© UNICEF/UNI896376/KarimiErdbeben einfach erklärt: Zwei Jungen sammeln Dinge vor ihrem vom Erdbeben zerstörten Haus ein.
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Was sind Erdbeben?

Unsere Erde besteht aus riesigen Gesteinsplatten, die sich ständig ein bisschen bewegen. In manchen Ländern der Welt entstehen dadurch Erdbeben, die große Zerstörung anrichten. Hier erfährst du, was genau bei einem Erdbeben passiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erdbeben sind Erschütterungen der Erde. Manche Erdbeben spürt man kaum. Andere sind schwere Naturkatastrophen, die große Zerstörung anrichten.
  • In Deutschland sind Erdbeben sehr selten, aber in manchen Ländern kommen sie häufig vor, etwa in Afghanistan oder Indonesien. Dort werden Häuser, Straßen und Ackerflächen zerstört und viele Menschen verletzt.
  • UNICEF unterstützt Kinder in Erdbebengebieten mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Spezialnahrung, sauberem Wasser, Notunterkünften und Medikamenten.

Warum bebt die Erde?

Wusstest du, dass unsere Erdoberfläche aus riesigen Steinplatten besteht? Diese Platten liegen übereinander und nebeneinander und bewegen sich die ganze Zeit. Meistens merken wir das gar nicht. Aber manchmal reiben die Platten aneinander oder stoßen zusammen: Dann gibt es ein Erdbeben. Manchmal entstehen Erdbeben auch, wenn ein Vulkan ausbricht.

Erdbeben heißen so, weil die Erde dann tatsächlich wackelt. Bei starken Erdbeben sind die Erschütterungen so groß, dass Häuser einstürzen und Straßen kaputtgehen. Solche Erdbeben zählen zu den schwersten Naturkatastrophen. Viele Menschen werden dabei verletzt oder sterben.

Bei uns in Deutschland gibt es fast nie Erdbeben. In manchen Ländern kommen sie aber häufig vor. Dort können Erdbeben schlimme Schäden anrichten. Besonders gefährlich sind Erdbeben für Menschen in armen Ländern. Sie verlieren bei so einer Naturkatastrophe alles, was sie haben, und geraten in große Not. Denn oft haben sie nicht genug Geld, um ihre Häuser schnell wieder aufzubauen.

Richterskala

Wie misst man, wie stark ein Erdbeben ist?

Um zu messen, wie stark und wie lange die Erde bebt, kann man die Erschütterungen des Bodens mit speziellen Messinstrumenten aufzeichnen. Diese Instrumente heißen Seismografen.

Wie stark das Erdbeben ist, wird mit Zahlen auf einer Erdbebenskala angezeigt. Diese Skala heißt Richterskala. Sie beginnt bei Stärke 1 und ist nach oben hin offen. Erdbeben der Stärke 5 sind mittelschwere Erdbeben. Dabei kann es für Menschen schon gefährlich werden. Bis heute wurde noch kein Erdbeben gemessen, das stärker war als 9,5 auf der Richterskala.

Wo gibt es die meisten Erdbeben?

Die meisten Erdbeben gibt es in Gebieten, wo die Gesteinsplatten der Erde – die tektonischen Platten – aufeinanderstoßen. Das gilt vor allem für Länder wie Japan, Indonesien und Chile. Sie liegen direkt an den Rändern der Gesteinsplatten, sodass sie die Erdbeben besonders heftig spüren. Rund 90 Prozent der Erdbeben entstehen im Gebiet des Pazifischen Feuerrings. So nennt man ein Gebiet, in dem es sehr viele Vulkane gibt und das sich wie ein Hufeisen an den Küsten des Pazifiks erstreckt.

Japan liegt an den Rändern von gleich vier verschiedenen Erdplatten. Dort gibt es jedes Jahr mehr als tausend Erdbeben. Die meisten davon spüren die Menschen aber kaum. Außerdem sind viele Häuser in Japan erdbebensicher gebaut. So gehen sie bei leichteren Erdbeben nicht kaputt.

An den Westküsten von Nord- und Südamerika gibt es ebenfalls jedes Jahr Erdbeben. In Chile wurde im Jahr 1960 mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskala das schwerste Erdbeben aller Zeiten gemessen.

Auch in einigen Ländern am Mittelmeer bebt oft die Erde. Besonders häufig passiert das im Iran und in der Türkei. Das liegt daran, dass dort die Afrikanische Platte auf die Eurasische Platte trifft.

Gibt es auch in Deutschland Erdbeben?

Auch in Deutschland werden jedes Jahr mehrere Hundert Erdbeben gemessen. Da Deutschland weit von der nächsten Plattengrenze entfernt liegt, sind die Erdbeben aber meistens so schwach, dass wir sie kaum bemerken.

Das letzte schwere Erdbeben, das in Deutschland passiert ist, hatte eine Stärke von 5,9 und war im April 1992 im Rheinland. Damals ist ein Mensch gestorben.

Welche Folgen haben schwere Erdbeben für die Menschen?

Schwere Erdbeben können sehr schlimm für die Menschen sein. Man kann nur schwer vorhersagen, wann ein Erdbeben kommt. Darum werden die betroffenen Menschen oft davon überrascht und könne sich nicht schützen. Manchmal dauert es Jahre, bis eingestürzte Häuser und Städte wieder aufgebaut sind.

  • Bei einem schweren Erdbeben stürzen Häuser ein oder werden schwer beschädigt. Menschen verlieren ihr Zuhause und sind plötzlich obdachlos.
  • Straßen und Bahnschienen gehen kaputt, wenn sich die Erde bewegt. Dadurch ist es für Helfer schwer, zu den verletzten Menschen zu gelangen.
  • Auch Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser stürzen ein, sodass Kinder nicht zur Schule gehen und kranke Menschen nicht medizinisch versorgt werden.
  • Die Erschütterungen zerstören Felder, auf denen Menschen Lebensmittel anbauen. Nutztiere wie Kühe, Ziegen oder Hühner sterben oder haben kein Futter mehr, sodass auch die Menschen nicht mehr genügend zu essen haben.
  • Häufig werden bei Erdbeben Wasserleitungen, Brunnen oder Abwasserkanäle beschädigt. Das Trinkwasser ist dann nicht mehr sauber und Krankheiten können sich ausbreiten.
  • Wenn Häuser und Straßen zusammenbrechen, können Menschen schwer verletzt oder sogar getötet werden. Oft dauert es Tage, bis man die Menschen unter den zerstörten Häusern findet.
  • Nach einem schlimmen Erdbeben haben Menschen oft Angst und fühlen sich unsicher.

Wie hilft UNICEF Kindern in Erdbebengebieten?

Autor*in UNICEF Redaktion

Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.