Gaza: Ein Mädchen steht im Gazastreifen zwischen zerstörten Gebäuden

Israel / Gaza: Großes Leid für Kinder auf beiden Seiten

Kinder und Jugendliche wurden aus Israel entführt. Kinder aus Israel und aus Palästina werden verletzt und getötet. Im Gazastreifen erleben die Kinder eine humanitäre Katastrophe.

Auf beiden Seiten haben Kinder Angst. Die anhaltende Gewalt prägt ihren Alltag. Sie lässt kaum ein Kind unberührt.

Es geht gerade viel darum, auf wessen Seite man steht. Wir von UNICEF stehen auf der Seite der Kinder. Immer, überall.

Nach den schrecklichen Angriffen auf Israel und den folgenden Bombardierungen des Gazastreifens gibt es mittlerweile kaum noch ein Kind in Israel und in Gaza, das keinen körperlichen oder psychischen Schaden nimmt. Dabei tragen die Kinder keinerlei Verantwortung für die Situation.

In unserem Video erklärt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, mehr zur Lage der Kinder in Israel und Gaza und zur aktuellen UNICEF-Hilfe:

Wir von UNICEF fordern die sofortige, sichere Freilassung aller Geiseln und insbesondere der minderjährigen Geiseln, die im Gazastreifen noch festgehalten werden. Sie müssen sicher zu ihren Angehörigen zurückkehren.

Zudem fordern wir einen sofortigen humanitären Waffenstillstand und die Öffnung weiterer Grenzübergänge zum Gazastreifen, um die Familien mit lebenswichtigen Hilfsgütern versorgen zu können.

Denn im Gazastreifen ist die Not von einer Million Kindern groß. Es gibt keinen sicheren Ort mehr, an dem sie Zuflucht suchen können und es fehlt an allem: Es gibt kaum sauberes Trinkwasser, die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, Grundnahrungsmittel wie Brot sind extrem knapp. Wir von UNICEF bringen so viele Hilfsgüter wie möglich zu den Kindern. Der Bedarf an Hilfe ist enorm.

Hilfe für Kinder in Gaza
UNICEF ist mit lebensrettender Hilfe im Einsatz. Sie können uns mit Spenden unterstützen.

Die humanitäre Situation hat einen tödlichen Tiefpunkt erreicht. Mitgefühl – und das Völkerrecht – müssen jetzt Vorrang haben.

James Elder, UNICEF-Sprecher
UNICEF-Sprecher James Elder

Alle Kinder müssen geschützt werden

Solange die Gewalt in der Region andauert, ist kein Ort sicher für Kinder. Alle Kinder haben gemäß der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf:

  • Leben und Freiheit
  • Schutz vor jeglicher Gewalt
  • medizinische Versorgung
  • sauberes Trinkwasser und ausreichend Nahrung
  • Bildung
  • psychosoziale Unterstützung
InfoLeistet UNICEF in Israel Hilfe?


UNICEF ist erschüttert über die furchtbaren Angriffe auf Israel und die Folgen für Kinder und Familien. Jedes Kind muss vor Gewalt geschützt sein. UNICEF fordert, dass alle Kinder, die in Gaza als Geiseln gehalten werden, unverzüglich freikommen und zu ihren Angehörigen zurückkehren.

In Israel ist UNICEF seit 2009 als eines von weltweit 33 UNICEF-Nationalkomitees aktiv. Das israelische Nationalkomitee wirbt um Unterstützung für die UNICEF-Arbeit weltweit und setzt sich für die Förderung und Sensibilisierung für Kinderrechte ein.

Mit Programmarbeit ist UNICEF in Israel aktuell nicht aktiv. Länder mit höherem Einkommen – wie Israel – sind in der Regel selbst in der Lage, die Kinder im Land angemessen zu versorgen. UNICEF-Hilfe in einem Land erfolgt jeweils auf Einladung und in Absprache mit der jeweiligen Regierung. Sollte UNICEF um Unterstützung gebeten werden, stehen wir selbstverständlich bereit.

Fragen und Antworten zur Lage im Gazastreifen und der UNICEF-Arbeit vor Ort

Für die Kinder im Gazastreifen spitzt sich die Lage mit jedem Tag zu. Das UNICEF-Team vor Ort versucht alles in seiner Macht Stehende, um Kinder und ihre Familien weiter mit humanitärer Hilfe zu erreichen.

Während der Feuerpause ab 24. November haben Lkw mit UNICEF-Hilfsgütern für Kinder auch den Norden Gazas erreicht. Wir hatten unsere vorbereitete Hilfe an der Grenze massiv aufgestockt. Unsere Priorität liegt derzeit bei lebenswichtigen Hilfsgütern wie Trinkwasser, Material für Sanitäranlagen, Medikamenten und Hygieneartikeln.

Auch in den Wochen zuvor konnten wir schon medizinische Hilfsgüter liefern, darunter Medikamente und Verbandszeug. Zudem versorgen wir Familien in Notunterkünften mit Trinkwasserflaschen und Wasser per Lkw.

Doch ohne kontinuierliche Hilfslieferungen und den Zugang zu Kindern in Not wird die humanitäre Lage in Gaza immer mehr zu einer Frage von Leben und Tod. UNICEF fordert gemeinsam mit seinen Partnern einen humanitären Waffenstillstand sowie sofortigen, uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe.

Spenden für Gaza: Ein UNICEF-Mitarbeiter nimmt eine Lieferung von humanitären Hilfsgütern entgegen.

Tausende Kinder im Gazastreifen erhalten von uns die dringend benötigte lebensrettende Unterstützung. Hier kommt gerade eine Lieferung von medizinischen Hilfsgütern in einem Krankenhaus an.

© UNICEF/UNI460608/El Baba

Aktuell erreichen uns viele Fragen zur Situation der Kinder im Nahen Osten und zu unserer Arbeit. Hier geben wir Antworten:

UNICEF verurteilt die Gewalt aufs Schärfste und setzt sich für den Schutz aller Kinder ein. Im Gazastreifen und im Westjordanland ist UNICEF seit vielen Jahren tätig. Nach wochenlangen Luftangriffen und unterbrochenen Versorgungswegen haben Kinder und Familien im Gazastreifen praktisch kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keinen Strom, keine Medikamente und keinen sicheren Zugang zu Krankenhäusern mehr.

Das UNICEF-Team vor Ort tut aktuell alles dafür, um Kinder und ihre Familien weiter mit humanitärer Hilfe zu erreichen.

In Israel steht UNICEF im direkten Austausch mit den Behörden. Bisher hat die Regierung keine Unterstützung angefordert. UNICEF steht bereit, falls dieser Fall eintritt.

Die UNICEF-Teams in Gaza haben bereits Hilfsgüter und Medikamente an Krankenhäuser verteilt. Zudem hat UNICEF zwei Entsalzungsanlagen im Gazastreifen mit Treibstoff am Laufen gehalten. Anlagen wie diese sind sehr wichtig, um Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. UNICEF konnte zudem Trinkwasserflaschen und Hygienesets für Hunderttausende Menschen (darunter die Hälfte Kinder) hinter die Grenze bringen und in Notunterkünften verteilen.

Die bisherigen Hilfslieferungen nach Gaza reichen bei Weitem nicht aus. UNICEF appelliert dringend, den Zugang für humanitäre Hilfe sicherzustellen, damit wir Kinder und ihre Familien auch weiter mit lebensrettenden Diensten und Hilfsgütern versorgen können.

Mehr zu unserer Hilfe in Gaza lesen Sie hier.

Kann ich für die Kinder in Gaza spenden?

Die Hilfe für Kinder im Gazastreifen können Sie mit Spenden unterstützen. Wann immer die Sicherheitslage es zulässt, verteilt UNICEF sauberes Trinkwasser, Hygienepakete und andere Hilfsgüter an Familien, liefert Medikamente an Krankenhäuser. Durch Schul- und Spielmaterialien erhalten Kinder in Notunterkünften etwas Normalität. Auch hochproteinhaltige Kekse für Kinder sind Teil der Nothilfe – so können wir Kinder vor Mangelernährung schützen.

Aktuelles von UNICEF zu Israel / Gaza

Statement
Statement der UNICEF-Exekutivdirektorin zum Schutz der Kinder in Gaza vor dem UN-Sicherheitsrat
"Ich möchte diesem Rat für die Verabschiedung der Resolution 2712 danken, die die unverhältnismäßigen Auswirkungen dieses Krieges auf Kinder anerkennt, indem sie die Konfliktparteien auffordert, den Kindern den besonderen Schutz zu gewähren, auf den sie nach dem Völkerrecht Anspruch haben."

Statement
Wettlauf gegen die Zeit: Wasserknappheit verstärkt das Risiko von Krankheitsausbrüchen in Gaza
Statement von UNICEF-Sprecher James Elder bei der heutigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf.

Pressemitteilung
Gaza: 31 vom Tod bedrohte Frühgeborene verlegt | Gemeinsamer Einsatz von UNICEF und anderen Organisationen
Heute wurden 31 Frühgeborene, die um ihr Überleben kämpften, aus dem Al-Shifa-Krankenhaus im Norden des Gazastreifens gerettet und in den Süden verlegt.