
Erdbebenhilfe in Venezuela: Kinder brauchen jetzt Schutz
Der Nordwesten Venezuelas wurde am Mittwoch, den 24. Juni, von zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Rund 17.000 Menschen wurden verletzt, fast 4.500 kamen ums Leben. Tausende werden noch vermisst. 680.000 Kinder sind nach den Erdbeben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die UNICEF-Teams vor Ort sind unermüdlich im Einsatz, um betroffene Kinder und ihre Familien mit Hilfe zu erreichen.
Das Wichtigste in Kürze:
- In den ersten Tagen nach den Erdbeben sind bereits zwei internationale UNICEF-Hilfsflüge mit 67 Tonnen Hilfsgütern in Venezuela eingetroffen.
- Die Lieferungen mit Trinkwasser, Medikamenten, Tabletten zur Wasserreinigung, Hygienematerialien, Zelten und anderen Hilfsgütern sollen rund 100.000 Menschen erreichen.
- Mit einer Spende von 150 Euro können wir zum Beispiel sechs Erste-Hilfe-Sets für die Notversorgung bereitstellen.
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Aktuelle Situation in Venezuela: Tausende Menschen wurden verletzt
Video: Unser UNICEF-Kollege Gabriel Vockel ist vor Ort in Venezuela und berichtet, wie UNICEF nach der Katastrophe die Nothilfe koordiniert.
Die beiden schweren Erdbeben am 24. Juni haben in Venezuela eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Viele Kinder haben ihr Zuhause oder Angehörige verloren und sind traumatisiert. Die Zerstörung ist gewaltig: Wohnhäuser liegen in Trümmern, Straßen, Krankenhäuser und Schulen stürzten ein oder wurden beschädigt. Regierungsangaben zufolge starben bisher fast 4.500 Menschen, rund 17.000 wurden verletzt (Stand: 13. Juli 2026). Tausende werden noch immer vermisst. Aus Angst vor Nachbeben schlafen viele in provisorischen Zeltlagern, Parks oder Sportstadien. 680.000 Kinder brauchen infolge der Naturkatastrophe dringend humanitäre Hilfe. Wir müssen die Kinder jetzt schnell mit medizinischer Versorgung und lebenswichtigen Hilfsgütern erreichen.
Die starken Erschütterungen waren in weiten Teilen des Landes spürbar. Besonders betroffen sind die Region rund um die Hauptstadt Caracas sowie die Bundesstaaten Miranda, Carabobo und Yaracuy. Am schwersten traf es die Region La Guaira. Venezuela hat den Notstand ausgerufen. Die UNICEF-Nothilfe läuft auf Hochtouren.

Bild 1 von 5 | Einen Tag nach den schweren Erdbeben suchen Freiwillige am 25. Juni 2026 in Caraballeda, La Guaira, in einem eingestürzten Gebäude nach möglichen Opfern.
© UNICEF/UN0876594/Parra/AFP
Bild 2 von 5 | La Guaira ist eins der am schwersten von den Erdbeben betroffenen Gebiete. Krankenhäuser und Wohnhäuser sind zerstört oder beschädigt. Viele Familien haben durch die Erdbeben ihr Zuhause verloren.
© UNICEF/UN0876806/Hernandez
Bild 3 von 5 | Kinder- und Wohnzimmer, Küche und Badezimmer: Dieses Bild zeigt eines der vielen durch die Erdbeben zerstörten Wohnhäuser.
© UNICEF/UN0876166/Parra/AFP
Bild 4 von 5 | Die Erdbeben ließen viele Gebäude einstürzen und trieben auch die Menschen in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, auf die Straße.
© UNICEF/UN0876168/Parra/AFP
Bild 5 von 5 | Familien, die ihr Zuhause verloren haben oder nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, schlafen auf öffentlichen Plätzen in Zelten.
© UNICEF/UN0876801/
So unterstützen Sie Kinder nach dem Erdbeben in Venezuela
So helfen wir den Kindern nach dem Erdbeben in Venezuela
Wir als Hilfsorganisation sind seit 1967 in Venezuela im Einsatz und versorgen Kinder mit lebensrettender Hilfe. Unsere Teams arbeiten eng mit nationalen Behörden und Partnern vor Ort zusammen, um die dringendsten Bedarfe zu erfassen. Aktuell brauchen die Familien zum Beispiel Zelte, Decken, Hygienesets und medizinische Kits.
Für die Nothilfe in den Erdbebengebieten haben wir zusätzliches Personal und bereits mehrere Flüge mit Hilfsgütern nach Venezuela entsendet. Die UNICEF-Teams arbeiten rund um die Uhr, um Kinder und ihre Familien mit Nothilfe zu erreichen:
Wasser und Hygiene: In Notunterkünften und Gemeinden in den Erdbebengebieten stellen wir Hygienesets bereit und versorgen die Familien per Tankwagen mit sauberem Wasser.
Gesundheit: UNICEF-Gesundheitsteams liefern medizinische Hilfsgüter zum Beispiel nach La Guaira, darunter Erste-Hilfe-Sets und Medikamente. Außerdem haben wir 25.000 Impfstoffdosen gegen Masern auf den Weg gebracht.
Ernährung: Mangelernährung war in Venezuela schon vor den Erdbeben weit verbreitet. Mangelernährte Kinder in den Erdbebengebieten brauchen jetzt umso dringender Spezialnahrung. Wir versorgen sie damit.
Kinderfreundliche Orte: In Katastrophensituationen wie dieser richten wir kinderfreundliche Orte ein, zum Beispiel im José-María-Vargas-Sportstadion in La Guaira. Dort können die Kinder sicher spielen, kreativ sein und neue Freundschaften schließen.
Psychosoziale Hilfe: Wir unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. In Notunterkünften können sie an UNICEF-Spielangeboten teilnehmen oder mit UNICEF-Mitarbeitenden über ihre Erlebnisse sprechen.

Bild 1 von 5 | Die zehnjährige Josbeilys ist mit ihrer Familie im Stadion in La Guaira untergekommen, das als Notunterkunft dient. Die Familie schläft dort in einem Zelt auf dem Spielfeld.
© UNICEF/UN0879568/Párraga
Bild 2 von 5 | Ein UNICEF-Team besucht am 28. Juni eine Notunterkunft im Bundesstaat La Guiara. Im Gespräch mit Erdbebenopfern finden sie genauer heraus, was Mütter und Kinder gerade am dringendsten brauchen.
© UNICEF/UN0876931/
Bild 3 von 5 | Der erste UNICEF-Hilfsflug mit 20 Tonnen medizinischen Hilfsgütern, Wasser und Hygieneartikeln kam am 27. Juni in Valencia, Venezuela, an.
© UNICEF/UN0876826/
Bild 4 von 5 | Unsere Teams vor Ort in Venezuela stellen sicher, dass Kinder und Familien in den Notunterkünften Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und sicheren Räumen bekommen.
© UNICEF/UN0876930/
Bild 5 von 5 | Im Warenlager in Panama wird eine große Hilfslieferung für Venezuela auf den Weg gebracht. Eine UNICEF-Mitarbeiterin kontrolliert die Hilfsgüter, darunter medizinische Artikel.
© UNICEF/UN0876706/
Hintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zum Erdbeben in Venezuela
Tektonische Spannungen waren der Auslöser für die verheerenden Erdbeben vom 24. Juni 2026. Die Auswirkungen waren in großen Teilen Venezuelas spürbar.
Es waren die stärksten Beben seit mehr als einem Jahrhundert in Venezuela. Erdbeben sind Naturkatastrophen, deren Zeitpunkt nur sehr schwer vorherzusagen ist, denn Erdbeben treten unregelmäßig auf. Sie entstehen, wenn sich Erdplatten gegeneinander verschieben oder aufeinanderstoßen. Diese Gesteinsplatten sind ständig in Bewegung, was in der Regel für uns Menschen kaum spürbar ist. Wenn die Platten aber zusammenstoßen, entsteht ein Erdbeben – wie aktuell in Venezuela.
Als Epizentrum gilt Morón im Bundesstaat Carabobo. Die Erschütterungen waren unter anderem in der Hauptstadt Caracas sowie in La Guaira, Aragua und angrenzenden Bundesstaaten zu spüren. In La Guaira befindet sich einer der größten internationalen Flughafen des Landes, die Stadt wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Im gesamten Land wurde der Notstand ausgerufen.
In den betroffenen Gebieten leben insgesamt 3,9 Millionen Kinder. Die Lage ist weiterhin unübersichtlich. Fest steht: Es gibt Hunderte Tote, Tausende Verletzte, und zehntausende Menschen werden noch vermisst. Viele Kinder sind unter den Opfern.
Such- und Rettungsmaßnahmen werden durch das enorme Ausmaß der Zerstörungen erschwert. UNICEF hat bereits erste Hilfsgüter für 100.000 Menschen versendet. Die UNICEF-Teams sind vor Ort.
Laut Angaben der Regierung in Venezuela kamen fast 4.500 Menschen durch die beiden schweren Erdbeben ums Leben (Stand: 13. Juli 2026). Rund 17.000 Menschen wurden verletzt. Und noch immer gelten Tausende Menschen als vermisst.
Weil UNICEF schon seit Jahrzehnten in Venezuela arbeitet, sind Teams bereits vor Ort. Von Nothilfe-Expert*innen bis zu mobilen Helfer*innen: Wir als Hilfsorganisation arbeiten eng mit Partnern, lokalen Organisationen und Behörden zusammen, damit Hilfe die betroffenen Kinder so schnell wie möglich erreicht.
Gleichzeitig mobilisieren wir unsere Kräfte weltweit. Nach Katastrophen wie den starken Erdbeben in Venezuela wird sofort geprüft, welche Hilfe an welchen Orten am dringendsten benötigt wird. Gemeinsam mit Partnern und Behörden stimmen wir die nächsten Schritte ab und organisieren den Einsatz vor Ort. In den weltweiten Logistikzentren von UNICEF werden Nothilfe-Pakete zusammengestellt und in die betroffenen Gebiete geschickt. Dort verteilen lokale Teams die Hilfsgüter an Kinder und ihre Familien.
Seit Jahren ist die humanitäre Lage für Kinder in Venezuela verheerend. Fast vier Millionen Kinder waren schon vor den Erdbeben dringend auf Hilfe angewiesen. Gewalt, Armut und Kriminalität haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Auch wegen der schlechten öffentlichen Gesundheitsversorgung sind viele Kinder und ihre Familien auf Unterstützung angewiesen. Es fehlt an Medikamenten und Impfstoffen, das Gesundheitssystem in Venezuela ist stark geschwächt.
Die schweren Erdbeben haben eine humanitäre Katastrophe ausgelöst: Tausende Menschen haben ihr Zuause verloren und sind obdachlos, Krankenhäuser und wichtige Infrastruktur sind beschädigt oder zerstört. Die Kinder und ihre Familien brauchen nun dringend lebensrettende Hilfe. Nach solchen Naturkatastrophen zählt jede Minute.
UNICEF setzt Spenden für die akute und langfristige Hilfe für Kinder in Venezuela ein. Die UNICEF-Teams sind seit Jahrzehnten im Land im Einsatz und stehen in engem Austausch mit Partnern vor Ort. Diese langjährige Zusammenarbeit trägt dazu bei, dass dringend benötigte Hilfe wie Trinkwasser und Medikamente schnell verteilt werden kann.
Tausende Familien brauchen jetzt nach dem Erdbeben dringend Unterstützung. UNICEF stimmt sich mit Partnern dazu ab, welche Hilfsgüter zu welcher Zeit an welchem Ort besonders dringend benötigt werden. Wir helfen dabei, Kinder mit medizinischer Versorgung, psychosozialer Unterstützung und sauberem Wasser zu erreichen.
Jeder Euro fließt in die Hilfe für Kinder in Venezuela. Nach Katastrophen wie dieser unterstützt UNICEF langfristig auch dabei, dass Kinder wieder zur Schule gehen können – zum Beispiel durch mobile Lernzentren in Zelten.
Die Kinder in Venezuela brauchen in ihrer akuten Notlage sofort Hilfe. Am wirksamsten helfen Sie mit einer Geldspende. Wir setzen die Spenden für Venezuela für das ein, was die Kinder jetzt am dringendsten brauchen, zum Beispiel für Erste-Hilfe-Sets, Medikamente, Zeltplanen und Tabletten zur Wasserreinigung. Rund 80 Prozent Ihrer Spende für Venezuela kommen direkt im Land an. Dank Ihrer Spende können wir Kinder und Familien in Venezuela mit Nothilfe versorgen.
UNICEF hilft den Kindern in der akuten Notlage, aber auch darüber hinaus. Wir helfen Kindern langfristig, in Venezuela und in über 190 anderen Ländern weltweit. Wenn Sie Kinder auch in anderen Krisen weltweit unterstützen möchten, können Sie eine regelmäßige Spende für UNICEF einrichten. Diese Dauerspenden sichern unsere weltweite Arbeit für Kinder auch langfristig. Wir setzen sie flexibel dort ein, wo Kinder in Not sind und Hilfe brauchen.
Sachspenden können wir als internationale Hilfsorganisation leider nicht annehmen. Sie verursachen hohen Aufwand und sind deshalb sehr teuer. Außerdem passen sie oft nicht genau zu dem, was die Kinder in ihrer Situation brauchen.
Warum für UNICEF spenden?
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
Seit 1946 setzen sich die Helfer*innen von UNICEF für Kinder in Not ein – mittlerweile in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion setzen wir uns für die Rechte von Kindern ein und unterstützen Kinder in Not. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen erreichen wir die Kinder schnell und können nachhaltig helfen.
UNICEF gibt es seit 80 Jahren. Im Laufe unserer Arbeit als Hilfsorganisation haben wir große logistische Erfahrung und ein weltumspannendes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Dazu zählen nicht nur unsere Warenlager mit Hilfsgütern in Kopenhagen und anderen Ländern, sondern auch weit über tausend Mitarbeitende weltweit, die sicherstellen, dass Kinder in Not innerhalb von 72 Stunden Hilfe bekommen – in jedem Winkel der Erde.
Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
Gemeinsam helfen verbindet: Die deutsche UNICEF-Gemeinschaft besteht nicht nur aus mehr als 300.000 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, sondern auch aus Hunderttausenden Einzelspenderinnen und -spendern, ehrenamtlich Engagierten in lokalen UNICEF-Gruppen und Prominenten, die sich für UNICEF engagieren. Sie alle tragen dazu bei, Kinderleben zu verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
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