Weltkindertag: Kinder in Deutschland wünschen sich Sicherheit, Schutz und faire Bildung – und fordern mehr Mitsprache
Bundesweites Stimmungsbild unter Kindern und Jugendlichen von Deutschem Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland
Berlin / Köln •

Kinder halten bei einem Workshop zum Weltkindertag in Berlin das Wort „Kinderrechte“ hoch
© Paula G. VidalKinder und Jugendliche in Deutschland wünschen sich vielfach mehr Sicherheit, einen besseren Schutz und Unterstützung sowie faire Bildungschancen für alle Kinder. Darüber hinaus ist ihnen wichtig, dass Erwachsene ihnen zuhören und sie bei Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen, beteiligt werden. Das zeigt ein bundesweites Stimmungsbild, das UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk zum heutigen Weltkindertag eingeholt haben.
Die beiden großen Kinderrechtsorganisationen unterstreichen, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam in der Verantwortung sind, um Deutschland kinderfreundlicher und damit zukunftsfest zu machen. Sie hatten unter dem diesjährigen Weltkindertags-Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ zu einer Mitmachaktion aufgerufen. Über 1.000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland von drei bis 17 Jahren haben mitgemacht und aufgemalt oder geschrieben, was sie bereits stark macht und was sie für eine gute Zukunft brauchen.
In vielen Einsendungen taucht der Wunsch nach Frieden und Sicherheit auf. So schreibt ein Kind (10 Jahre): „Ich fühle mich nicht stark, wenn ich höre, dass es viele Kriege gibt und ich nichts dagegen tun kann. Aber wenn ich höre, dass es viele Leute gibt, die dagegen ankämpfen, geht es mir gleich besser.“ Viele Kinder haben ein großes Gerechtigkeitsgefühl und wünschen sich, dass es nicht nur ihnen selbst, sondern allen Kindern weltweit besser geht, sie in Frieden, einer sauberen Umwelt und mit genug Essen und Trinken aufwachsen. Alle Kinder sollen zur Schule gehen können.
Ein Kind fordert: „Ich wünsche mir, dass alle Kinder gleiche Chancen bekommen, egal woher sie kommen. Kinder sollen mehr mitbestimmen dürfen und ihre Meinung soll ernst genommen werden. Außerdem soll es weniger Mobbing und Gewalt geben und jedes Kind soll glücklich und sicher aufwachsen können.“
Ein weiteres Thema, das Kinder mit Blick auf die Zukunft umtreibt, sind die technologischen Entwicklungen: „Das ist natürlich irgendwie cool, aber ich finde es ist auch beängstigend, wie weit so eine KI jetzt schon ist. Ich mache mir Sorgen, dass die Menschen die KI zu hoch stellen und abhängig davon werden“ , sagt Mascha (11).
Kinder kennen ihre Stärken und wissen, was sie brauchen
Positiv ist, dass sich die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ihrer Stärken bewusst sind und genau wissen, was sie brauchen – und das schon von klein auf. Rune (5) zum Beispiel sieht neben „Sport“ und „gut zählen und rechnen“ auch „gut zuhören“ und „sehr hilfsbereit“ sein als persönliche Stärken.
Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland: „Unser Stimmungsbild zum Weltkindertag 2026 zeigt: Kinder in Deutschland sind echt stark! Familie und Freundschaften sind ihr größtes Kraftfeld. Sie brauchen aber auch gute Rahmenbedingungen wie eine schützende Umgebung, materielle Sicherheit und Unterstützung beim Lernen. Kinder zu stärken liegt in der Verantwortung von Politik und Gesellschaft – also in der Verantwortung von uns allen.“
Besonders unzufrieden sind die Kinder und Jugendlichen damit, dass sie aus ihrer Sicht nicht ausreichend gehört und beteiligt werden. So schreibt eine Jugendliche: „Damit ich mich stark fühle, brauche ich ein Umfeld, das mich ernst nimmt und mir zuhört. Und dass meine Meinung und Erfahrung in der Gesellschaft zählt.“
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Leider werden Kinderinteressen in Deutschland an zu vielen Stellen ausgeblendet, obwohl sie als ein vorrangiger Gesichtspunkt ins Zentrum politischen Handelns gehören. Dafür braucht es auch die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz, damit das Wohl der Kinder bei allen staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen ausreichend Berücksichtigung findet. Nur so wird uns die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft gelingen.“

Kinder und Jugendliche übergeben einen Koffer mit den Wünschen der Kinder und Jugendlichen an die Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf des Bundesfamilienministeriums.
© Paula G. VidalForderungen zum Weltkindertag
Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland fordern Politik und Gesellschaft dazu auf, in Deutschland und weltweit konsequent in Kinder zu investieren – in ihren Schutz online und offline, ihre Bildung und ihre Gesundheit einschließlich der mentalen Gesundheit. Kinder und Jugendliche müssen an Entscheidungen auf allen politischen Ebenen angemessen beteiligt werden.
Passend zum diesjährigen Weltkindertags-Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!” hatten das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland in einem dreimonatigen Aktionszeitraum Kinder und Jugendliche aufgerufen, sich an einer Mitmachaktion zu beteiligen. Dafür standen ihnen je nach Altersstufe verschiedene Malvorlagen oder ein Fragebogen zur Verfügung. Teilgenommen haben über 1.000 Kinder zwischen drei und 17 Jahren in Kindertagesstätten, Schulen und anderen Einrichtungen aus ganz Deutschland. Ihre Sicht und ihre Wünsche haben sie gemalt und aufgeschrieben. Einen Koffer mit dem so entstandenen Stimmungsbild haben Kinder und Jugendliche zum Weltkindertag im Bundesfamilienministerium an die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf übergeben.
Geschichte des Weltkindertags
Im September 1954 empfahlen die Vereinten Nationen ihren Mitgliedstaaten die Einführung eines weltweiten Tages für Kinder. Sie wollten damit den Einsatz für Kinderrechte stärken, die Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen auf der Welt fördern und die Regierungen auffordern, die weltweite UNICEF-Arbeit zu unterstützen. Inzwischen wird der Weltkindertag in über 145 Staaten gefeiert; in Deutschland am 20. September. Rund um den Weltkindertag finden auch in diesem Jahr in vielen deutschen Städten Familienfeste und Aktionen statt.
Weitere Informationen:
www.unicef.de/weltkindertag | www.dkhw.de/weltkindertag
UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützen die ARD-Mitmachaktion #unsereKinder. Weitere Informationen dazu hier.
Service für Redaktionen
» Eine Zusammenfassung des Stimmungsbilds mit Fotos von Einsendungen und Kinderzitaten können Sie hier ansehen.
» Bildmaterial zum Weltkindertag 2026 finden Sie hier.
Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren
Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.
Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.
Pressekontakt:
UNICEF Deutschland: Ninja Charbonneau, 0221-9360-298 oder 0160-90989967, presse@unicef.de, www.unicef.de/weltkindertag
Deutsches Kinderhilfswerk: Uwe Kamp, Tel. 030-308693-11 oder 0160-6373155, presse@dkhw.de, www.dkhw.de/weltkindertag