Kids Takeover 2020 in Treptow-Köpenick © UNICEF-AG Berlin

IHRE FRAGEN, BITTE!

Am 19. November befragten ca. 60 Schülerinnen und Schüler den Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick Oliver Igel zu Themen rund um Schule, Verkehr und Klimaschutz.

Im Rahmen der weltweiten Aktion „Kids Takeover“ hat auch dieses Jahr der Köpenicker Bezirksbürgermeister Oliver Igel Mädchen und Jungen der 3.-6. Schulklasse aus dem Bezirk zu einer Fragestunde im Rathaus Köpenick eingeladen. Besonders war die Veranstaltung dieses Jahr nicht zuletzt auch wegen des 30. Geburtstags der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November.

Für eine passende Einstimmung zum Thema Kinderrechte sorgten bereits im Vorhinein Mitglieder der UNICEF-Stadtteilgruppe Treptow-Köpenick und des ATES-Teams. Besonders gut dafür geeignet waren die Ergebnisse der UNICEF-Umfrage „My place, my rights“, an der im Sommer 2019 mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland ihre Meinung zu Themen wie Mitbestimmung, Freizeit und Mobbing äußerten.  

Die Ergebnisse der Umfrage "My place, my rights" werden präsentiert. © UNICEF-AG Berlin

Gunda-Alexandra Detmers präsentiert die Ergebnisse der Umfrage "My place, my rights".
© UNICEF-AG Berlin

Dabei stellten die UNICEF-Ehrenamtlichen die wichtigsten Umfrageergebnisse für Berlin und Deutschland vor – z.B. wünschen sich Kinder und Jugendliche in der Hauptstadt vor allem attraktivere Schulinhalte und Schulzeiten, spannendere Freizeitangebote, sowie mehr politische Mitsprache. Besonders beim letzten Punkt kann die Politik vieles verbessern – während ganze 60% der teilgenommenen Berlinerinnen und Berliner sich mehr politische Mitbestimmung wünschen, gibt nur etwa ein Drittel an, dass diese auch tatsächlich in der Realität bestehen. Es gibt aber auch positive Ergebnisse. Nicht zuletzt auch dank der Arbeit des UNICEF-Aktionsteams für Kinderrechte zeichnen die Daten über die Kinderrechtebildung im Berliner Unterricht ein erfreuliches Bild – diese liegt mit fast 60% deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.

Und nun durfte nach all den Zahlen auch endlich gespielt werden! Jedes Kind bekam jeweils 3 Kärtchen mit einem lächelnden, einem neutralen und einem traurigen Gesichtsausdruck. Die UNICEF-Ehrenamtlichen stellten unterschiedliche Thesen im Raum und die Kinder sollten je nach ihrer Meinung und Befinden die entsprechende Karte hochhalten. Hinter jeder These versteckte sich allerdings auch ein Kinderrecht. So deutete die Frage „Wie findest Du es, wenn ein Mitschüler von anderen geärgert und gemobbt wird?“ auf das Recht auf Schutz vor Gewalt hin. Unsere Engagierten befragten dann jeweils ein paar Kinder zu ihrer Wahl – so konnten die Mädchen und Jungen unterschiedliche Meinungen hören und sich auch mal überreden lassen. Auch wurden durch kluge Argumente Kinderrechte in Aussagen gefunden, die auf dem ersten Blick nicht gleich auffielen – wie beispielsweise mit der These „Wie findest Du es, wenn man in Deiner Schule nur über eine Treppe in die nächste Etage gelangen kann?“ und dem damit zusammenhängenden Recht auf besonderen Schutz bei Behinderung.

Smiley-Spiel © UNICEF-AG Berlin

Beim Smiley-Spiel gab es oft unterschiedliche Meinungen.
© UNICEF-AG Berlin

Gegen 11 Uhr war es dann soweit: Bezirksbürgermeister Oliver Igel betrat den Saal! Ann-Katrin Fahrenkamp, Leiterin der UNICEF-AG Berlin, sprach ein Grusswort für die Kinder und den Bezirksbürgermeister, índem sie die Geschichte und Bedeutung der Kinderrechte kurz schilderte. Besonders hob sie dabei die Geltung der Rechte für jedes Kind hervor: unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sozailer, ethnischer oder kultureller Herkunft". Rchte zu haben heiße zugleich, dieselben Rechte auch des anderen zu akzeptieren.

Sodann stellte sich Igel zügig den vielen Fragen des gespannten Publikums. Diese kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – mal ging es um die Sauberkeit im Bezirk, mal um das Pflanzen von Straßenbäumen, mal um den Bau neuer Spielplätze. Herr Igel nahm jede Frage ausgesprochen ernst und beantwortete sie gründlich. So wies er auf die Anmerkung zweier Schülerinnen, dass die Schulkantine nicht mehr für alle ausreiche und die Kinder deswegen in Essschichten eingeteilt werden, daraufhin, dass durch die Sicherstellung kostenloses Schulessens – ein wichtiger und richtiger Schritt - mehr Kinder zu der gleichen Zeit versorgt werden müssen. Das sei mit organisatorischen Änderungen verbunden, die von Schule zu Schule variieren können. Im Bereich Freizeit ermutigte der Bezirksbürgermeister die Kinder, ihre Wünsche nach neuen, attraktiveren Spielplätzen zeitig kundzutun. Auch über Aufforderungen zur Verbesserung der Verkehrssituation rund um Schulen und der nachhaltigen Mobilität im Bezirk – ein Thema, das den Kindern besonders am Herzen lag – diskutierte Herr Igel rege mit den jungen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Nach diesem lehrreichen Vormittag konnten die Kinder und Jugendlichen mit neuem Wissen und vielfältigen Denkanstößen wieder nach Hause zurückkehren. Wir freuen uns sehr, Teil einer solchen Begegnung zwischen Kommunalpolitik und Kindern zu sein – denn nur ein Bezirk, der genügend Raum für Austausch, Dialog und Mitsprache schafft, kann ein kinderfreundlicher und –gerechter Ort sein.

Ina Georgieva