Pressemitteilung

BERLINER PHILHARMONIKER: EINSATZ FÜR DIE RECHTE VON KINDERN MIT BEHINDERUNGEN

Köln, 19. September 2011

INTERNATIONALE UNICEF-BOTSCHAFTER IN ASERBAIDSCHAN

Kinder mit Behinderungen sind in den Staaten Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion bis heute vielfach ausgeschlossen und werden diskriminiert. Viele wachsen in Heimen auf und haben keinen Zugang zu Förderung und Bildung. Die Berliner Philharmoniker setzen sich jetzt als Internationale UNICEF Botschafter zusammen mit UNICEF dafür ein, die Rechte dieser Kinder zu stärken. Ein Ensemble des weltberühmten Orchesters nimmt an der ersten Internationalen Konferenz für Menschen mit Behinderung in Aserbaidschan teil und gibt dort auch ein Konzert mit dem staatlichen Sinfonieorchester.

Während ihres Aufenthalts in Aserbaidschan vom 19.-22. September 2011 besuchen die Künstler auch verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen- darunter zwei Zentren für Kinder mit psychischen und körperlichen Behinderungen. Für die Berliner Philharmoniker sind Christoph Hartmann (Oboe), Philipp Bohnen (Violine), Mor Biron (Fagott) und Clemens Weigel (Cello, als Gast) in Aserbaidschan zu Gast.

Alizada Aysel mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker in Baku. © UNICEF/Pirozzi

Alizada Aysel mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker in Baku.
© UNICEF/Pirozzi

Nach Angaben von UNICEF leben in Aserbaidschan rund 60.000 Kinder mit Behinderung. Davon besuchen gerade einmal zehn Prozent eine Schule, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Weitere 11.000 Kinder mit Behinderung werden zu Hause unterrichtet. Nach wie vor werden Kinder mit Behinderungen häufig in Krankenhäusern, Heimen, Internaten oder Waisenhäusern untergebracht und somit sozial isoliert.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserer Musik dazu beitragen können, die Gesellschaft positiv zu verändern; eine Gesellschaft zu erschaffen, in der Kinder mit Behinderungen sich genauso frei und unbeschwert ausdrücken können wie gesunde Kinder – zum Beispiel durch Musik. Denn jedes Kind hat das Recht ein aktives und gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft zu sein“, sagt Stanley Dodds, Vorstandsmitglied der Berliner Philharmoniker.

Mit Unterstützung von UNICEF stellt die erste Internationale Konferenz für Menschen mit Behinderung in Aserbaidschan das Recht von Kindern mit Behinderung auf Bildung, Förderung und gesellschaftliche Eingliederung in den Mittelpunkt. Die Konferenz wird von UNICEF, der Heydar Aliyev Foundation und der Regierung Aserbaidschans ausgerichtet.

Die Musiker geben ein Konzert mit dem Staatssinfonieorchester und besuchen mehrere Projekte für Kinder mit Behinderung in der Hauptstadt Baku und Umgebung: Darunter ein Kinderzentrum für Mädchen und Jungen mit neuropsychologischen Störungen sowie das Tageszentrum „Mushvig“. In einem Musikinternat für sehbehinderte Kinder werden die Künstler einen Workshop für 150 Kinder geben. Der Workshop soll den Mädchen und Jungen die Möglichkeit vermitteln, sich mit Musik auszudrücken.

Um Kinder mit Behinderungen besser zu fördern, setzt sich UNICEF in Aserbaidschan dafür ein, gemeindenahe Hilfsangebote zu schaffen. Dafür bildet UNICEF zum Beispiel Sozialarbeiter aus. Familien mit Kindern mit Behinderungen brauchen gezielte finanzielle Hilfe und Beratungsangebote, um ihre Kinder besser vor Aussonderung und Diskriminierung zu schützen.

Seit 2007 sind die Berliner Philharmoniker unter der künstlerischen Leitung von Sir Simon Rattle Internationale UNICEF Botschafter. Das weltberühmte Orchester hat UNICEF bereits mit vielen Konzerten unterstützt. Dabei stand besonders die UNICEF-Nothilfe in Haiti und nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan im Vordergrund. Die Berliner Philharmoniker sind die einzigen Internationalen UNICEF-Botschafter aus Deutschland und weltweit die einzige Institution in dieser Funktion.

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Rudi Tarneden

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