
Erdbebenhilfe in Venezuela: Kinder brauchen jetzt Schutz
Ende Juni 2026 wurde Venezuela von zwei schweren Erdbeben erschüttert. Rund 17.000 Menschen wurden verletzt, mehr als 5.000 kamen ums Leben. 680.000 Kinder sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Unsere UNICEF-Teams waren direkt nach den Erdbeben im Einsatz und leisten Hilfe für betroffene Familien.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Erdbeben haben eine humanitäre Katastrophe ausgelöst: Zehntausende Menschen sind obdachlos und auf Hilfe angewiesen.
- UNICEF hat bereits 82 Tonnen Hilfsgüter geliefert – darunter Trinkwasser, Medikamente, Zelte und Hygieneartikel.
- Mit einer Spende von 150 Euro können wir zum Beispiel sechs Erste-Hilfe-Sets bereitstellen.
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Aktuelle Situation in Venezuela: Tausende Familien haben alles verloren
Video: Unser UNICEF-Kollege Gabriel Vockel ist vor Ort in Venezuela und berichtet im Video kurz nach den Erdbeben, wie UNICEF die Nothilfe koordiniert.
Durch die schweren Erdbeben haben Tausende Kinder in Venezuela innerhalb von Sekunden alles verloren. Sie haben erlebt, dass Angehörige gestorben sind oder ihr Zuhause zerstört wurde. Viele Kinder sind traumatisiert.
Die Zerstörung in den betroffenen Gebieten ist gewaltig: Wohnhäuser liegen in Trümmern, Straßen, Krankenhäuser und Schulen sind zerstört. Viele Familien leben nun in Notunterkünften, wo es am Nötigsten fehlt. Auch Girly und ihre zwei Monate alte Tochter Galilea, die sie unten auf dem Bild sehen, sind betroffen. Seit den Erdbeben leben sie in einem Sportstadion in La Guaira. UNICEF hat dort eine Gesundheitsstation eingerichtet, in der Galilea eine Schutzimpfung bekommen hat.
„Während der erste Schock nun vorbei ist, reichen die humanitären Folgen weit und verschärfen die Not der Kinder, die schon vor den Erdbeben wegen der wirtschaftlichen Lage groß war", so Gabriel Vockel, stellvertretender Leiter von UNICEF in Venezuela.
Die Kinder brauchen Hilfe und Schutz. UNICEF war, ist und bleibt vor Ort, um Kinder und Familien unter anderem mit Wasser, medizinischer Hilfe, Hygieneartikeln und auch psychosozialer Hilfe zu versorgen. Für unsere Arbeit brauchen wir dringend Unterstützung.

Bild 1 von 6 | Das José-María-Vargas-Sportstadion in La Guaira ist für Girly und ihre Tochter Galilea nun ein vorübergehendes Zuhause.
© UNICEF/UN0892714/Paz
Bild 2 von 6 | Einen Tag nach den schweren Erdbeben suchen Freiwillige am 25. Juni 2026 in Caraballeda, La Guaira, in einem eingestürzten Gebäude nach möglichen Opfern.
© UNICEF/UN0876594/Parra/AFP
Bild 3 von 6 | La Guaira ist eins der am schwersten von den Erdbeben betroffenen Gebiete. Krankenhäuser und Wohnhäuser sind zerstört oder beschädigt. Viele Familien haben durch die Erdbeben ihr Zuhause verloren.
© UNICEF/UN0876806/Hernandez
Bild 4 von 6 | Kinder- und Wohnzimmer, Küche und Badezimmer: Dieses Bild zeigt eines der vielen durch die Erdbeben zerstörten Wohnhäuser.
© UNICEF/UN0876166/Parra/AFP
Bild 5 von 6 | Die Erdbeben ließen viele Gebäude einstürzen und trieben auch die Menschen in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, auf die Straße.
© UNICEF/UN0876168/Parra/AFP
Bild 6 von 6 | Familien, die ihr Zuhause verloren haben oder nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, schlafen auf öffentlichen Plätzen in Zelten.
© UNICEF/UN0876801/
So unterstützen Sie Kinder nach den Erdbeben in Venezuela
So helfen wir den Kindern nach den Erdbeben in Venezuela
Wir als Hilfsorganisation sind seit 1967 in Venezuela im Einsatz. In der aktuellen Situation arbeiten die UNICEF-Teams eng mit nationalen Behörden und Partnern vor Ort zusammen, um Kinder mit lebensrettender Hilfe zu erreichen.
Kurz nach den Erdbeben haben wir mehrere Flüge mit zusätzlichen Hilfsgütern nach Venezuela gesendet – darunter Trinkwasser, Medikamente, Zelte und Hygieneartikel für rund 100.000 Menschen. Vor Ort haben wir zusätzliches Personal mobilisiert und unsere Nothilfe in den letzten Wochen ausgeweitet.
Die UNICEF-Teams arbeiten rund um die Uhr, um Kinder und ihre Familien zu versorgen:
Wasser und Hygiene: In Notunterkünften und Gemeinden in den Erdbebengebieten stellen wir Hygienesets bereit und versorgen die Familien per Tankwagen mit sauberem Wasser. Seit den Erdbeben haben wir rund 9.000 Menschen mit Wasser erreicht.
Gesundheit: UNICEF-Gesundheitsteams liefern medizinische Hilfsgüter zum Beispiel nach La Guaira, darunter Erste-Hilfe-Sets und Medikamente. Mehr als 2.000 Menschen konnten von mobilen Teams versorgt werden, 6.400 Menschen haben Impfungen erhalten.
Ernährung: Mangelernährung war in Venezuela schon vor den Erdbeben weit verbreitet. Mangelernährte Kinder in den Erdbebengebieten brauchen jetzt umso dringender Spezialnahrung. Wir versorgen sie damit.
Kinderfreundliche Orte: Wir haben kinderfreundliche Orte in Notunterkünften eingerichtet, zum Beispiel im José-María-Vargas-Sportstadion in La Guaira. Dort können die Kinder sicher spielen, kreativ sein und neue Freundschaften schließen.
Psychosoziale Hilfe: Wir unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. In Notunterkünften können sie an UNICEF-Spielangeboten teilnehmen oder mit UNICEF-Mitarbeitenden über ihre Erlebnisse sprechen.

Bild 1 von 5 | Die zehnjährige Josbeilys ist mit ihrer Familie im Stadion in La Guaira untergekommen, das als Notunterkunft dient. Die Familie schläft dort in einem Zelt auf dem Spielfeld.
© UNICEF/UN0879568/Párraga
Bild 2 von 5 | Ein UNICEF-Team besucht am 28. Juni eine Notunterkunft im Bundesstaat La Guiara. Im Gespräch mit Erdbebenopfern finden sie genauer heraus, was Mütter und Kinder gerade am dringendsten brauchen.
© UNICEF/UN0876931/
Bild 3 von 5 | Der erste UNICEF-Hilfsflug mit 20 Tonnen medizinischen Hilfsgütern, Wasser und Hygieneartikeln kam am 27. Juni in Valencia, Venezuela, an.
© UNICEF/UN0876826/
Bild 4 von 5 | Unsere Teams vor Ort in Venezuela stellen sicher, dass Kinder und Familien in den Notunterkünften Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und sicheren Räumen bekommen.
© UNICEF/UN0876930/
Bild 5 von 5 | Im Warenlager in Panama wird eine große Hilfslieferung für Venezuela auf den Weg gebracht. Eine UNICEF-Mitarbeiterin kontrolliert die Hilfsgüter, darunter medizinische Artikel.
© UNICEF/UN0876706/
Hintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zu den Erdbeben in Venezuela
Tektonische Spannungen waren der Auslöser für die verheerenden Erdbeben vom 24. Juni 2026. Die Auswirkungen waren in großen Teilen Venezuelas spürbar.
Es waren die stärksten Beben seit mehr als einem Jahrhundert in Venezuela. Erdbeben sind Naturkatastrophen, deren Zeitpunkt nur sehr schwer vorherzusagen ist, denn Erdbeben treten unregelmäßig auf. Sie entstehen, wenn sich Erdplatten gegeneinander verschieben oder aufeinanderstoßen. Diese Gesteinsplatten sind ständig in Bewegung, was in der Regel für uns Menschen kaum spürbar ist. Wenn die Platten aber zusammenstoßen, entsteht ein Erdbeben – wie aktuell in Venezuela.
Als Epizentrum gilt Morón im Bundesstaat Carabobo. Die Erschütterungen waren unter anderem in der Hauptstadt Caracas sowie in La Guaira, Aragua und angrenzenden Bundesstaaten zu spüren. In La Guaira befindet sich einer der größten internationalen Flughäfen des Landes, die Stadt wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Im gesamten Land wurde der Notstand ausgerufen.
Es gibt Tausende Tote und Verletzte, und Zehntausende Menschen werden noch immer vermisst. Viele Kinder sind unter den Opfern.
UNICEF hat per Flugzeug zusätzliche Hilfsgüter für 100.000 Menschen nach Venezuela gebracht. Die UNICEF-Teams sind vor Ort.
Laut Angaben der Regierung in Venezuela kamen mehr als 5.000 Menschen durch die beiden schweren Erdbeben ums Leben (Stand: 23. Juli 2026). Rund 17.000 Menschen wurden verletzt. Und noch immer gelten Zehntausende Menschen als vermisst.
Weil UNICEF schon seit Jahrzehnten in Venezuela arbeitet, waren Teams bereits vor der Katastrophe vor Ort. Von Nothilfe-Expert*innen bis zu mobilen Helfer*innen: Wir als Hilfsorganisation arbeiten eng mit Partnern, lokalen Organisationen und Behörden zusammen, damit betroffene Kinder mit Hilfe versorgt werden.
Gleichzeitig haben wir unsere Kräfte weltweit mobilisiert. Nach Katastrophen wie dieser wird sofort geprüft, welche Hilfe an welchen Orten am dringendsten benötigt wird. In den weltweiten Logistikzentren von UNICEF wurden Nothilfe-Pakete zusammengestellt und in die betroffenen Gebiete geschickt. Dort verteilen lokale Teams die Hilfsgüter wie Trinkwasser, Hygieneartikel oder Medikamente an Kinder und ihre Familien.
Neben der Verteilung von Hilfsgütern ist auch die Aufrechterhaltung von Bildungsangeboten sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder wichtig. Wir haben kinderfreundliche Orte in Notunterkünften eingerichtet, um den Kindern ein wenig Alltag zurückzugeben. Dort können sie lernen, spielen und werden betreut.
Seit Jahren ist die humanitäre Lage für Kinder in Venezuela verheerend. Fast vier Millionen Kinder waren schon vor den Erdbeben dringend auf Hilfe angewiesen. Gewalt, Armut und Kriminalität haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Auch wegen der schlechten öffentlichen Gesundheitsversorgung sind viele Kinder und ihre Familien auf Unterstützung angewiesen. Es fehlt an Medikamenten und Impfstoffen, das Gesundheitssystem in Venezuela ist stark geschwächt.
Die schweren Erdbeben haben eine humanitäre Katastrophe ausgelöst: Tausende Menschen haben ihr Zuhause verloren und sind obdachlos, Krankenhäuser und wichtige Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört. Die betroffenen Kinder und ihre Familien sind nun erst einmal auf humanitäre Hilfe angewiesen, weil es an allem fehlt.
UNICEF setzt Spenden für die akute und langfristige Hilfe für Kinder in Venezuela ein. Die UNICEF-Teams sind seit Jahrzehnten im Land im Einsatz und stehen in engem Austausch mit Partnern vor Ort. Diese langjährige Zusammenarbeit trägt dazu bei, dass dringend benötigte Hilfe wie Trinkwasser und Medikamente schnell verteilt werden kann.
Tausende Familien brauchen jetzt nach den Erdbeben dringend Unterstützung. UNICEF stimmt sich mit Partnern dazu ab, welche Hilfsgüter zu welcher Zeit an welchem Ort besonders dringend benötigt werden. Wir helfen dabei, Kinder mit medizinischer Versorgung, psychosozialer Unterstützung und sauberem Wasser zu erreichen.
Jeder Euro fließt in die Hilfe für Kinder in Venezuela. Nach Katastrophen wie dieser unterstützt UNICEF langfristig auch dabei, dass Kinder wieder zur Schule gehen können – zum Beispiel durch mobile Lernzentren in Zelten.
Die Kinder in Venezuela brauchen in ihrer akuten Notlage sofort Hilfe. Am wirksamsten helfen Sie mit einer Geldspende. Wir setzen die Spenden für Venezuela für das ein, was die Kinder jetzt am dringendsten brauchen, zum Beispiel für Erste-Hilfe-Sets, Medikamente, Zeltplanen und Tabletten zur Wasserreinigung. Rund 80 Prozent Ihrer Spende für Venezuela kommen direkt im Land an. Dank Ihrer Spende können wir Kinder und Familien in Venezuela mit Nothilfe versorgen.
UNICEF hilft den Kindern in der akuten Notlage, aber auch darüber hinaus. Wir helfen Kindern langfristig, in Venezuela und in über 190 anderen Ländern weltweit. Wenn Sie Kinder auch in anderen Krisen weltweit unterstützen möchten, können Sie eine regelmäßige Spende für UNICEF einrichten. Diese Dauerspenden sichern unsere weltweite Arbeit für Kinder auch langfristig. Wir setzen sie flexibel dort ein, wo Kinder in Not sind und Hilfe brauchen.
Sachspenden können wir als internationale Hilfsorganisation leider nicht annehmen. Sie verursachen hohen Aufwand und sind deshalb sehr teuer. Außerdem passen sie oft nicht genau zu dem, was die Kinder in ihrer Situation brauchen.
Warum für UNICEF spenden?
Ihre Spende verändert Kinderleben. Unsere Teams helfen den Kindern vor Ort. Und Sie von zuhause aus.
- Sie spenden – und wir impfen Aichata in Mali als Baby gegen Malaria, damit sie besser vor der tödlichen Krankheit geschützt ist.
- Sie spenden – und wir geben dem 18-monatigen Nasratullah in Afghanistan therapeutische Nahrung, damit er wieder Energie hat zum Spielen.
- Sie spenden – und wir bohren in Tansania ein Wasserloch im Dorf von Tausi, damit die Elfjährige nicht mehr stundenlang unterwegs ist zum Wasserholen und wieder zur Schule gehen kann.
UNICEF wurde 1946 als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Seitdem setzen wir uns in über 190 Ländern für die Kinderrechte und für Kinder in Not ein. Jedes Kind ist uns gleich wichtig – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Besonders kümmern wir uns um die ärmsten und am meisten benachteiligten Kinder: Kinder in Krisenregionen, entlegenen Dörfern oder auf der Flucht.
Wir arbeiten mit Regierungen und lokalen Organisationen zusammen, um gemeinsam das Beste für die Kinder zu erreichen und ihnen direkt während einer Krise, aber auch langfristig zu helfen. Unsere Partner vertrauen uns, weil wir seit Jahrzehnten weltweit als Hilfsorganisation für Kinder anerkannt sind.
Wir sind Profis in Sachen Logistik und geübt darin, Kindern bei Krisen und Katastrophen schnell zu helfen. Das ist wichtig, denn für Kinder in Not zählt jede Minute. Innerhalb von 72 Stunden bringen wir unsere Hilfsgüter in jeden Winkel der Erde.
Wie wir das machen? Wir haben ein riesiges Warenlager in Kopenhagen – das größte humanitäre Lager weltweit. Hier verpacken wir unsere Hilfsgüter und verschicken sie dorthin, wo Kinder sie bereits dringend erwarten. Dazu kommen fünf weitere große UNICEF-Warenlager sowie hunderte kleinere Regionallager auf den verschiedenen Kontinenten. Weit über Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Beschaffung und Lieferung von UNICEF-Hilfsgütern, um Kinder und Familien für eine gesündere, sicherere und hoffnungsvollere Zukunft zu rüsten: Von Spezialnahrung und Impfstoffen bis hin zu Erste-Hilfe-Sets und Schulrucksäcken – die UNICEF-Logistik-Experten sorgen dafür, dass die wertvolle Fracht heil am richtigen Ort ankommt, egal ob per Flugzeug, Lastwagen, Schiff oder manchmal auch per Motorrad oder Lastesel.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht erfahren Sie, wie viel Geld UNICEF Deutschland eingenommen hat, in welche Länder wir die Spendengelder überwiesen haben und wie sie den Kindern vor Ort in dem Jahr konkret geholfen haben. Sie können sich im Geschäftsbericht auch darüber informieren, wie hoch die interne Kostenquote bei UNICEF Deutschland ist und wie viel wir zum Beispiel für Personal und Spendenwerbung ausgeben.
Das DZI-Spendensiegel bestätigt seit Jahren unsere verantwortungsvolle Verwaltung der Spendengelder. UNICEF Deutschland lässt sich regelmäßig prüfen, um höchste Transparenz und Seriosität zu gewährleisten. Mit dem DZI-Spendensiegel gehören wir seit vielen Jahren zu den besonders vertrauenswürdigen Spendenorganisationen.
Allein kann man wenig bewirken, gemeinsam aber viel. Mit Ihrer Spende werden Sie Teil einer großen UNICEF-Gemeinschaft. Über 300.000 Menschen in Deutschland unterstützen unsere Programme mit einer Dauerspende – zum Beispiel für Ernährung, Gesundheit, Bildung und Kinderschutz.
Dazu kommen Hunderttausende Einzelspenderinnen und -spender, Tausende Ehrenamtliche, zahlreiche Unternehmen sowie viele Prominente, die sich für UNICEF engagieren. Gemeinsam können wir die Welt für Kinder verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
© UNICEF/UNI610093/Dejongh
