Pressemitteilung

Sudan: Mindestens 330 Kinder seit Jahresbeginn getötet oder verletzt

Sudan Krieg: Kinder, die durch die Kämpfe in Al-Obeid vertrieben wurden.

Kinder, die durch die Kämpfe in Al-Obeid vertrieben wurden, suchen Zuflucht in einer Notunterkunft für Binnenvertriebene in Tagat.

© UNICEF/UN0876232/

Kinder im Sudan leiden weiterhin besonders stark unter dem zunehmend tödlichen Krieg. Berichten zufolge wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mindestens 330 Kinder getötet oder verletzt. Die meisten Opfer unter Kindern wurden erneut aus Darfur und Kordofan gemeldet.

Besonders alarmierend ist die Lage in und um Al-Obeid sowie im gesamten Bundesstaat Nord-Kordofan. Seit Mai 2026 wurden dort Berichten zufolge mehr als 18 Kinder getötet und mehr als 17 Kinder verletzt. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei Monaten und 17 Jahren alt. Berichten zufolge sind rund 60 Prozent dieser Opfer auf Drohnenangriffe zurückzuführen – ein deutliches Zeichen für die verheerenden Auswirkungen dieser Form der Kriegsführung auf Kinder und ihre Familien.

Wiederholte Drohnenangriffe und Beschuss haben zudem schwere Schäden an ziviler Infrastruktur verursacht, darunter Wohnhäuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, die Wasserversorgung sowie Märkte. Lieferwege sind unterbrochen, die Grundversorgung steht zunehmend unter Druck. Schätzungsweise 500.000 Menschen in und um Al Obeid sowie im Bundesstaat Nord-Kordofan sind gefährdet. Jede weitere Verschärfung der Lage würde noch mehr Kinder dem Risiko von Tod, Verletzung, Vertreibung und anderen schweren Gefahren aussetzen.

„Kinder geraten in einen unaufhörlichen Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung und Not“, sagte Sheldon Yett, UNICEF-Leiter im Sudan. „Für viele Kinder gibt es keinen sicheren Ort mehr. Sie werden in ihren Häusern, auf den Straßen, auf Märkten und beim Versuch, Schulen und Gesundheitszentren zu erreichen, getötet oder verletzt. Kinder dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Ihr Leben, ihre Rechte und ihre Zukunft müssen geschützt werden.“

Die anhaltende Bedrohung durch Angriffe verstärkt zudem Angst, Stress und Traumata bei Kindern – insbesondere in Gemeinden, die wiederholt unter Beschuss geraten. Kinder sind nicht nur unmittelbar von Tod und Verletzungen bedroht. Der Konflikt setzt sie weiteren schweren Kinderrechtsverletzungen aus, darunter Rekrutierung und Einsatz durch bewaffnete Gruppen, Entführungen, sexualisierte Gewalt sowie Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser.

UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schützen, sicheren, schnellen und ungehinderten humanitären Zugang zu gewähren sowie alle verfügbaren Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder vor weiterer Gewalt zu schützen.

Service für die Redaktionen

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UNICEF ruft dringend zu Spenden für Kinder im Sudan auf: unicef.de/sudan

Christine Kahmann
Sprecherin (Berlin) - Nothilfe & Internationale Themen