Berichten zufolge mehr als 2.500 Kinder im Iran von den Folgen des andauernden Krieges betroffen
Stellungnahme von Abdul Fofana, amtierendem UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika
Amman / Köln •
„Während die Auswirkungen des Krieges im Iran und in den Nachbarländern immer stärker zu spüren sind, werden Kinder weiterhin an den Orten getötet oder verstümmelt, an denen sie am sichersten sein sollten – in ihren Häusern, Schulen und Gemeinden.
Auf der Insel Qeshm vor der Südküste Irans wurde gestern Berichten zufolge ein zweijähriges Kind zusammen mit seinen Eltern getötet, nachdem ein Wohngebäude bei einem Angriff getroffen worden war. Zwei weitere Kinder wurden laut Berichten bei demselben Angriff verletzt.
Dieser jüngste Vorfall macht erneut auf erschütternde Weise deutlich, dass Kinder in der gesamten Region weiterhin den höchsten Preis zahlen. In den vergangenen fünf Monaten wurden Berichten zufolge in sechs Ländern mehr als 4.000 Kinder getötet oder verletzt – mehr als 2.500 von ihnen im Iran. Demnach wurden dort 386 Kinder getötet und 2.117 verletzt.
Die Konfliktparteien dürfen das Leid der Kinder nicht zur Normalität werden lassen. Kinder tragen weiterhin die schwersten Folgen von Konflikten, die sie nicht begonnen haben und die zu beenden nicht in ihrer Macht liegt.
UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen gemäß dem humanitären Völkerrecht nachzukommen. Waffenruhen müssen uneingeschränkt eingehalten und umgesetzt werden. Die Konfliktparteien müssen alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um die Gewalt jetzt zu beenden und Kinder jederzeit zu schützen, ganz gleich wo sie sich befinden.“
Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren
Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.
Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.