Pressemitteilung

Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche durch Ebola-Ausbruch im Osten der DR Kongo gefährdet

Mehr als 130 Kinder haben in der Provinz Ituri durch Ebola ihre Eltern verloren 

Joel Muilba (8) wäscht sich an einer von UNICEF unterstützten Schule in Ituri die Hände.

Der achtjährige Joel Muilba wäscht sich an einer von UNICEF unterstützten Schule in der Provinz Ituri, DR Kongo, die Hände.

© UNICEF/UNI993202/Ndomba Mbikayi

Schätzungsweise 2,95 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) durch den Ebola-Ausbruch gefährdet. UNICEF warnte heute, dass Kinder und Jugendliche nicht nur durch Ebola selbst, sondern auch durch den Ausfall grundlegender Dienstleistungen bedroht sind.

"Unsere Teams in Ituri haben Kinder getroffen, die ihre Mütter und in einigen Fällen beide Elternteile durch Ebola verloren haben", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. "Die Kinder versuchen, diese Bedrohung zu begreifen, während sie zugleich mit Gerüchten und Falschinformationen in den sozialen Medien konfrontiert sind."

Obwohl die Situation weiterhin dynamisch ist, entfielen mit Stand vom 19. Juni im Osten der DR Kongo rund 15 Prozent der bestätigten Ebola-Fälle und mehr als 25 Prozent der bestätigten Todesfälle auf Kinder und Jugendliche. Kinder und Jugendliche mit bestätigter Ebola-Erkrankung sterben damit fast doppelt so häufig wie Erwachsene. Dies verdeutlicht die unverhältnismäßig starken Auswirkungen des Ausbruchs auf junge Menschen.

Obwohl die Testkapazitäten zuletzt verbessert wurden, bleiben Überwachung und Kontaktverfolgung aufgrund der Unsicherheit und des eingeschränkten Zugangs erschwert. Die aktuellen Schätzungen sind daher mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Die Provinz Ituri, insbesondere die Gesundheitszonen Mongbwalu, Rwampara und Bunia, bleibt das Epizentrum des Ausbruchs. Fälle wurden zudem in Nord-Kivu und Süd-Kivu gemeldet. In Ituri erhalten derzeit 135 Kinder, die durch den Ausbruch zu Waisen wurden, Unterstützung. Diese umfasst psychosoziale Betreuung, die Vermittlung an soziale Dienste sowie alternative Betreuungsangebote.

Die Kinder in Ituri befanden sich bereits vor dem Ausbruch in einer prekären Lage. Mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist chronisch mangelernährt, zugleich sind die Impfquoten niedrig: Mehr als jedes fünfte Kind hat noch keine Erstdosis des Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erhalten. Diese Umstände machen Ebola besonders gefährlich. Die frühen Symptome können denen anderer Krankheiten wie Malaria ähneln, was die Erkennung verzögert. Gleichzeitig erhöht Mangelernährung die Anfälligkeit für schwere Krankheitsverläufe.

Maßnahmen zum Schutz der Kinder

Kürzlich wurde mit der Unterstützung von UNICEF ein erster kinderfreundlicher Ort eröffnet – ein sicherer Ort, an dem Säuglinge und Kleinkinder, die während der Behandlung ihrer Eltern in einem Ebola-Behandlungszentrum von ihnen getrennt sind. Zwei weitere kinderfreundliche Orte sollen in Kürze eröffnet werden.

In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda unterstützt UNICEF die Regierungen und Partner, darunter die WHO und das Africa CDC, dabei, den Ausbruch einzudämmen. Dazu gehören Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, Kontaktverfolgung, sichere und würdevolle Bestattungen sowie die Einbindung der Bevölkerung. Gleichzeitig setzt sich UNICEF dafür ein, grundlegende Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Dazu zählen Gesundheitsversorgung, Ernährung, Impfungen, Bildung, Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste sowie Kinderschutz und soziale Unterstützung.

„Kinder sind besonders gefährdet, weil sie auf ihre Bezugspersonen angewiesen sind und sich nicht so von einem erkrankten Elternteil oder Geschwisterkind fernhalten können wie Erwachsene. Um Kinder besser zu schützen, brauchen wir dauerhaften Zugang und die notwendigen Ressourcen, um jede betroffene Gemeinde zu erreichen“, sagte Russell.

Service für die Redaktionen

» Gerne vermitteln wir Interviews mit den UNICEF-Teams in DR Kongo, einschließlich in Bunia.

» Bild- und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung.

» Spendenmöglichkeiten finden Sie hier.

Christine Kahmann
Sprecherin (Berlin) - Nothilfe & Internationale Themen