
Was ist Hunger?
Menschen brauchen Essen, um zu leben. Aber in vielen Ländern der Welt gibt es Menschen, die nicht genug zu essen haben und hungern. Wir erklären in diesem Beitrag, warum es Hunger gibt und welche Folgen Hunger und Mangelernährung vor allem für Kinder haben.
von UNICEF-Redaktion
Das Wichtigste in Kürze
- Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht. Trotzdem leiden weltweit Hunderte Millionen Menschen an Hunger.
- Für Kinder ist ständiger Hunger sehr gefährlich. Sie entwickeln sich langsamer, werden schneller krank und können sogar sterben.
- UNICEF setzt sich auf der ganzen Welt dafür ein, dass Kinder nicht mehr hungern müssen, zum Beispiel mit Spezialnahrung und Medikamenten.
Was bedeutet es, wenn Menschen hungern?
Wir alle kennen das Gefühl, wenn unser Magen knurrt und wir richtig Hunger haben. Oft ist das nur für kurze Zeit: Dann essen wir einfach etwas und der Hunger ist gestillt. Dieser Hunger nervt vielleicht manchmal, er ist aber nicht gefährlich.
Es gibt aber auch anderen Hunger. Wenn Menschen über einen längeren Zeitraum zu wenig zu essen haben, werden sie schwach und müde. Sie werden auch schneller krank, weil ihr Körper nicht genug Nährstoffe bekommt, um richtig zu funktionieren. Besonders schlimm ist dieser Hunger für Kinder, weil sie noch wachsen und besonders viele Nährstoffe brauchen.
Jeder Mensch muss essen und trinken, um gesund zu bleiben. Das Recht auf Nahrung ist sogar ein Menschenrecht, das die Vereinten Nationen für alle Menschen festgelegt haben. Trotzdem gibt es viele Millionen Menschen auf der Welt, die hungern.
Was sind die Folgen von Hunger?
Wenn Menschen über längere Zeit hungern müssen, kann das schlimme Folgen haben. Für Kinder ist Hunger besonders schädlich: Wenn sie hungern, erholen sie sich manchmal ihr Leben lang nicht mehr richtig davon.
Menschen, die hungern, wiegen für ihre Körpergröße oft viel zu wenig. Bei Kindern kann man prüfen, ob sie mangelernährt sind, indem man misst, wie dick ihr Oberarm ist.
Kinder wachsen noch, ihr Körper entwickelt sich. Aber Hunger kann ihnen dauerhaft schaden. Wenn ein Kind länger nicht genug zu essen hat, kann es zum Beispiel passieren, dass es nicht so viel wächst, wie es für sein Alter normal wäre. Oder es kann passieren, dass sich sein Gehirn nicht richtig entwickelt.
Wenn Menschen hungern, sind sie ständig schlapp und müde. Der Körper hat nicht genug Energie und es ist sehr anstrengend, zu arbeiten oder sich um die Familie zu kümmern. Bei Schulkindern kann es dazu führen, dass sie im Unterricht nicht gut aufpassen können und nicht mehr mitkommen.
Wenn Menschen nicht genug Nährstoffe und Vitamine bekommen, kann ihr Körper nicht richtig arbeiten und zum Beispiel Krankheitserreger abwehren. Darum werden hungernde Menschen schneller krank und es dauert länger, bis sie sich erholen. Das ist für Kinder besonders gefährlich. Wenn ihr Körper schwach vom Hunger ist und sie gleichzeitig krank werden, wird das schnell lebensgefährlich für sie.
Unser Gehirn braucht viel Energie, um zu funktionieren. Wenn Menschen nicht genug zu essen bekommen, fällt es ihnen schwer, sich zu konzentrieren. Kinder, die hungern, entwickeln sich oft langsamer, als es für ihr Alter normal ist.
Wenn Familien hungern, müssen die Kinder oft mitarbeiten, damit alle etwas zu essen haben. Ihnen bleibt keine Zeit, um zur Schule zu gehen, sodass sie keinen Schulabschluss machen können.
In Familien, die nur wenig zu essen haben, müssen die Mädchen manchmal schon als Kinder heiraten. So sind sie aus dem Haus und müssen nicht mehr mitversorgt werden. Für die Mädchen bedeutet das oft, dass sie nicht mehr zur Schule gehen können.
Warum ist Hunger so gefährlich für Kinder?
Kinder wachsen noch. Dafür brauchen sie besonders viele Nährstoffe, die sie mit dem Essen bekommen. Wenn Kinder über längere Zeit hungern, können sie sich oft nicht richtig entwickeln: Sie wachsen langsamer und es fällt ihnen schwer zu lernen. Oft werden sie auch schneller krank, weil ihr Körper Krankheitserreger nicht so gut abwehren kann. Wenn Babys und Kleinkinder hungern, kann es passieren, dass sie ihr ganzes Leben lang unter den Folgen leiden.
Es kann sogar passieren, dass Kinder an den Folgen von Hunger sterben. Zum Beispiel, wenn sie Durchfall bekommen und zu schwach sind, um wieder gesund zu werden. Oder wenn eine schwangere Frau zu wenig zu essen bekommt und ihr Baby darum viel zu früh geboren wird. Weltweit ist Hunger der häufigste Grund dafür, dass Kinder schon vor ihrem fünften Geburtstag sterben.
Warum müssen Menschen überhaupt hungern?
In Deutschland können die meisten Menschen Geld vom Staat bekommen, wenn sie keine Arbeit haben oder wenn sie nicht arbeiten können. Aber in vielen anderen Ländern gibt es das nicht: Dort sind die Menschen auf sich allein gestellt. Viele verdienen nicht genug Geld, um Essen für sich und ihre Familie zu kaufen. Oder sie bauen ihre eigenen Lebensmittel an, aber die Ernte reicht nicht zum Leben.
Wenn Länder oder Gruppen Krieg gegeneinander führen, richtet das große Zerstörung an. Viele Menschen müssen fliehen und verlieren alles, was sie besitzen. Auf der Flucht können sie kein Geld verdienen und keine Lebensmittel mehr anbauen. Dann hungern die Menschen. Auf der Flucht leben sie oft in großen Flüchtlingslagern. Dort gibt zu wenig zu essen für alle Menschen und oft auch kein sauberes Trinkwasser.
Durch den Klimawandel wird unsere Erde heißer und trockener. In vielen Ländern herrscht Dürre, sodass auf den Feldern kein Getreide wächst und das Vieh kein Futter und Wasser findet. Wenn es regnet, dann regnet es manchmal so stark, dass alles weggespült wird. Dann haben die Menschen wieder nichts zu essen. Je weniger Lebensmittel es in einem Land gibt, desto teurer werden sie. Menschen, die nur wenig Geld haben, können sich kaum etwas zu essen kaufen und müssen hungern.
Wo auf der Welt hungern Menschen?
Etwa 645 Millionen Menschen hatten im Jahr 2025 nicht genug zu essen. Das bedeutet: Jeder dreizehnte Mensch auf der Welt hungert. Darunter sind auch Millionen Kinder.
Auf dem afrikanischen Kontinent hungern besonders viele Menschen. In vielen dieser Länder herrscht schon seit langer Zeit Armut. Es liegt aber auch am Klimawandel, der Afrika besonders stark trifft. Dürren, Stürme und Überschwemmungen kommen dort jetzt noch häufiger vor und zerstören die Lebensgrundlage der Menschen.
Besonders ernst ist die Situation in Ländern, in denen Krieg herrscht oder in denen Menschen gegeneinander kämpfen. Viele Menschen müssen ihr Zuhause verlassen und können kein Geld verdienen oder selbst Lebensmittel anbauen. Hier ist der Hunger bei vielen Kindern so schlimm, dass ihr Leben in Gefahr ist.
Was macht UNICEF, um Kinder weltweit vor Hunger zu schützen?
Viel zu viele Kinder auf der Welt haben so wenig zu essen, dass ihr Leben in Gefahr ist. Wir setzen uns dafür ein, dass kein Kind hungern muss und dass Kinder überall auf der Welt gesund und in Sicherheit aufwachsen können.

Bild 1 von 5 | Spezialnahrung gegen Mangelernährung: Wir liefern spezielle Nahrung für Kinder, die hungern oder gehungert haben und nun Hilfe brauchen. Das ist zum Beispiel Erdnusspaste und Spezialmilch. Diese Nahrung ist extra dafür entwickelt worden, damit mangelernährte Kinder wieder gesund werden und zunehmen. Die Familien bekommen die Spezialnahrung von unseren Helferinnen und Helfern, sodass sie ihre Kinder zuhause damit füttern können.
© UNICEF/UN0885323/Meerzad
Bild 2 von 5 | Sauberes Trinkwasser: Sauberes Wasser hilft zwar nicht direkt gegen den Hunger. Es sorgt aber dafür, dass weniger Kinder krank werden. Denn in schmutzigem Wasser lauern oft Krankheitserreger. Für mangelernährte Kinder ist das sehr gefährlich, weil sie ohnehin schon schwach sind. UNICEF bringt sauberes Wasser in Regionen, in denen es nur wenige Brunnen oder Wasserstellen gibt, damit die Kinder gesund bleiben.
© UNICEF/UN0905720/Ring
Bild 3 von 5 | Tipps für Eltern: In vielen Ländern gehen Helferinnen und Helfer von UNICEF in die Gemeinden und geben Eltern Tipps, wie sie ihre Kinder auch mit wenigen Lebensmitteln gut ernähren können. Sie erklären auch, dass es wichtig ist, dass Kinder Muttermilch bekommen und untersuchen die Kinder, ob sie mangelernährt sind.
© UNICEF/UN0875093/Andriantsoarana
Bild 4 von 5 | Medizin und Impfungen: In vielen Ländern, die von Hunger betroffen sind, impfen wir die Kinder gegen schlimme Krankheiten. Das hilft, damit weniger Kinder krank werden und wegen ihrer Mangelernährung sterben. Wir versorgen auch schwangere Frauen mit den wichtigsten Nährstoffen, damit ihre Babys gesund und nicht zu früh zur Welt kommen.
© UNICEF/UN0911841/Borra
Bild 5 von 5 | Gartenprojekte: Wir unterstützen Gemeinschaftsgärten und helfen Familien, eigene kleine Gärten anzulegen, damit sie selbst Lebensmittel anbauen können. Die Familien können dann mit wenigen Zutaten ein nahrhaftes Essen kochen, sodass weniger Kinder hungern müssen.
© UNICEF/UNI1000815/Ndindir
Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.