Statement

Libanon: Kinder tragen Hauptlast der eskalierenden Gewalt

Statement von Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika  

Amman / Köln

Seit dem 2. März 2026 sind Tausende Menschen, darunter viele Kinder, aus ihren Häusern geflohen.

Seit dem 2. März 2026 sind Tausende Menschen, darunter viele Kinder, aus ihren Häusern geflohen. Kinder sind von den Folgen der Gewalt besonders stark betroffen.

© UNICEF/UNI753042/Ibarra Sánchez

„Die anhaltende Eskalation der Feindseligkeiten im Libanon und das verheerende Ausmaß, in dem Kinder davon betroffen sind, geben Anlass zu großer Sorge.

Laut jüngsten Berichten wurden seit dem 2. März infolge der zunehmenden Feindseligkeiten mindestens 83 Kinder getötet und 254 verletzt. In der vergangenen Woche wurden im Durchschnitt jeden Tag mehr als zehn Kinder getötet; fast 36 Kinder pro Tag wurden verletzt.

In den vergangenen 28 Monaten wurden im Libanon Berichten zufolge 329 Kinder getötet und 1.632 verletzt. Allein in den letzten sechs Tagen ist die Zahl der getöteten Kinder um 25 Prozent auf insgesamt 412 Kinder gestiegen.

Diese Zahlen sind erschütternd. Sie verdeutlichen auf dramatische Weise, welch hohen Preis Kinder in diesem Konflikt zahlen. Während die militärischen Angriffe im ganzen Land andauern, werden Kinder in alarmierendem Ausmaß getötet und verletzt, Familien fliehen aus Angst aus ihren Häusern, und Tausende Kinder schlafen in kalten und überfüllten Notunterkünften.

Im Libanon wurden rund 700.000 Menschen – darunter rund 200.000 Kinder – aus ihren Häusern vertrieben. Zehntausende weitere wurden bereits durch frühere Eskalationen vertrieben.

UNICEF fordert alle Akteure auf, die Zivilbevölkerung sowie zivile Infrastruktur – darunter Schulen und Notunterkünfte – zu schützen und ihren Verpflichtungen gemäß dem humanitären Völkerrecht nachzukommen.

UNICEF appelliert, die Situation dringend zu deeskalieren und weiteren Schaden für Kinder zu verhindern.“

Christine Kahmann
Sprecherin (Berlin) - Nothilfe & Internationale Themen