. Oder wenn sie mit Gewalt etwas erzwingen wollen, was ein anderes Land oder eine andere Gruppe nicht will.
- Macht: Manchmal möchte eine Gruppe über eine andere bestimmen. Oder ein Land will einen Teil von einem anderen Land abhaben und versucht, diesen Teil mit Gewalt einzunehmen.
- Land und Besitz: Wenn es in einem Land nur wenige Wasserstellen oder fruchtbare Ackerflächen gibt, dann kann es passieren, dass Gruppen um diese Gebiete kämpfen. Auch wenn es wertvolle Rohstoffe wie Öl oder Gold im Boden gibt, kann es Streit darum geben, wem diese Rohstoffe gehören.
- Glaube: Manchmal greift eine Gruppe eine andere Gruppe an, weil sie an etwas anderes glaubt oder andere Werte hat als sie selbst. Auch das kann zu einem Krieg führen.
- Angst: Manchmal fangen Kriege an, weil ein Land sich von einem anderen Land bedroht fühlt. Weil sie Angst haben, dass sie ihre Macht verlieren, greifen sie lieber zuerst an und lösen vielleicht einen Krieg aus.
Kann ein Krieg auch nach Deutschland kommen?
Seit 2022 herrscht in der Ukraine Krieg. Die Ukraine ist ein Land in Europa – also auf dem gleichen Kontinent wie Deutschland. Das ist ein Grund warum sich viele Menschen bei uns fragen, ob ein Krieg auch nach Deutschland kommen kann.
Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass in Deutschland ein Krieg anfängt. Deutschland gehört zur NATO. Das ist eine Gruppe von vielen Ländern, die versprochen haben, dass sie sich gegenseitig helfen, wenn ein Land angegriffen wird. Das macht die einzelnen Länder stärker und schützt sie vor einem Krieg.
Deutschland hat in den letzten hundert Jahren zweimal sehr schlimme Kriege geführt. Das ist schon lange her. Aber weil diese Kriege so viel Leid verursacht haben, hat Deutschland sich selbst versprochen, dass es nie wieder Krieg führen will.
Welche Arten von Krieg gibt es?
Jeder Krieg ist anders: Manche dauern Jahre, manche nur wenige Tage. Bei manchen Kriegen kämpfen viele Länder gegeneinander, bei anderen nur zwei kleine Gruppen. Manchmal werden Auseinandersetzungen auch “Konflikt” genannt.
- Krieg zwischen Ländern: Zwei oder mehr Staaten kämpfen gegeneinander. Das nennt man auch einen zwischenstaatlichen Krieg. So ein Krieg ist zum Beispiel der Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
- Krieg innerhalb eines Landes: Bei einem innerstaatlichen Krieg kämpfen mehrere Gruppen in einem Land gegeneinander. Solche Kriege werden auch Bürgerkriege genannt. Im afrikanischen Land Sudan zum Beispiel kämpft gerade eine Gruppe von Rebellen gegen die Armee des Landes.
- Krieg außerhalb eines Landes: Manchmal führt ein Land einen Krieg außerhalb des eigenen Landes. Das war zum Beispiel bei den Kolonialkriegen vor etwa 300 Jahren so. Vereinfacht gesagt, hatten Herrscher in Europa Länder in Afrika und Asien besetzt und die Menschen dort ausgebeutet. Als sich die unterdrückten Länder gewehrt haben, haben die europäischen Länder einen Krieg angefangen, obwohl die Länder ihnen gar nicht gehörten.
Welche Folgen haben Kriege für Kinder?
Kriege richten schlimme Zerstörung an und verursachen großes Leid bei den Kindern und Familien. Oft dauert es viele Jahre, um ein Land nach einem Krieg wieder aufzubauen.
Die Waffen, die im Krieg benutzt werden, verletzen und töten viele Menschen – auch Familien und Kinder. Oft sterben Kinder im Krieg auch an Hunger, Kälte und Krankheiten, weil es keine Lebensmittel mehr gibt und weil die Ärztinnen, Ärzte und Krankenhäuser keine Medikamente mehr haben oder zerstört sind.
Große und gefährliche Waffen wie Bomben und Panzer zerstören Häuser, Straßen, Brücken, Fabriken und Ackerflächen. Das ist gefährlich für die Menschen, aber es führt auch dazu, dass viele nicht mehr arbeiten oder Lebensmittel anbauen können. Auch Schulen können von Bomben getroffen werden. Das ist für die Kinder sehr gefährlich und auch schlimm, wenn ihre Schule zerstört wird und sie nicht mehr zum Unterricht gehen können.
Wenn in einem Land gekämpft wird, müssen viele Menschen fliehen. Zum Beispiel, weil ihr Zuhause zerstört wurde und sie keinen Platz mehr zum Wohnen haben. Oder weil sie Angst haben, dass sie oder ihre Familie bei den Kämpfen verletzt wird. Die Menschen fliehen oft in andere Länder und müssen sich dort ein ganz neues Leben aufbauen. Vor allem für Kinder ist die Flucht sehr schlimm. Sie können meistens keine persönlichen Sachen mitnehmen und verlieren auf der Flucht ihre Freundinnen und Freunde aus den Augen.
Wenn Städte, Ackerflächen und Fabriken zerstört werden, können viele Menschen nicht mehr arbeiten. Gleichzeitig gibt es weniger Lebensmittel. Die Menschen haben kein Geld und Eltern können dann ihre Kinder nicht mit ausreichend Essen versorgen. Manchmal gibt es auch keinen Schulunterricht für die Kinder und keine Krankenhäuser mehr, weil der Staat die Lehrkräfte und Ärztinnen und Ärzte nicht mehr bezahlen kann.
Die Länder oder Gruppen, die Krieg gegeneinander führen, haben oft großen Hass aufeinander. Je länger der Krieg dauert, desto schlimmer wird die Ablehnung. Das kann dazu führen, dass Menschen diskriminiert werden oder Gewalt erfahren, weil sie zu einem bestimmten Land oder einer Gruppe gehören. So etwas zu erleben, kann Kinder für ihr ganzes Leben prägen.
Wie kann man einen Krieg beenden?
Damit ein Krieg aufhört, müssen die Gruppen oder Länder, die den Krieg führen, aufhören zu kämpfen. Sie müssen miteinander reden und einen Friedensvertrag schließen, in dem genau festgelegt ist, wie sie sich in Zukunft verhalten. Das ist manchmal gar nicht so einfach – genau wie wenn zwei Menschen miteinander streiten und keiner nachgeben will. Darum helfen manchmal andere Länder mit, damit sich die Gegner einigen. Die Vereinten Nationen (UN) zum Beispiel versuchen bei Kriegen zu erreichen, dass die Kriegsländer miteinander sprechen und eine Lösung finden.
Wie hilft UNICEF Kindern bei Kriegen und Konflikten?

Bild 1 von 5 | Impfungen und medizinische Hilfe: In Kriegsgebieten gibt es oft nicht genug Ärztinnen, Ärzte und Krankenhäuser, um allen Menschen zu helfen. UNICEF bringt Medikamente und medizinische Geräte in solche Länder. Wir liefern auch Impfstoffe, um Kinder gegen schlimme Krankheiten wie Cholera, Masern oder Malaria zu impfen. Auf dem Bild oben wird gerade ein Baby in Äthiopien geimpft.
© UNICEF/UN0901533/Bizuwerk
Bild 2 von 5 | Hilfe gegen Hunger und Mangelernährung: In Ländern, in denen Krieg herrscht, können die Menschen oft nicht genug Lebensmittel anbauen. Oder sie müssen fliehen und können darum kein Geld verdienen, um Essen für ihre Familie zu kaufen. Wir helfen untersuchen mangelernährte Kinder und helfen ihnen mit Spezialnahrung, wie in Gaza oben im Bild. So kommen sie wieder zu Kräften und können sich gesund entwickeln.
© UNICEF/UN0901834/Ba
Bild 3 von 5 | Hilfe für Menschen in Flüchtlingslagern: Viele Kinder fliehen vor dem Krieg in andere Länder. Dort leben sie in riesigen Flüchtlingslagern, in denen es ihnen oft nicht gut geht. Sie haben dort kein Kinderzimmer und häufig keine richtigen Toiletten. Wir setzen uns dafür ein, dass die geflüchteten Kinder in Lagern wie hier in Bangladesch sauberes Trinkwasser haben und dass sie zur Schule gehen können.
© UNICEF/UNI878444/Mukut
Bild 4 von 5 | Schulbildung: Im Krieg ist es für Kinder oft schwer, regelmäßig zur Schule zu gehen. Manchmal sind die Schulen zerstört worden. Oder es gibt keine Lehrerinnen und Lehrer, die den Unterricht machen können. Viele Kinder fliehen auch vor dem Krieg und können deshalb nicht zur Schule gehen. UNICEF baut Notschulen auf, wie hier in Gaza, damit die Kinder weiter lernen können.
© UNICEF/UNI959745/Eleyan
Bild 5 von 5 | Hilfe für traumatisierte Kinder: Viele Kinder haben im Krieg große Angst und erleben schlimme Dinge. UNICEF richtet in Kriegsgebieten und in Flüchtlingslagern kinderfreundliche Orte ein, wie im Sudan oben im Bild. Hier können die Kinder sicher und unbeschwert spielen oder mit Helferinnen und Helfern über ihre Ängste sprechen. So fällt es ihnen leichter, die Erlebnisse aus dem Krieg zu verarbeiten.
© UNICEF/UN0893536/Nakibuuka
Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.