Pressemitteilung

UNICEF, ECPAT UND SAVE THE CHILDREN: BUNDESREGIERUNG MUSS MEHR TUN, UM KINDER WIRKSAM VOR SEXUELLER GEWALT ZU SCHÜTZEN

Köln, 24. März 2009

NATIONALE KONFERENZ ZUM SCHUTZ VOR SEXUELLER GEWALT GEGEN KINDER UND JUGENDLICHE BEGINNT IN BERLIN

Anlässlich der morgen in Berlin beginnenden zweitägigen „Nationalen Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ fordern die Kinderschutzorganisationen UNICEF, ECPAT und Save the Children die Bundesregierung auf, ein umfassendes Konzept zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt zu erstellen und umzusetzen. Dazu gehöre die technische Sperrung von kinderpornografischen Internetseiten ebenso wie umfassende Aufklärung über die Gefahren im Netz für Kinder und Eltern sowie eine wirksamere Strafverfolgung der Täter.

UNICEF, ECPAT und Save the Children, die den Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern im November 2008 in Rio de Janeiro mitorganisiert hatten, begrüßen, dass Deutschland mit der jetzigen Konferenz als erstes europäisches Land die Umsetzung der nationalen Folgemaßnahmen in Angriff nimmt. Die Konferenz in Berlin wird durchgeführt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, mit organisatorischer Unterstützung durch Save the Children. Im Rahmen der Konferenz wollen sich Regierung, Nichtregierungsorganisationen, Kinder und Jugendliche gemeinsam auf Eckpunkte verständigen, um die in Rio getroffenen Vereinbarungen für Deutschland umzusetzen. Die Kinderschutzorganisationen wollen erreichen, dass die Umsetzung konkret und schnell, mit der nötigen Energie und mit aller Konsequenz erfolgt.

Opfer identifizieren und Kinderpornografie bekämpfen

Um die Nutzung kinderpornografischer Internetseiten einzudämmen, fordern UNICEF, ECPAT und Save the Children die technische Sperrung entsprechender Seiten im Netz. Seit Jahren verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik einen Anstieg bei Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. „Hinter jedem dieser Bilder steht ein Kind, das missbraucht wurde und Hilfe benötigt“, sagt Kathrin Wieland, Geschäftsführerin der Kinderrechtsorganisation Save the Children Deutschland e.V. „Hier müssen Staaten, Nichtregierungsorganisationen, Medien und Internetwirtschaft international enger zusammenarbeiten. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, die Opfer zu identifizieren, und ihnen Hilfsmöglichkeiten anbieten.“

Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Erziehern stärken

„Noch nie wurden Heranwachsende so unmittelbar und häufig mit kinderpornografischen Abbildungen und Darstellungen sexueller Gewalt konfrontiert wie in Zeiten von Internet und Handy“, so die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland Regine Stachelhaus. „Wir müssen mehr tun, um die Verbreitung grausamer Bilder und Videos zu ächten.“ Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen müsse gefördert werden. Auch Eltern sollten besser über Gefahren im Netz Bescheid wissen.

Strafverfolgung verbessern – Gesetze konsequent anwenden

Auch der Kampf gegen Kinderhandel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Tourismus muss weiter verstärkt werden, fordert Mechtild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland e.V. – Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder gegen sexuelle Ausbeutung: „Kinderprostitution, Kinderhandel und der Handel mit kinderpornografischen Schriften zählen zu den massivsten Verletzungen der Rechte von Kindern.“ Die Rechtslage zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus habe sich zwar in den letzten Jahren verbessert, aber nach wie vor gebe es erhebliche Defizite bei der internationalen Strafverfolgung. „Fakt ist, dass die Fallzahlen in erschreckendem Maße zunehmen. Dennoch kommen nur wenige Fälle zur Anzeige und nur ein Bruchteil davon endet mit einer Verurteilung“, sagt die ECPAT-Geschäftsführerin. Tourismusindustrie, Kinderschutzorganisationen und Strafverfolgungsbehörden seien hier auf eine noch engere Kooperation angewiesen.

Die Nationale Konferenz in Berlin wird, so die Mitorganisatoren des Weltkongresses von Rio, auch daran gemessen werden, wie sie dieser verbesserten internationalen Zusammenarbeit zum Schutz der Kinder und Jugendlichen den Weg bereitet.

Ansprechpartner

Projektbüro „Nationale Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“
Save the Children Deutschland e.V.
Christa Dammermann
Tel.: 030 / 27595979-0
E-Mail: christa.dammermann(at)savethechildren.de
Internet: www.savethechildren.de

ECPAT Deutschland e.V., Mechtild Maurer, Tel.: 0761 / 45687148, E-Mail: maurer(at)ecpat.de, Internet: www.ecpat.de


Einladung an Journalisten

Die zweitägige Konferenz beginnt am 25. März um 13:00 Uhr im Tagungszentrum Neue Mälzerei mit einem Eröffnungsvortrag der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen.

Das vollständige Konferenzprogramm finden Sie auf der Ministeriumswebsite www.bmfsfj.de.

Bitte senden Sie Ihre Teilnahmebestätigung an das Projektbüro von Save the Children.

Gern stellen wir Ihnen sendefähiges Filmmaterial und Fotos zur Verfügung.

Helga Kuhn

PRESSEKONTAKT

Helga Kuhn
0221-93650-234
E-Mail: presse(at)unicef.de


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