UNICEF und die Kinderrechte

UN-KINDERRECHTSKONVENTION: UNICEF IM EINSATZ FÜR DIE RECHTE VON KINDERN

UNSER AUFTRAG: SCHUTZ VON WOHL UND WÜRDE ALLER KINDER

Als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen setzt sich UNICEF (United Nations Children’s Fund) für den Schutz und die Verwirklichung der Kinderrechte ein, die einem Kind ungeachtet seiner Hautfarbe, Religion, Sprache, Herkunft oder sonstigen Status zustehen. Die UN-Kinderrechtskonvention steht im Zentrum unserer Arbeit – eng verbunden mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. UNICEF wurde 1946 angesichts der Not vieler Kinder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet.

Mittlerweile sorgt das UN-Kinderhilfswerk dafür, dass die Rechte der Kinder in jedem Land der Erde geachtet werden – besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Auf Grundlage der Kinderrechtskonvention, die 1989 verfasst und 1992 von Deutschland ratifiziert wurde, unterstützt UNICEF in rund 150 Ländern Programme, damit Kinder ihr Recht auf Überleben, Lernen, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, eine saubere Umwelt sowie Chancengerechtigkeit verwirklichen können. 

Aleppo: Basma Ourfali spricht mit Kindern im Dorf Dewerieh

Im Dorf Dewerieh im Süden von Aleppo spricht UNICEF-Mitarbeiterin Basma Ourfali mit einer Mutter und ihren Kindern. 
© UNICEF Syria/2018/Al-Issa

Die Mission von UNICEF: Kinderrechte stärken und durchsetzen

In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen steht die Stärkung der Rechte von Kindern an oberster Stelle. Kinder sind mit ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen und müssen im gesellschaftlichen Zusammenleben eine Stimme haben, genau wie die Erwachsenen. Die einzelnen Rechte, auf die Kinder weltweit ein Anrecht haben, sind in der Kinderrechtskonvention festgehalten. Jedes Kind hat das Recht auf Leben, Gesundheitsvorsorge, Bildung sowie auf Schutz vor Gewalt und Ausbeutung. Ebenso wichtig ist es, den Willen eines Kindes zu berücksichtigen, Meinungs- und Informationsfreiheit, Zugang zu Medien sowie Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sicherzustellen.

Die Kinderrechtskonvention als internationales Übereinkommen

In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen sind die einzelnen Aspekte, die für Kinder ein gutes Leben gewährleisten sollen, niedergeschrieben. Bis auf die USA haben alle Staaten die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Damit geht die völkerrechtliche Anerkennung einher, für das Wohlergehen von Kindern zu sorgen. UNICEF versteht sich als Institution, deren Auftrag es ist, die Kinderrechte weltweit zu verwirklichen. Die UNICEF-Länderprogramme machen es möglich, dieser Mission flächendeckend nachzukommen.

Kinder sind unsere Zukunft, doch ihre Rechte gelten heute und zu jeder Zeit. UNICEF sorgt auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention dafür, dass die Rechte der Kinder heute wie morgen respektiert und gefördert werden.

Das auch als Konvention über die Rechte des Kindes bekannte Übereinkommen können Sie sie hier in voller Länge auf Deutsch nachlesen:

Eckpfeiler der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen

Im Nachfolgenden veranschaulichen wir Ihnen die wesentlichen Punkte der Kinderrechtskonvention auf einen Blick:

  • Das Recht auf Leben und persönliche Entfaltung
    Das Recht auf Leben ist das Grundlegendste aller Menschenrechte. In der Kinderrechtskonvention ist das Recht auf Leben in Artikel 6 verankert. Laut Absatz 2 desselben Artikels sind das Überleben und die Entwicklung des Kindes durch die Vertragsstaaten in „größtmögli-chem Umfang“ sicherzustellen. Diesem Ziel stehen leider Millionen von Kindern gegenüber, die nicht einmal ihren 5. Geburtstag erleben, weil es an einfachen Mitteln zur Behandlung von Krankheiten oder an Nahrung fehlt. UNICEF hilft, das zu ändern. (vgl. Artikel 6)
  • Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz der Würde
    Die Grundlage der Kinderrechtskonvention ist die Anerkennung, dass für ein Kind, wie für Erwachsene, die Prinzipien der Gleichheit und Würde inklusive der Unveräußerlichkeit ihrer Rechte gelten. Demzufolge darf ein Kind nirgends wegen seiner Herkunft, Sprache, Ethnie, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, politischer oder anderer Anschauung, Vermögen, Behinde-rung, Geburt oder sonstigem Status benachteiligt werden. So müssen beispielsweise uneheli-che Kinder ehelichen in der rechtlichen Behandlung gleichgestellt sein oder der Zugang zu Bildung und Medien muss für ein Kind in jedem Land unabhängig von seiner Staatsbürger-schaft gewährleistet werden . (vgl. Artikel 2, Absatz 1; Artikel 17 & 28)
  • Vorrang des Kindeswohls
    In der Kinderrechtskonvention nimmt das Kindeswohl eine maßgebliche Rolle ein. Bei allen Maßnahmen, die sich auf Kinder auswirken können, gilt es, das Wohl des Kindes als vorrangig zu betrachten. Schutz und Fürsorge müssen bei der Wahl von Gesetzes- und Verwaltungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Kinder sind nicht ausschließlich den Eltern verantwortet; auch der Staat muss seine Pflicht zu Fürsorge und Schutz gegenüber Kindern wahrnehmen. (vgl. Artikel 3; 18)
  • Anerkennung der Meinung und des Willens des Kindes
    Um Kindern entsprechend der Kinderrechtskonvention zu begegnen, gilt es, sie ernst zu nehmen und ihren Willen zu respektieren. In Artikel 12 des Übereinkommens ist festgehal-ten, dass ein Kind das Recht hat, seine Meinung zu äußern und dass diese „angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife“ einzubeziehen sei. Das bedeutet, dass die Stimme eines Kindes nicht ignoriert werden darf. Stattdessen soll ihre Berücksichtigung dazu dienen, dass Eltern ihr Kind in der Erziehung ernst nehmen und ihrer elterlichen Verantwortung nachkommen. (Artikel 12)
Cambodia: Kinder stehen an der Tür ihrer Schule

UNICEF ermöglicht vielen Kindern weltweit den Zugang zu Bildung. In Cambodia wird außerdem ein Projekt unterstützt, das zum gewaltfreien Umgang mit Kindern beiträgt.
© UNICEF/UN077882/Llaurado

Einzelrechtsgruppen entsprechend der Eckpfeiler der UN-Kinderrechtskonvention

Aus den Grundprinzipien der Kinderrechtskonvention ergeben sich diverse Einzelrechte, die in folgende drei Gruppen eingeteilt werden können:

  1. Versorgungrechte
    In Bezug auf die Versorgungsrechte, die Kindern auf Grundlage der Kinderrechtskonvention zustehen, sind hiermit die Rechte auf Gesundheitsvorsorge, Bildung, Medien, angemessene Lebensbedingungen, Nahrung und Kleidung, eine menschenwürdige Unterkunft sowie soziale Sicherheit gemeint. Darunter fällt auch das Recht auf Identität, das heißt, dass Staatsangehörigkeit, Name sowie die gesetzlich anerkannten Familienbeziehungen zu schüt-zen sind. Damit einher geht die Sicherung des rechtlichen Status als Bürger eines Landes. (Artikel 7, 8 & 23-29)
  2. Schutzrechte
    Da Kinder besonderen Schutz benötigen, haben sie, wie in der Kinderrechtskonvention verankert, das Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sonstiger Ausbeutung, vor Suchtstoffen, sexuellem Missbrauch, vor Diskriminierung als Minderheiten bei bewaffneten Konflikten. Darüber hinaus verpflichten sich die Vertragsstaaten darauf alles zu tun, um Entführung und Kinderhandel zu verhindern und darauf, Kinder weder zu foltern noch zum Tode zu verurteilen. (Artikel 19-22, 30, 32-38)
  3. Beteiligungsrechte
    Neben dem Recht auf freie Meinungsäußerung und unbeschränkten Zugang zu Medien und Bildung haben Kinder einen Anspruch auf kindgerechte Information. Des Weiteren müssen die Vertragsstaaten darauf achten, dass Kinder das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit verwirklichen können. Ähnlich wie bei Erwachsenen sind laut Kinderrechtskonvention die Privatsphäre und Würde eines Kindes zu schützen. Im Sinne der Beteiligung steht Kindern das Recht auf Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben sowie staatliche Förderung zu. (Artikel 12-17, 31)

Schlaglichter aus der Kinderrechtskonvention

Erfahren Sie mehr über die Kinderrechtskonvention

EINSATZ FÜR KINDERRECHTE

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