
Sichere Geburten in Sierra Leone: Das Überleben von Babys sichern
Das Wichtigste in Kürze
- Sierra Leone zählt zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit und Müttersterblichkeit weltweit.
- Mangelernährung und fehlende medizinische Versorgung während der Schwangerschaft und Geburt sind die größten Risiken für das Leben der Babys und ihrer Mütter.
- UNICEF unterstützt die Ausbildung von Hebammen und Gesundheitshelfer*innen, stattet Gesundheitsstationen aus und klärt über Gesundheitsvorsorge und Ernährung auf.
Aktuelle Situation: Kindersterblichkeit in Sierra Leone
Glücklich hält Makalai Kamara (oben im Bild) in der Gemeinde Masiaka in Sierra Leone ihr drei Tage altes Baby auf dem Schoß. Während der Schwangerschaft hat sie Unterstützung durch die lokale Gesundheitshelferin bekommen. So konnte Makalai ihr Baby sicher zur Welt bringen.
Für viele Frauen in Sierra Leone ist das nicht möglich. Das Land in Ostafrika hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit: Eines von elf Kindern in Sierra Leone stirbt, bevor es fünf Jahre alt ist (Stand: 2026). Und auch für die Mütter ist die Geburt ein Risiko. Viele Frauen entbinden allein zuhause ohne ausreichende Hygiene. Starke Blutungen oder andere Komplikationen können ein Todesurteil bedeuten. Auch traditionelle Riten wie das Einreiben der Nabelschnur mit Spinnenfäden können das Neugeborene in Gefahr bringen.
Sind die Mütter mangelernährt, können ihre Kinder zu früh geboren werden. Medizinische Hilfe ist nur selten verfügbar: Die wenigen Gesundheitsstationen sind für arme Familien nahezu unerreichbar. Es mangelt an Personal, an Medikamenten und aufgrund häufiger Stromausfälle auch an medizinischen Behandlungsmöglichkeiten.
UNICEF unterstützt vor Ort Gesundheitszentren und die Ausbildung von Gesundheitshelfer*innen, damit Frauen wie Makalai ihre Kinder sicher zur Welt bringen können.

Bild 1 von 4 | Häufige Stromausfälle sind ein großes Problem für die medizinische Versorgung in den Gesundheitszentren. UNICEF stellt solarbetriebene Kühlschränke zur Verfügung, damit lebensrettende Impfstoffe sicher gelagert werden können.
© UNICEF/UN0766672/Duff
Bild 2 von 4 | Eine Gesundheitshelferin der Gemeinde spricht mit Makalai Kamara, die vor drei Tagen ihr Baby bekommen hat. Die Gesundheitshelferinnen und -helfer sind dafür ausgebildet, gesundheitliche Probleme bei Schwangeren und Müttern zu erkennen und ihnen Unterstützung anzubieten.
© UNICEF/Duff/VII Photo
Bild 3 von 4 | Die vierfache Mutter Fatmata hat vor Kurzem ihr fünftes Kind kurz nach der Geburt verloren. Der Gesundheitshelfer Ibrahim hat sich dafür eingesetzt, dass sie im Gesundheitszentrum behandelt werden konnte. Mit regelmäßigen Gesprächen hilft er ihr, den Verlust zu verarbeiten.
© UNICEF/UN0473295/Duff/VII Photo
Bild 4 von 4 | Mark, vier Wochen alt, ist das fünfte Kind von Kankay (links im Bild) – und das erste, das in einem Gesundheitszentrum zur Welt gekommen ist. Da schon die Schwangerschaft kompliziert war, hat die Gesundheitshelferin Mbalu dafür gesorgt, dass Kankay in der fünf Kilometer entfernten Einrichtung entbinden konnte.
© UNICEF/UN0475701/Duff/VII Photo
Helfen Sie den Babys in Sierra Leone
Ihre Spende hilft Neugeborenen und Müttern, zu überleben.
So helfen wir Babys und ihren Müttern in Sierra Leone
Auch wenn die Kindersterblichkeit in Sierra Leone seit den 90er-Jahren etwas zurückgegangen ist, sind noch zu viele Kinder und ihre Mütter in Gefahr. Oft sterben Kinder durch vermeidbare Ursachen wie mangelnde Hygiene oder fehlende Medikamente. Wir von UNICEF setzen uns für Aufklärung und medizinische Versorgung in Sierra Leone ein, damit mehr Kinder gesund aufwachsen können. Hier einige konkrete Beispiele, wie UNICEF hilft:
Ausbildung von Gesundheitshelfer*innen: Wir unterstützen die Ausbildung von Gesundheitshelfer*innen in den Dörfern, die Schwangere und ihre Kinder vor, während und nach der Geburt betreuen. Sie beraten und behandeln einfache Erkrankungen wie Durchfall direkt. Schwerere Erkrankungen vermitteln sie an die nächste Gesundheitsstation.
Hygiene und sicheres Wasser: Infektionen durch verschmutztes Wasser zählen in Sierra Leone zu den Haupt-Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. UNICEF unterstützt den Bau von Brunnen und Wassersystemen, damit die Gesundheitseinrichtungen sicheres Wasser haben. Einfache Hygieneartikel wie Seife helfen den Menschen in Sierra Leone, Infektionskrankheiten vorzubeugen.
Ausstattung von Gesundheitsstationen: Wir liefern Impfstoffe und Medikamente an die lokalen Gesundheitseinrichtungen und statten sie zum Beispiel mit solarbetriebenen Kühlschränken aus, damit Impfstoffe sicher gelagert werden können. Für die Gesundheitshelfer*innen stellen wir zum Beispiel Motorräder zur Verfügung, damit sie auch Familien in abgelegenen Dörfern regelmäßig besuchen können.
Aufklärung von Familien: Wir schulen die Gesundheitshelfer*innen, damit sie die Familien in Ernährungsfragen, zum Stillen und bei der Familienplanung beraten können. Die Helfer*innen vor Ort untersuchen und unterstützen Schwangere und stillende Mütter und können schnell eingreifen, wenn sich Komplikationen abzeichnen.
Hintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zur Kindersterblichkeit in Sierra Leone
Die Kindersterblichkeit in Sierra Leone liegt bei 90,5 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten (Stand: 2026). Damit hat das Land in Ostafrika die fünfthöchste Kindersterblichkeitsrate auf der Welt, nach Nigeria (116), Niger (111), Somalia (101) und dem Tschad (97).
Viele Kinder kommen zu klein oder zu früh zur Welt, weil ihre Mütter mangelernährt sind. Bei Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt gibt es häufig keine ausreichende medizinische Versorgung. Ein großes Risiko für Babys und Kleinkinder sind Infektionskrankheiten wie Cholera, Malaria, Masern und Lungenentzündung – durch den Mangel an sauberem Wasser, Impfstoffen und Medikamenten werden viele Kinder krank.
Auch die Müttersterblichkeit in Sierra Leone zählt zu den höchsten weltweit: Eine von 373 Müttern stirbt in Folge von Komplikationen bei der Geburt. Die häufigsten direkten Todesursachen sind starke Blutungen während und nach der Geburt, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Geburtsstillstand durch Steißlage oder schwache, unregelmäßige Wehen oder Infektionen.
Warum UNICEF?
Sie fragen sich, warum Sie für UNICEF spenden sollten? Ganz einfach:
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
Seit 1946 setzen sich die Helfer*innen von UNICEF für Kinder in Not ein – mittlerweile in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion setzen wir uns für die Rechte von Kindern ein und unterstützen Kinder in Not. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen erreichen wir die Kinder schnell und können nachhaltig helfen.
UNICEF gibt es seit 80 Jahren. Im Laufe unserer Arbeit als Hilfsorganisation haben wir große logistische Erfahrung und ein weltumspannendes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Dazu zählen nicht nur unsere Warenlager mit Hilfsgütern in Kopenhagen und anderen Ländern, sondern auch weit über tausend Mitarbeitende weltweit, die sicherstellen, dass Kinder in Not innerhalb von 72 Stunden Hilfe bekommen – in jedem Winkel der Erde.
Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
Gemeinsam helfen verbindet: Die deutsche UNICEF-Gemeinschaft besteht nicht nur aus mehr als 300.000 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, sondern auch aus Hunderttausenden Einzelspenderinnen und -spendern, ehrenamtlich Engagierten in lokalen UNICEF-Gruppen und Prominenten, die sich für UNICEF engagieren. Sie alle tragen dazu bei, Kinderleben zu verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
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