Pressemitteilung

Sturzfluten in Nepal: Mehr als 17.000 Kinder dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen

UNICEF ruft zu 17,2 Millionen US-Dollar für Nothilfe und erste Wiederaufbaumaßnahmen auf 

Helfende Nepal
© UNICEF/UN0914829/Upadhayay

Mindestens 17.000 Kinder sind von den verheerenden Sturzfluten betroffen, die am 26. August die nepalesischen Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading verwüsteten. Mindestens 332 Menschen kamen ums Leben, darunter 14 Kinder. Hunderte werden weiterhin vermisst. Es ist davon auszugehen, dass die Opferzahlen weiter steigen.

„Kinder in Rasuwa und Dhading mussten zusehen, wie ihre Lebenswelt innerhalb kürzester Zeit buchstäblich weggespült wurde. Häuser, Klassenräume und medizinische Einrichtungen wurden beschädigt. Zu viele Menschen haben ihr Leben und ihre Angehörigen verloren“, sagte Alice Akunga, UNICEF-Leiterin in Nepal. „Die Zahl der Todesopfer steigt und zugleich wird immer deutlicher: Diese Tragödie ist noch lange nicht vorbei. Für die Kinder, die die Fluten überlebt haben, steigt nun das Risiko von Krankheiten, Mangelernährung, Gewalt und Ausbeutung. UNICEF ist vor Ort und weitet seine Hilfsmaßnahmen aus. Doch wir benötigen dringend weitere Mittel, um jedes Kind zu erreichen.“

Die Sturzfluten haben ganze Gemeinden weggerissen oder von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen, Brücken, Wasserkraftwerke, Wasserversorgung und Telekommunikationsnetze wurden schwer beschädigt. Dadurch sind viele betroffene Gebiete weitgehend unzugänglich. Lebensrettende Hilfe erreicht die Menschen nur schwer. Mindestens vier Gesundheitseinrichtungen wurden stark beschädigt. Dadurch ist der Zugang zu medizinischer Versorgung für Kinder und Familien erschwert - gerade jetzt, während sie besonders dringend darauf angewiesen sind.

Zudem wurden 18 Schulen vollständig zerstört, weitere 20 beschädigt. Damit fehlen Kindern geschützte Orte, wo sie lernen, spielen und Halt finden können. Dutzende Schulen in den betroffenen Gebieten liegen in der Nähe von Flussufern und sind weiterhin gefährdet. Schätzungsweise 10.000 Schulkinder benötigen dringend Unterstützung, damit sie ihre Bildung fortsetzen können. Dazu gehören der Zugang zu vorübergehenden Lernzentren, neue Lernmaterialien sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder und Lehrkräfte.

In enger Zusammenarbeit mit der nepalesischen Regierung und humanitären Partnern weitet UNICEF die lebensrettende Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Bildung, Kinderschutz und soziale Sicherung aus. In den kommenden Tagen werden Hilfsgüter in die am schwersten betroffenen Gemeinden gebracht. Dazu gehören Zelte für die Gesundheitsversorgung, Moskitonetze, Neugeborenen-Sets und therapeutische Nahrung für akut mangelernährte Kinder. Notfall-Hygienesets für tausende Familien erreichen die betroffenen Menschen bereits.

Gleichzeitig hat UNICEF Teams für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung mobilisiert. UNICEF identifiziert und erfasst vermisste und von ihren Familien getrennte Kinder und trägt dazu bei, sie wieder mit ihren Angehörigen zusammenzuführen. Gemeinsam mit der nepalesischen Regierung stellt UNICEF betroffenen Haushalten außerdem finanzielle Soforthilfen in Form von Bargeldtransfers bereit. Damit können Familien dringende Grundbedürfnisse decken, ohne auf schädliche Bewältigungsstrategien zurückgreifen zu müssen.

UNICEF ruft zu 17,2 Millionen US-Dollar für Nothilfe und erste Wiederaufbaumaßnahmen auf, bis der gesamte Hilfsbedarf ermittelt ist.

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Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren

Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.

Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.

Christine Kahmann
Sprecherin (Berlin) - Nothilfe & Internationale Themen