
Was sind Impfungen?
Impfungen schützen vor gefährlichen Krankheiten, an denen man sogar sterben kann. Erfahre hier, wie Impfungen funktionieren und warum es so wichtig ist, dass möglichst viele Kinder auf der Welt gegen Krankheiten geimpft werden.
von UNICEF-Redaktion
Das Wichtigste in Kürze
- Impfungen sind bestimmte Medikamente, die Menschen vor gefährlichen Krankheiten schützen.
- In einigen Ländern auf der Welt bekommen Kinder nur wenige oder gar keine Impfungen. Darum können sie sehr krank werden und sogar sterben.
- UNICEF setzt sich dafür ein, dass mehr Kinder auf der ganzen Welt gegen Krankheiten wie Masern, Polio oder Tetanus geimpft werden, damit sie gesund aufwachsen.
Wie funktioniert eine Impfung?
Impfstoffe sind Medikamente, die Menschen schützen, bevor sie überhaupt krank werden. Sie bringen dem Abwehrsystem des Körpers – dem Immunsystem – bei, bestimmte Krankheitserreger zu erkennen, damit er sie besser abwehren kann.
Die Impfstoffe, die Menschen bekommen, enthalten bestimmte Teile des Krankheitserregers. Sie sind aber so verändert worden, dass sie Menschen nicht mehr wirklich krank machen können. Das Immunsystem des Körpers kann sich den Krankheitserreger aber trotzdem merken und ihn im Ernstfall erkennen.
Die meisten Impfstoffe werden mit einer Nadel unter die Haut gespritzt. Es gibt aber auch sogenannte Schluckimpfungen. Dabei werden wenige Tropfen des Impfstoffs in den Mund geträufelt.
Das Immunsystem hält den Impfstoff für eine echte Bedrohung und bildet Abwehrstoffe gegen den Erreger – sogenannte Antikörper. Wenn dann irgendwann echte Krankheitserreger den Körper angreifen, erkennt sie das Immunsystem sofort und kann sie schnell bekämpfen. Darum bricht die Krankheit bei einem geimpften Menschen gar nicht oder nur sehr schwach aus.
Der Körper muss nach einer Impfung schwer arbeiten, um Antikörper gegen die Krankheitserreger zu bilden. Wenn man eine Spritze bekommen hat, kann es sein, dass die Haut rund um die Stelle gerötet ist oder etwas weh tut. Einige Menschen werden nach einer Impfung auch sehr müde oder haben leichtes Fieber. Diese Nebenwirkungen sind aber ganz normal und sind spätestens nach ein paar Tagen wieder vorbei.
Seit wann gibt es Impfungen?
Schon vor mehr als 2000 Jahren wussten die Menschen, dass man bestimmte Krankheiten nur einmal bekommen kann. Wenn man eine Krankheit wie die Pocken überlebt hatte, konnte man sich danach nicht noch mal anstecken.
Dass man das nutzen kann, um Menschen schon im Voraus vor Krankheiten zu schützen, wurde vor etwa 230 Jahren entdeckt. Der englische Arzt Edward Jenner entwickelte 1796 eine Impfung gegen Pocken.
Heute gibt es Impfungen gegen viele gefährliche Krankheiten, an denen früher viele Menschen gestorben sind – zum Beispiel Masern, Polio (Kinderlähmung), Diphtherie oder Tetanus. Allein in den letzten 50 Jahren haben Impfungen viele Millionen Menschenleben gerettet.
Welche Arten von Impfungen gibt es?
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, wie Impfstoffe den Körper vor einer Ansteckung schützen.
- Passive Impfung: Bei der passiven Impfung wird der Körper angeregt, selbst Antikörper zu produzieren. Er „merkt“ sich den verabreichten Erreger und ist so viele Jahre gegen eine Ansteckung geschützt. Der Schutz setzt aber erst nach einigen Wochen ein.
- Aktive Impfung: Bei der aktiven Impfung werden dem Körper fertige Abwehrkräfte gespritzt, wenn er sich bereits mit einem Erreger angesteckt hat. Der Schutz wirkt dann sofort, hält aber nicht lange an: Die Antikörper bauen sich nach ein paar Wochen wieder ab.

Bild 1 von 4 | Bei uns in Deutschland sind die meisten Kinder gegen Krankheiten wie Masern und Röteln geimpft. In vielen afrikanischen Ländern ist das nicht so: Ohne Impfung können die Kinder sehr krank werden und sogar sterben.
© UNICEF/UNI962614/Tiamiyu
Bild 2 von 4 | Zwei Tropfen Impfstoff schützen ein Kind vor der lebensgefährlichen Krankheit Polio.
© UNICEF/UNI994246/Beguel
Bild 3 von 4 | Wenn ein Kind geimpft worden ist, markieren die Gesundheitshelferinnen oder Gesundheitshelfer einen Finger mit Farbe. So kann man genau sehen, wie viele Kinder schon eine Impfung bekommen haben.
© UNICEF/UNI995883/
Bild 4 von 4 | Diese Kinder in Afghanistan haben ihre lebensrettende Polioimpfung schon bekommen. Stolz zeigen sie ihre farbig markierten Finger als Beweis.
© UNICEF/UNI995954/
Warum ist Impfen so wichtig?
- Damit Kinder gesund aufwachsen: Wenn man sich mit einer Krankheit wie Polio, Masern oder Röten ansteckt, kann es passieren, dass man nie wieder ganz gesund wird. Kinder bleiben dann zum Beispiel gelähmt oder sterben sogar, wenn sie keine Medikamente bekommen. Impfungen helfen, das zu verhindern.
- Damit weniger Menschen krank werden: Wenn viele Menschen in einer Gruppe geimpft sind, können sich Krankheiten nicht so leicht ausbreiten. Das nennt man „Herdenimmunität“. So sind auch Menschen geschützt, die nicht geimpft sind, zum Beispiel Babys oder kranke Menschen, die keine Impfung bekommen können.
- Damit gefährliche Krankheiten ganz verschwinden: Wenn sich gefährliche Krankheiten nicht mehr ausbreiten können, werden die Krankheitserreger immer weniger – bis sie irgendwann ganz aussterben. Mit der Zeit verschwinden solche gefährlichen Krankheiten wie die Pest dann ganz oder fast ganz.
Warum sind so viele Kinder nicht geimpft?
In ärmeren Ländern gibt es oft nicht genug Geld, um Impfstoffe für alle Menschen einzukaufen. Die Menschen müssen Arztbesuche und Krankenhäuser selbst bezahlen – und oft haben sie nicht genug Geld für Impfungen. Manchmal gibt es auch einfach keine Ärztinnen und Ärzte oder Krankenhäuser, wo sich die Menschen impfen lassen können.
Wenn bewaffnete Gruppen gegeneinander kämpfen, werden oft auch Krankenhäuser oder Apotheken zerstört. Viele Menschen müssen fliehen und können nicht zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Darum breiten sich Krankheiten in Kriegsgebieten oft schneller aus und bedrohen die Gesundheit der Kinder.
Durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben werden manchmal medizinische Einrichtungen und Krankenhäuser zerstört. Auch die Straßen, die dorthin führen, gehen kaputt, sodass sich die Menschen nicht impfen lassen können.
Einige Menschen leben in Dörfern, die sehr weit weg von der nächsten Stadt oder Arztpraxis liegen. Manchmal kann man diese Dörfer nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichen. Wer Medikamente braucht, ist sehr lange unterwegs. Gerade mit kleinen Kindern ist der Weg für die Eltern oft zu schwierig, sodass viele Kinder nicht geimpft werden.
Manche Menschen wissen nur wenig über Impfungen. Einige haben auch falsche Dinge über Impfstoffe gehört und denken, dass sie gefährlich sind. Vor allem Eltern machen sich dann Sorgen, dass die Impfungen ihnen oder ihren Kindern schaden, und lassen ihr Kind nicht impfen.
So setzt sich UNICEF dafür ein, dass mehr Kinder auf der ganzen Welt geimpft werden
UNICEF kauft jedes Jahr Impfstoffe gegen verschiedene Krankheiten für Millionen Kinder ein. Diese Impfungen bringen wir in die Länder, in denen sie am dringendsten gebraucht werden. Mit großen Impfaktionen erreichen wir fast die Hälfte aller Mädchen und Jungen weltweit. Die Impfhelferinnen und Impfhelfer legen oftmals lange Wege zurück, um Kinder in entlegenen Gebieten zu impfen.
Erfahren Sie mehr über Einsatz und Wirkung von Impfungen.

Bild 1 von 4 | In vielen Regionen in Afrika gibt es kaum Ärztinnen und Ärzte oder Krankenhäuser. Dieser Gesundheitshelfer und die Gesundheitshelferin bringen Impfstoffe in ein Flüchtlingslager in Kamerun, um Kinder gegen Polio zu impfen.
© UNICEF/UNI994146/Beguel
Bild 2 von 4 | Auch in sehr einsam gelegenen Dörfern wie hier in Laos müssen Kinder gegen Krankheiten geimpft werden. Wenn die Straßen zu schmal für ein Auto sind, kommen die Gesundheitshelfer*innen auf dem Motorrad zu den Kindern.
© UNICEF/UNI990307/Phiennachit
Bild 3 von 4 | UNICEF setzt sich dafür ein, dass überall auf der Welt Kinder geimpft werden. Manchmal sind die Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer dafür sogar mehrere Tage mit dem Boot unterwegs, wie hier in Kolumbien.
© UNICEF/UNI962863/
Bild 4 von 4 | Viele Impfstoffe müssen kühl aufbewahrt werden, damit sie wirken. UNICEF stellt in Ländern wie Afghanistan solarbetriebene Kühlschränke bereit. So werden die Impfstoffe auch bei Stromausfällen sicher gelagert und helfen vielen Kindern.
© UNICEF/UNI881213/Khayyam
Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.