Aktionen zum Tag der Kinderrechte 2015 © Unicef

TAG DER KINDERRECHTE 2015 - SCHÜLER BEFRAGEN POLITIKER

Vier Schulen in Freiburg und Umgebung hatten Besuch von Bundestagsabgeordneten, die Fragen von Schülerinnen und Schülern beantworteten und gleichzeitig ein offenes Ohr für Anregungen hatten; Anlass war der alljährlich am 20. November begangene Tag der Kinderrechte. Aber nicht nur die Kinderrechte, sondern auch das Thema "Flüchtlingskinder" und weitere aktuelle Themen standen im Mittelpunkt der überaus engagiert geführten Diskussionen.

Die Initiative zu diesen Politiker-Schüler-Gesprächen war - wie in den Vorjahren - von Unicef ausgegangen. Zur Unterstützung und Vorbereitung der Aktionen war den Schulen einerseits Informationsmaterial angeboten worden, andererseits beteiligten sich Mitarbeiterinnen unserer Arbeitsgruppe, vorneweg Eva-Maria Blencke-Illmann, die unser Schulteam leitet, direkt an den Vorbereitungsstunden. Die Schülerinnen und Schüler nahmen die Organisation und die Durchführung der Aktionen teilweise sogar selbst in die Hand, z.B. durch die Moderation der Diskussionen - ein Trend, der sich erfreulicherweise seit zwei Jahren stetig fortsetzt.

Die erste der vier Diskussionsveranstaltungen fand am 17. November im Berthold Gymnasium mit Gernot Erler statt, der u.a. Russland-Beauftragter der Bundesregierung ist. Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 11 hatten sich zum Teil sehr engagiert auf den Besuch vorbereitet, hatten sich - auch gruppenweise - eingehend mit den genannten Themen auseinandergesetzt und Fragen erarbeitet. Die ebenfalls sehr gut vorbereiteten Moderatorinnen Clara Georg und Fiona Kohleisen aus der elften Klasse führten den Gast mit Fragen nach seinem politischen Werdegang ein und leiteten dann zu den Themen "Flüchtlingskinder" und "Kinderrechte" über, die - bishin zur Flüchtlingspolitik - intensiv diskutiert wurden. Auch Fragen zu Russland mit seinem Präsidenten Putin beantwortete der Russland-Experte gern. Schließlich kam er nicht darum herum, die politische Fragestunde mit einem kleinen, ganz und gar unpolitischen Balalaika-Ständchen ausklingen zu lassen.

Am 19. November stellte sich Kerstin Andreae den Fragen einer neunten Klasse im Droste-Hülshoff-Gymnasium, das gleichzeitig UNESCO-Schule ist. Auch hier hatten sich die Schülerinnen und Schüler einige Tage vorher auf die Diskussion vorbereitet, wobei Ihnen wieder Eva-Maria Blencke-Illmann begleitet von Jule Kuppinger aus der Freiburger Unicef-Hochschulgruppe mit Informationen und Ratschlägen zur Seite standen. Als dann Kerstin Andreae vor ihnen stand, musste die Moderatorin Ricarda Wertebach ihre Mitschüler/innen erst mal mit Nachdruck dazu auffordern, ihre Fragen zu stellen. Die konzentrierten sich zunächst darauf, wie die Rechte von Kindern, besonders von Flüchtlingskindern vor Ort umgesetzt werden können. Später kamen Fragen zur Armut in Deutschland und zur Kinderarbeit in anderen Ländern dazu.

Fragen, die die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b am Droste-Hülshoff-Gymnasium vorbereitet hatten, und ihre Forderungen an die Politik:

Warum werden die Kinderrechte nicht ins Grundgesetz übernommen?
Warum wird Raubkopie härter bestraft als Kindesmissbrauch?
Werden Flüchtlingskinder mit traumatischen Erlebnissen zusätzlich betreut?
Wie werden Eltern über Kinderrechte informiert?
Warum wird gegen Kinderarbeit in Asien so wenig unternommen?
Wie werden Kinder in Kriegsgebieten unterstützt und warum müssen sie mitkämpfen?
Warum wird ärmeren Kindern in Deutschland nicht mehr geholfen?
Was passiert mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen in Deutschland?
Wie werden Kinder aus Kriegsländern in Deutschland unterstützt?
Wieso werden „Abfallprodukte“ nicht besser verwertet z.B. für Bedürftige?
Warum hilft Deutschland nicht Kindern in Syrien einen besseren Schutz zu geben? Wird sich die Situation in den nächsten Jahren verändern?
Wie kann man sich persönlich einsetzen?
Unsere Wünsche und Forderungen:
Mehr schulische Unterstützung für Flüchtlinge
Umsetzung des Rechts auf Bildung für Flüchtlinge in Deutschland.

Schnappschüsse von den Veranstaltungen zum Weltkindertag

Bei der Vorbereitung der Kinderrechte-Diskussion mit Johannes Fechner am Emmendinger Goethe-Gymnasium hatte sich die SMV (Schülermitverantwortung) eingebracht. In Gruppen hatten die 40 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 12 die 10 wichtigsten Kinderrechte erarbeitet und auf tollen ansprechenden Plakaten dargestellt. Die hingen in der Aula neben den Postern der Unicef-Ausstellung, als sich die Schüler/innen am 20. November dort zum Empfang von Johannes Fechner versammelt hatten. Für ihn, der hier selbst mal Schüler gewesen war, war das sozusagen ein Heimspiel, zumal seine Tochter zu den Schülern gehörte, von denen er etliche schon kannte. Viele interessante Fragen wurden gestellt und beantwortet, wobei auch diese Veranstaltung von Schülern moderiert wurde.

Die vierte diesjährige Veranstaltung, die mit Matern von Marschall am Montessori Zentrum ANGELL vorgesehen war, musste aus terminlichen Gründen auf den 20. Januar 2016 verschoben werden und hat inzwischen stattgefunden. Hier waren es Schülerinnen und Schüler der achten Klassenstufe, die ihren Gast mit Fragen zu einer Vielzahl politischer Themen überhäuften. Beginnend mit Fragen zur Situation der Kinder in Deutschland, besonders der Flüchtlingskinder, folgten Fragen zu deren Bildung und der sich daraus ergebenden Chance für den hiesigen Wirtschaftsstandort und schließlich Fragen zur Situation der Kinder in anderen Ländern, z.B. auch zu den Terroranschlägen des IS. Am Schluss landete man bei Umweltthemen, z.B. Feinstaubbelastung und Atomkraftwerk Fessenheim, Themen, die dem Umwelt-Experten Marschall besonders am Herzen liegen. Dieser zeigte sich abschließend sehr erfreut über das große politische Interesse der jungen Schüler/innen.