Deutschland: Eine Gruppe von Schulkindern posiert für die Kamera.

SCHULEN LEBEN KINDERRECHTE

Jetzt auf dem Stundenplan und auch hinter den Kulissen: Kinderrechte! - Mit dem Kinderrechteschulen Programm setzt sich UNICEF dafür ein, dass Schulen in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention sowohl im Unterricht als auch in ihrem Schulalltag verankern. 

Unter dem Motto „Wir leben Kinderrechte“ werden die Kinderrechte zum Herzstück der Schulgemeinschaft und von den Kindern, Jugendlichen, Lehrkräften, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern gleichermaßen respektiert und gelebt. 

So erleben die Kinder und Jugendlichen ihre Schule als einen Lernort, in dem ihre Meinungen ernst genommen und ihre Talente gefördert werden. Sie lernen respektvoll miteinander umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Dies ist wichtig für ihre persönliche Entwicklung. Gleichzeitig erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass sie einen aktiven Beitrag zu einer Gesellschaft leisten, in der die Kinder- und Menschenrechte tagtäglich gelebt werden und alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen erhalten. 

UNICEF-Komitee-Mitglied Anne Lütkes

Die Verwirklichung der Kinderrechte beginnt im Alltag eines jeden Kindes. Schulen sind zentrale Orte, in denen sie lernen, ihre Vorstellungen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.

Anne Lütkes, UNICEF Komitee-Mitglied

KINDERRECHTE IN SCHULEN

Das Kinderrechteschulen Programm wird von UNICEF bereits seit vielen Jahren erfolgreich in Deutschland und weiteren europäischen Ländern umgesetzt.

FRAGEN ZUM PROGRAMM KINDERRECHTESCHULEN 

  • Wie profitiert eine Schule von dem UNICEF-Programm?

    Eine Kinderrechteschule richtet ihre pädagogische Praxis an der UN-Konvention über die Rechte des Kindes aus. Die Kinderrechte werden im Schulalltag gelebt und als Teil der Schulpolitik wahrgenommen: Schülerinnen und Schüler kennen ihre Rechte und fordern sie lokal, aber auch für Kinder weltweit ein. 

    In Kinderrechteschulen bekommen Schülerinnen und Schüler die Chance, ihre Meinung zu sagen und werden damit von Lehrkräften, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern ernst genommen. Sie lernen, dass die Ansicht jedes Einzelnen zählt und gehen respektvoller miteinander um. Insgesamt kommt es dadurch zu weniger Konflikten innerhalb der Schulgemeinschaft. Das Schulklima ist positiver.

    Die Kinder und Jugendlichen entwickeln zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern eine vertrauensvolle Bindung. Dies steigert die Motivation zu Lernen und sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. 

    Häufig wachsen Kinder und Jugendliche in Kinderrechteschulen über sich hinaus, übernehmen mehr Verantwortung für sich, ihre Klassenkameraden, ihre Umgebung und ihre Zukunft.  

  • Wie wird eine Schule zur Kinderrechteschule?

    UNICEF Deutschland hat für Schulen ein Trainingsmodell entwickelt, das neben der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern auch die Fachkräfte der Nachmittagsbetreuung, die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Eltern mit Fachwissen ausstattet und in das Programm Kinderrechteschulen integriert.

    Mit einem obligatorischen „Pädagogischen Tag“ macht sich die jeweilige Schule auf den Weg zur Kinderrechteschule. Während des Pädagogischen Tages werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Räumen der Schule über die Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention, die Kinderrechtsbildung und die Berücksichtigung der Kinderrechte im täglichen Schulbetrieb anhand praktischer Beispiele informiert. Zudem wird ein Plan mit ersten Schritte zur Umsetzung festgelegt.

    Nach der Teilnahme am Pädagogischen Tag erhält die Schule das Siegel „Auf dem Weg zur Kinderrechteschule“. 

    Darauf aufbauend folgen im Anschluss innerhalb eines Jahres vier modulare Schulungen in Form von Online-Angeboten, wie E-Learning (Electronic Learning). Sie beinhalten die Themenbereiche: Beteiligung, Vielfalt und Nicht-Diskriminierung, Gewaltprävention und Kinderrechte global. 

    UNICEF Trainerinnen und Trainer begleiten die Schulen auf dem Weg zur Kinderrechteschule. Gemeinsam mit der jeweiligen Schule entwickeln sie einen individuellen Plan zur Aufnahme der Kinderrechte in ein ganzheitliches Schulkonzept. Teilnehmende Schulen erhalten zudem die Möglichkeit, sich untereinander und mit anderen Kinderrechteschulen auszutauschen.

    Eine einmalige Gebühr zur Teilnahme am Programm richtet sich nach der Größe der Schule und beträgt maximal 400 Euro. 

    Die Schule erhält nach erfolgreichem Durchlaufen des Trainings das Siegel „Kinderrechteschule – Wir leben Kinderrechte“. Aktiv beteiligtes Schulpersonal erhält ein Zertifikat. 

  • Wie begleitet UNICEF die Schulen auf dem Weg zur Kinderrechteschule?

    UNICEF Deutschland möchte die Grund- und weiterführenden Schulen auf ihrem Weg zur Kinderrechteschule und beim Durchlaufen eines siebenstufigen Entwicklungsprozesses unterstützen. Die sieben Stufen des Trainings vereinen online- und offline Lerneinheiten miteinander und geben alltagsnahe Beispiele für Aktivitäten, die an der Schule umgesetzt werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Durchführung einer schulweiten Umfrage, um weitere kindgerechte Maßnahmen umzusetzen, das gemeinsame Verfassen einer Schulcharta oder der Aufbau eines Schülerrats. 

    Die Beteiligung aller Kinder und Jugendlichen wird dabei zur Schlüsselkomponente im Schulalltag der Kinderrechteschulen. Schulen leben Kinderrechte – nicht FÜR Kinder und Jugendliche, sondern gemeinsam MIT ihnen. 

    Ziel von UNICEF Deutschland ist es, bis 2030 bundesweit möglichst viele Grund- und weiterführende Schulen in den 16 Bundesländern für das Kinderrechteschulen Programm zu gewinnen.

  • Welche Rolle spielen die Ministerien mit Blick auf das UNICEF Programm?

    Beim Kinderrechteschulen Programm arbeitet UNICEF eng mit den Ministerien der Bundesländer zusammen. Die Kultus-, Schul- und Bildungsministerien der jeweiligen Bundesländer werden von Anfang an in das Programm mit einbezogen. Nur so kann das Programm nachhaltig in den Bundesländern verankert und auf lange Sicht in die Hände des jeweiligen Ministeriums übergeben werden. Dazu wird ein Plan zur Umsetzung des Programms erarbeitet und ein gemeinsamer Vertrag aufgesetzt. 

    UNICEF setzt sich für einen Aufbau der Kapazitäten bei den zuständigen Verantwortlichen in den Ministerien bzw. deren Partnerorganisationen ein. Sie werden von UNICEF geschult. So können sie die Trainings an den Schulen selbst durchführen und das Programm weiterführen. Unterstützung bekommen sie dabei jederzeit von UNICEF Trainerinnen und Trainern. 

    Aus diesem Grund können sich aktuell nur Schulen anmelden, deren Ministerien bereits in das Programm eingebunden sind. Dies ist beispielsweise in Nordrhein-Westfalen der Fall. UNICEF wird das Programm ab 2021 auch auf Niedersachsen ausweiten. UNICEF ist darüber hinaus in Gesprächen mit Brandenburg und Hamburg. Weitere Bundesländer sollen folgen.  

  • Wo können sich Schulen melden, wenn sie Kinderrechteschule werden wollen oder an Informationsmaterial interessiert sind?

    Aktuell können sich Schulen aus Nordrhein-Westfalen für das Programm Kinderrechteschulen über die Seite http://kinderrechteschulen-nrw.de/ anmelden, weitere Bundesländer sollen folgen. 

    Bei weiteren Fragen erreichen Sie unsere Programmassistentin Simone Brandt unter der Telefonnummer 0221-936 50-674 oder per E-Mail unter kinderrechteschulen@unicef.de.  

    Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Ansprechpartnerin

Sie haben noch mehr Fragen zum Kinderrechteschulen Programm von UNICEF? Dann melden Sie sich gerne per Telefon oder Mail:

Simone Brandt, Programmassistenz
Team Kinderrechteschulen

Tel 0221-936 50-674
kinderrechteschulen@unicef.de