Die WHO spricht von vier Formen der weiblichen Genitalbeschneidung. Welche sind das?

Hinweis: Der folgende Text thematisiert explizit Gewalt an Frauen. Wenn Sie / wenn du darauf sensibel reagierst, lesen Sie / lies bitte nicht weiter.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet die folgenden vier Typen:

  • Typ I: Die Klitoris und/oder die Klitorisvorhaut werden teilweise oder komplett entfernt.
  • Typ II: Die Klitoris und die kleinen Schamlippen werden teilweise oder vollständig entfernt. Die großen Schamlippen bleiben erhalten. 
  • Typ III: Wird Infibulation genannt. Zunächst werden die äußeren weiblichen Geschlechtsteile teilweise oder vollständig entfernt. Danach wird die Vaginalöffnung verengt. Dazu wird ein bedeckender, narbiger Hautverschluss erzeugt durch das Zusammenheften oder -nähen der Wundränder.
  • Typ IV: Unter Typ IV zählt die WHO alle anderen schädigenden Eingriffe, die die weiblichen Genitalien verletzen und keinem medizinischen Zweck dienen, zum Beispiel: Ritzen, Einschneiden, Stechen im Genitalbereich. 

Der Eingriff findet meistens unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und ohne Betäubung statt.

Typ I und II treten am häufigsten auf, dies ist je nach Land unterschiedlich. Typ III, die Infibulation, tritt bei etwa 10 Prozent aller betroffenen Frauen auf, am häufigsten in Somalia, im Sudan und in Dschibuti. 

Das von UNICEF veröffentlichte Video thematisiert nacheinander alle vier Typen.