Pressemitteilung

Landkreis Stade erhält als erster Landkreis in Deutschland das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

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© UNICEF

Der Landkreis Stade wird heute mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. Mit dem Erhalt des Siegels bekennt sich der Landkreis Stade dazu, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und stellt sich zugleich einem regelmäßigen Prüfverfahren.

Das Siegel vergibt der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen. Es ist Ausdruck einer Selbstverpflichtung des Landkreises zu mehr Kinderfreundlichkeit und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen.

Landrat Kai Seefried betonte: „Wir rücken die Kinderrechte ins Zentrum unseres Handelns. Als erster Kinderfreundlicher Landkreis bundesweit ist es uns besonders wichtig, die Anliegen und Ideen der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen und sie an unseren Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Mit unserem Aktionsplan implementieren wir damit die Kinderrechte auf eine besondere Art und Weise. Unser Anspruch ist es, die Perspektiven von jungen Menschen kontinuierlich und konsequent zu berücksichtigen. Wir begeben uns damit auf einen anspruchsvollen Weg. Ich danke allen, die diesen Weg mit uns gehen und unser Vorhaben unterstützen.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Kinderchancen-Koordinatorin Mareike Wulf unterstrich nach der Siegelverleihung: „Kinderrechte müssen in der direkten Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sichtbar und wirksam werden – im Elternhaus, in Kita und Schule, im Verein oder Kommunalparlament. Als erster Landkreis Deutschlands geht Stade hier mit gutem Beispiel voran und ist nun offiziell als ‚Kinderfreundliche Kommune‘ ausgezeichnet worden. Davon profitieren nicht nur die jungen Menschen im Landkreis Stade selbst, sondern auch ihre Eltern, ihre Familien und letztlich der ganze Landkreis. Dem Beispiel Stade folgend sollten sich deshalb alle Kommunen in unserem Land die Frage stellen: Berücksichtigen wir in unseren Entscheidungen ausreichend die Interessen und Belange von Kindern und Jugendlichen? Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen, sie zu beteiligen und ihnen deutlich zu machen: Ihr seid wichtig und ihr werdet gehört! Eure Ideen, eure Meinungen und euer Engagement zählen. Ihr könnt an politischen Entscheidungen mitwirken!“

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, beglückwünschte den Landkreis und erklärte im Namen des Vereins: „Mit dem Landkreis Stade erhält erstmals ein Landkreis in Deutschland das Siegel ‚Kinderfreundliche Kommune‘. Damit setzt Stade ein starkes Zeichen dafür, dass Kinderrechte nicht an Stadtgrenzen enden, sondern auch auf Landkreisebene verbindlich umgesetzt werden können. Besonders beeindruckend ist, wie konsequent der Landkreis Beteiligung weiterdenkt: Neue Beteiligungsformate, ein kreisweites Beteiligungskonzept und die gezielte Stärkung des Kreisschülerrats schaffen nachhaltige Möglichkeiten für Mitbestimmung. So entstehen Strukturen, die Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben und ihre Perspektiven dauerhaft in die Gestaltung ihrer Lebenswelt einbeziehen.“

Die zuständigen Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, Anika Meenken, Christian Roeder, und Christina Kruse lobten „Als einer der ersten Landkreise im Programm ‘Kinderfreundliche Kommune‘ zeigt der Landkreis Stade mit seinem Aktionsplan, wie Kinderrechte systematisch auf Landkreisebene umgesetzt werden können. Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche als aktive Mitgestalterinnen und Mitgestalter ihrer Lebenswelt. Mit Maßnahmen wie einer landkreisweiten offenen Jugendarbeit, besseren Zugängen zu Freizeitorten und der Förderung aktiver Mobilität schafft Stade wichtige Voraussetzungen für ein kinderfreundliches Aufwachsen und verankert Beteiligung dauerhaft im Verwaltungshandeln“.

Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Gemeinderat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.

Seit mehr als zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte, Gemeinden und Landkreise bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde vor mehr als 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Mehr als 60 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich bereits dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF, die in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die digitale Pressemappe zur Siegelübergabe im Landkreis Stade finden Sie hier.

Ansprechpartner*innen:

Kinderfreundliche Kommunen e.V., Dominik Bär, Geschäftsführer, 01590 13 57 567, info@kinderfreundliche-kommunen.de

Landkreis Stade, Daniel Beneke, Leiter des Büros der Behördenleitung und Pressesprecher, 04141 12 1111, pressestelle@landkreis-stade.de

UNICEF Deutschland, Simone Morawitz, Pressereferentin, 022193650 257, presse@unicef.de

Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, 030 308693 11, presse@dkhw.de