Nach den Sturzfluten: UNICEF hilft Kindern in Nepal zurück in den Unterricht
Kathmandu/Köln •

Am 22. September 2026 kehren Kinder an der Tribhuvan Trishuli Schule in Nuwakot, Nepal, in provisorische Lernzentren zurück, die mit Unterstützung von UNICEF eingerichtet wurden.
© UNICEF/UN0929150/Prasad Ngakhusi
Auch einen Monat nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal ist der Schulalltag für Tausende Kinder weiterhin unterbrochen. Sie brauchen dringend langfristige Unterstützung, damit sie wieder lernen können.
Nach ersten Einschätzungen können mehr als 14.000 Kinder in den Distrikten Dhading, Nuwakot und Rasuwa derzeit nicht am Unterricht teilnehmen. Betroffen sind 62 Schulen und Lernzentren. Rund 440 Schulkinder und Lehrkräfte kamen ums Leben oder gelten als vermisst, darunter 414 Kinder.
„Schule hilft Kindern nach einer Katastrophe wieder Halt zu finden“, sagte Alice Akunga, UNICEF-Vertreterin in Nepal. „Wenn sie wieder lernen können, gibt ihnen das Stabilität, Routine und Hoffnung – gerade in einer Zeit, in der viele von ihnen schwere Verluste erlebt haben und mit großer Unsicherheit leben.“
Seit der Katastrophe sorgt UNICEF gemeinsam mit der nepalesischen Regierung und Partnerorganisationen dafür, dass Kinder so schnell wie möglich wieder zur Schule gehen können. Inzwischen hat UNICEF 48 provisorische Lernzentren eingerichtet. Dort können mehr als 1.400 Kinder in den betroffenen Gebieten wieder lernen. Außerdem erhalten sie Lernmaterialien und psychosoziale Unterstützung, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Eine Erhebung zum Bildungsbedarf zeigt jedoch, dass erhebliche Investitionen nötig sind, um beschädigte Schulen und andere Bildungseinrichtungen wiederherzustellen. Nur so können Kinder dauerhaft und ohne weitere Unterbrechungen lernen.
UNICEF ruft weiter zu Unterstützung auf, sowohl für den unmittelbaren Wiederaufbau als auch für langfristige Maßnahmen, die Kinder und Gemeinden widerstandsfähiger gegen Katastrophen machen.
Im Hinblick auf den Wiederaufbau bietet sich die Chance, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, die Wasser- und Sanitärversorgung sowie andere wichtige Infrastruktur besser gegen künftige Katastrophen zu wappnen. Angesichts des Klimawandels ist das besonders wichtig: Klimabedingte Katastrophen treten häufiger auf und werden intensiver. Investitionen in widerstandsfähige Infrastruktur und gute Vorsorgemaßnahmen helfen, Kinder und Gemeinden künftig besser zu schützen.
„Wenn Überschwemmungen Schulen beschädigen, verlieren Kinder nicht nur ihre Klassenzimmer. Wir verpassen Unterricht, kommen beim Lernen nicht mehr mit und verbringen weniger Zeit mit unseren Freundinnen, Freunden und Lehrkräften. Auch die Routinen, die uns Sicherheit und Halt geben, gehen verloren“, sagte Jayanti Bam, Jugendbotschafterin für Klimaschutz bei UNICEF Nepal. „Wir brauchen stabilere Schulen, die Katastrophen standhalten können. Außerdem müssen wir wissen, was bei Überschwemmungen, Erdrutschen und anderen Notfällen zu tun ist. Wenn unsere Schulen beschädigt sind, brauchen wir Möglichkeiten, weiterzulernen – zum Beispiel in provisorischen Lernräumen oder online.“
Auch einen Monat nach den Überschwemmungen leiden Tausende Kinder und ihre Familien noch immer unter den Folgen. Viele Familien haben weiterhin kein Zuhause. Einige Schulen werden nach wie vor als Notunterkünfte genutzt. Beschädigte Straßen und Brücken erschweren in einigen der am stärksten betroffenen Gemeinden außerdem den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung sowie sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.
Service für die Redaktionen
Gerne vermitteln wir Interviews mit unserer deutschsprachigen Kollegin vor Ort.
Video- und Bildmaterialien stehen hier zur Verfügung.
Spendenmöglichkeiten für die Nothilfe in Nepal finden Sie hier.