Pressemitteilung
SAMMLUNG RAU FÜR UNICEF
Köln
Dienstag, 24. September 2013, 16:39 Uhr

ERFOLGREICHE ZWISCHENBILANZ DER VERKÄUFE

Langfristige Unterstützung für Programme in der Demokratischen Republik Kongo, Burundi, Eritrea und Namibia

Im Vorfeld der Herbstauktionen zieht UNICEF Deutschland eine erfolgreiche Zwischenbilanz der bisherigen Verkäufe aus der Sammlung Rau für UNICEF. In der Zeit von Mai bis Juli 2013 wurden auf sechs Auktionen bei Sotheby’s in London sowie bei Lempertz in Köln 128 Gemälde und Skulpturen angeboten. Insgesamt wurden bislang 92 Werke verkauft. In Summe konnte ein Erlös von rund 43 Millionen Euro erzielt werden, der in die deutsche UNICEF-Stiftung fließt. Zwei Gemälde wurden außerhalb der Auktionen verkauft – jeweils zu Preisen über dem Weltrekord für den jeweiligen Künstler.

Mit den Erträgen der UNICEF-Stiftung werden langfristige Hilfsprogramme unterstützt, darunter – in Zusammenarbeit mit der in der Schweiz ansässigen Dr. Rau Stiftung – insbesondere das von Dr. Rau gegründete Krankenhaus sowie vier weitere Programme in der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Namibia und Burundi.

Bei den bisherigen Auktionen wurden sehr gute Ergebnisse insbesondere für ein Gemälde von El Greco (9.439.000 Euro), Monet (6.442.000 Euro) und ein Elfenbein-Triptychon aus dem 14. Jahrhundert (2.802.000 Euro) erzielt. Alle Objekte der Sammlung Rau für UNICEF finden Sie auf der Website sammlung-rau-für-unicef.de.

Nach Erteilung des Erbscheins 2008 ging UNICEF davon aus, dass nach Abzug aller Verbindlichkeiten, Verfahrenskosten und Aufwendungen für den Unterhalt der Kunstsammlung (Versicherung, Lagerung und Instandhaltung) rund 119 Millionen Euro der UNICEF-Stiftung zur Verfügung stehen werden. Nach den ersten erfolgreichen Verkäufen zeichnet sich ab, dass dieser Betrag erheblich überschritten wird. Nach Abschluss der für 2013 geplanten Verkäufe wird die UNICEF-Stiftung detailliert alle Einnahmen und Ausgaben der Öffentlichkeit mitteilen.

Weitere Auktionen, deren Kosten wie bisher ausschließlich die Auktionshäuser tragen, sind für insgesamt 389 Objekte geplant:

24.09.2013 – Sotheby’s, London: Collections Sale

20.11.2013 – Sotheby’s, London: 19th Century European Paintings Sale

15.+16.11. 2013 – Kunsthaus Lempertz, Köln: Sammlung Rau für UNICEF II

5.12.2013 – Bonhams, London: Rau UNICEF Sale

Mehr als 300.000 Besucher der Sammlung im Arp Museum

Gemäß dem Willen des Stifters werden ausgesuchte Gemälde und Skulpturen bis 2026 öffentlich gezeigt. Dieser Teil des Vermächtnisses wird mit der „Kunstkammer Rau“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen erfüllt. Mehr als 300.000 Besucher haben bereits dort die in Wechselausstellungen präsentierten Kunstschätze des Dr. Rau bewundert. Alle derzeit nicht zum Verkauf stehenden Werke der Sammlung – rund 250 Gemälde und Skulpturen – wurden im Arp Museum zusammengeführt. Über Leihgaben zum Beispiel an das Getty Museum, Los Angeles, oder Musée d‘Orsay, Paris, wurde ein Millionenpublikum erreicht.

Langfristige Finanzierung für das Krankenhaus Dr. Rau

Die UNICEF-Stiftung schloss 2011 mit der Dr. Rau Stiftung, Zürich, – als rechtlich anerkannte Nachfolgerin aller früher von Dr. Rau in der Schweiz gegründeten Stiftungen – eine Vereinbarung, in der die Eigentümerstellung der UNICEF-Stiftung bestätigt wurde. Aus Mitteln des Nachlasses von Gustav Rau wird das von Dr. Rau gegründete Krankenhaus in Ciriri in der Demokratischen Republik Kongo von der UNICEF-Stiftung sowie der Dr. Rau Stiftung bislang mit mehr als einer Million Euro seit 2009 finanziell gefördert. Das Krankenhaus Dr. Rau fungiert heute als Referenzhospital für die gesamte Region Süd-Kivu und ist auch für 34 Gesundheitsstationen im Umland zuständig. Es wird in der Trägerschaft der Erzdiözese Bukavu geführt, von Caritas International verwaltet. Rund 215.000 Menschen leben im Einzugsgebiet des 130-Betten-Krankenhauses. 8.500 Menschen werden jedes Jahr ambulant behandelt.

Seit Gründung des Krankenhauses wird auch ein Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder durchgeführt. Die UNICEF-Stiftung und die Dr. Rau Stiftung ermöglichten die Errichtung einer neuen Gynäkologie- und Geburtshilfe-Station. Es entstanden Kreißsäle, Behandlungs- und Patientenzimmer sowie Räumlichkeiten für die Angehörigen der Patienten. Für die kommenden zehn Jahre sind der weitere Ausbau der Gebäude, Schulungen für das Personal, die Anschaffung von Krankenwagen sowie die kontinuierliche Verbesserung der Klinikausstattung geplant. Zur Förderung des Krankenhauses in den Jahren 2013-2020 soll in Abstimmung mit den Projektverantwortlichen vor Ort ein Betrag von rund 4,1 Millionen US-Dollar (3,1 Millionen Euro) fließen.

Weitere Programme in vier Ländern Afrikas

Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit der Dr. Rau Stiftung vier weitere Programme in vier afrikanischen Ländern mit insgesamt rund sieben Millionen Euro gefördert:

  • Demokratische Republik Kongo: Gesunde Dörfer, gesunde Schulen. In vier östlichen Provinzen des Landes werden Lehrer und Gesundheitshelfer fortgebildet, um die hygienischen Bedingungen in Dörfern und in Schulen zu verbessern.
  • Eritrea: Ein guter Start ins Leben. Das Programm verbessert die medizinische Versorgung für werdende Mütter und Neugeborene in zehn besonders armen und abgelegenen Regionen des Landes. Zehn Gesundheitszentren werden ausgebaut, Krankenschwestern und Gesundheitshelfer ausgebildet.
  • Namibia: Prävention von HIV/AIDS. UNICEF stärkt die Aufklärungsarbeit für Jugendliche. Es werden HIV-Tests bereitgestellt, infizierte Mädchen und Jungen erhalten Zugang zu psychologischer und medizinischer Versorgung.
  • Burundi: Überleben sichern für Neugeborene. UNICEF hilft, 20 Gesundheitszentren und sechs Geburtshilfestationen zu renovieren. 200 Hebammen und Krankenschwestern und mehr als 230 Gesundheitshelfer werden ausgebildet, um die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern.

Alle Objekte der Sammlung Rau für UNICEF im Internet unter Sammlung Rau für UNICEF.

Helga Kuhn

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