Ebola im Kongo: Mädchen wäscht sich die Hände

Ebola-Nothilfe im Kongo – jetzt für Kinder spenden

Ebola-Ausbruch im Kongo bedroht Mädchen und Jungen

Ende Juni gab es gute Neuigkeiten aus dem Kongo in Sachen Ebola: Nach fast zwei Jahren wurde die tödliche Ebola-Epidemie im Osten des Landes für offiziell beendet erklärt. Doch zeitgleich gibt es ernüchternde Nachrichten, die diesen Erfolg überschatten: Im Nordwesten des riesigen Landes (in der Provinz Equateur) kam es Anfang Juni zu einem neuen Ausbruch des Virus. Rund  30 Erkrankte sind seitdem bereits an der Viruserkrankung gestorben (Stand: 23. Juli 2020). 

Die Epidemie im Kongo ist noch immer nicht überwunden. Das Ebola-Virus bedroht weiter akut das Leben von Kindern und Familien.

2018 war Ebola im Kongo ausgebrochen.

2018 war im Kongo die lebensgefährliche Infektionskrankheit Ebola ausgebrochen.

© UNICEF/UNI312451/Brown

Unsere Hilfsmaßnahmen vor Ort gehen auch beim aktuellen Ebola-Ausbruch weiter: Unsere Helferinnen und Helfer unternehmen alles, was in ihrer Macht steht, um die Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Dafür brauchen wir weiterhin Spenden!

Ein Drittel der Erkrankten im Kongo sind Kinder

Ebola verbreitet sich rasend schnell. Die Virus-Krankheit ist hochgradig ansteckend und überträgt sich über Körperflüssigkeiten. Wer sich mit Ebola infiziert, bekommt hohes Fieber und Blutungen. Die Überlebenschancen sind schlecht, und die Mehrheit der Erkrankten stirbt an Ebola. Für Kinder ist die Gefahr noch größer als für den Rest der Bevölkerung: Das Risiko, an Ebola zu sterben, ist für sie noch höher als für Erwachsene. Mangelernährte Mädchen und Jungen sowie Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet.

Kleinkinder sind von Ebola besonders bedroht.

In der Provinz Equateur ist das tödliche Ebola-Virus ausgebrochen. 

© UNICEF/UNI340387/Desjardins

Die hochgefährliche Infektionskrankheit Ebola war im August 2018 nach einer längeren Pause erneut im Kongo ausgebrochen. 2019 hatte sich die Ebola-Krise so stark verschärft, dass die WHO im Sommer den Gesundheitsnotstand ausgerufen hatte. Insgesamt führte die Ebola-Epidemie im Osten des Kongo zu rund 3.500 bestätigten Fällen. Fast 2.300 Menschen starben an dem Virus (Stand: 25. Juni 2020). 

Unsere Ebola-Nothilfe im Kongo  

Beim neuen Ebola-Ausbruch im Nordwesten des Landes setzen wir jetzt alles daran, die Epidemie noch früher einzudämmen. Es dürfen nicht wieder so viele Kinder an dem tödlichen Virus erkranken. Mit unterschiedlichsten Maßnahmen helfen wir den Kindern in dieser schwierigen Situation. 

Aufklärung: Hygiene hilft gegen tödliches Virus

Eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Ebola spielt eine gute Aufklärung, vor allem zum Thema Hygiene. Für Kinder stehen deshalb nicht nur Rechnen, Schreiben oder Lesen auf dem Stundenplan, sondern auch Händewaschen. Der siebenjährige Kambale zum Beispiel erzählt: "Heute habe ich gelernt, dass wir uns die Hände waschen sollen – und dass wir an Ebola sterben könnten, wenn wir das nicht tun."

Schüler erfahren von ihrem Lehrer, was sie gegen Ebola tun können.

Schulkinder lernen, dass sie unbedingt Hygiene-Regeln einhalten müssen, um sich zu schützen – vor allem gründliches Händewaschen.

© UNICEF/UN0235949/Nybo

Im Kongo wissen große Teile der Bevölkerung noch immer nicht, wie gefährlich Ebola ist und wie sie sich schützen können. Unsere Helfer informieren deshalb über Hygiene und auch über die Krankheit selbst – per Hausbesuch, Flugblatt, Megafon oder auch über die Medien. So haben wir schon Millionen Kongolesen erreicht.

Über Medien oder auch per Megafon klären UNICEF-Helfer über Ebola auf.
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Zweimal täglich geht eine von UNICEF geschulte Helferin mit ihrem Megafon durch den Ort und klärt auf, mit welchen Hygiene-Maßnahmen man sich gegen Ebola schützt.

© UNICEF/UNI340853/
Kongo: Kinder lernen Hygiene an einem Wasserkanister
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Richtiges Händewaschen verhindert die Übertragung von Krankheiten wie Ebola. Diese Kinder wissen jetzt, wie es geht.

© UNICEF/UN0229503/Mark Naftalin
Ebola im Kongo: Richtiges Händewaschen schützt Kinder
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"Auch zwischen den Fingern waschen!" UNICEF-Mitarbeiter Jean Marie Bofio passt auf, dass die Kinder alles richtig machen.

© UNICEF/UN0229504/Mark Naftalin
Ebola im Kongo: UNICEF-Mitarbeiter zeigen Kindenr, wie sie sich schützen können
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Information ist alles: Die Kinder lernen von UNICEF-Mitarbeitern nicht nur richtiges Händewaschen, sondern auch, was Ebola überhaupt ist.

© UNICEF/UN0229509/Mark Naftalin
Ebola im Kongo: Einem Jungen wird Fieber gemessen
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Hohes Fieber ist eines der Symptome von Ebola. UNICEF-Mitarbeiter messen deshalb die Körpertemperatur der Kinder. Dieser Junge ist gesund.

© UNICEF/UN0229506/Mark Naftalin
In einer Gesundheitsstation im Nordwesten des Landes.
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Auch die lokalen Gesundheitszentren beziehen wir mit ein in den Kampf gegen die Ebola-Epidemie. Wir versorgen die Stationen etwa mit Impfstoffen und Aufklärungsmaterial.

© UNICEF/UNI340366/Desjardins

Hilfsgüter für den Kongo 

Zudem stellt UNICEF wichtige Hilfsgüter zur Verfügung – zum Beispiel Seife, Eimer und Chlor-Tabletten, mit denen Wasser zu Trinkwasser aufbereitet werden kann. Wir liefern auch Tanks mit Trinkwasser und versorgen damit Schulen und Einrichtungen des Gesundheitssystems.

Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir in Hunderten Schulen Stationen zum Händewaschen installiert. Mehrere Tausend Lehrerinnen und Lehrer wurden von uns zum Thema Ebola geschult. Jetzt geben sie alle wichtigen Informationen über das Virus und die Krankheit an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. 

Ebola: Gesundheitshelfer im Kongo bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

UNICEF liefert medizinische und andere Hilfsgüter in den Kongo, beispielsweise Schutzanzüge. 

©  UNICEF/UN0209048/Naftalin

Noch dazu bringen wir schützende Kleidung in die betroffenen Regionen im Kongo. Dazu gehören medizinische Handschuhe und Atemmasken. Die Ärzte und Gesundheitshelfer brauchen auch dringend Fieberthermometer. Sie sind besonders wichtig, weil eine erhöhte Körpertemperatur ein frühes Anzeichen von Ebola sein kann.

Psychosoziale Hilfe 

Auch psychologisch stehen wir den Kindern zur Seite. Durch den aktuellen Ebola-Ausbruch haben manche Kinder im Kongo ihre Eltern verloren oder wurden von ihnen getrennt. UNICEF hat Psychologen dafür ausgebildet, sich um diese Kinder zu kümmern. Die Kinder können mit ihnen sprechen und ihre Sorgen mit ihnen teilen. 

Ebola im Kongo: Pflegerin Ruth kümmert sich um ein Baby

Eine Helferin kümmert sich mit viel Hingabe um ein Baby, dessen Mutter an Ebola gestorben ist. 

© UNICEF/UN0311514/Tremeau

Spenden für Ebola-Betroffene

Die Ebola-Gefahr im Kongo ist weiter nicht gebannt. Besonders gefährlich: Das Ebola-Virus kann in den Körperflüssigkeiten der Überlebenden eine Zeitlang bestehen bleiben. Die Überlebenden selbst sind zwar immun, können die Krankheit aber noch auf andere Personen übertragen, zum Beispiel auf Kinder.

Wir bleiben also besonders wachsam und werden weiter alles dafür tun, das Gesundheitssystem im Kongo zu stärken. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten unermüdlich daran, das Ebola-Virus dauerhaft zu stoppen.

Infos über Ebola im Kongo

Möglichst schnell behandeln 

Bei einer Infektion ist es entscheidend, möglichst schnell mit der Behandlung durch Ärzte zu starten: Je früher es losgeht, desto größer ist die Chance, Ebola zu überleben. Die Kinder vor dieser extrem gefährlichen Krankheit zu schützen und ihnen im Krankheitsfall beizustehen, steht für uns im Mittelpunkt unserer Ebola-Nothilfe.

In einer von UNICEF unterstützten Einrichtung werden Kinder versorgt.

Ebola-Überlebende sind immun gegen die Krankheit und kümmern sich um betroffene Kleinkinder. 

© UNICEF/UN0264158/Hubbard

Eine besondere Rolle beim Begleiten der Kinder spielen Ebola-Überlebende: Nach überstandener Krankheit sind sie selbst immun. Sie können sich um erkrankte Kinder kümmern, ohne sich anzustecken. In manchen Ebola-Behandlungszentren sind sie Tag und Nacht an der Seite der Kinder. Vor allem emotional sind sie enorm wichtig für die Kinder. 

Gefahr für die Nachbarländer

Für die Nachbarländer des Kongo besteht die Gefahr, dass das Virus die Landesgrenzen überschreitet und es dort ebenfalls zu einem Ebola-Ausbruch kommt. In Uganda zum Beispiel gab es 2019 vereinzelte Fälle. Die Republik Kongo grenzt direkt an die von Ebola betroffene Provinz Equateur - das Risiko ist groß, dass Ebola sich hierhin ausbreiten könnte. In den Grenzregionen der Demokratischen Republik werden deshalb besondere Schutzmaßnahmen eingeführt, beispielsweise Gesundheitschecks an den Grenzen und verstärkte Aufklärungsarbeit.

Kongo: Hunger, Krieg und Gewalt

Ebola ist eine gravierende, aber bei Weitem nicht die einzige Gefahr für Kinder in der Demokratischen Republik Kongo: Seit Jahren leiden sie unter Hunger, Krieg und Gewalt. Hinzu kommen weitere gefährliche Krankheiten wie die Cholera und zuletzt vor allem die Masern. Im letzten Jahr sind mehrere Tausend Menschen im Kongo an den Masern gestorben. Und natürlich steckt auch der Kongo mitten in der globalen Corona-Pandemie – mit steigenden Infektionszahlen.