FOTOESSAY: KINDER IM TSCHAD BIETEN BOKO HARAM DIE STIRN

12. April 2017 von Ninja Charbonneau 1 Kommentar

Schüsse in der Nacht. Explosionen. Bewaffnete Männer, die ihr friedliches Dorf angreifen, Menschen töten, Kinder entführen, Häuser niederbrennen.

Viele Geschichten der Kinder, die vor der Gewalt der Terrormiliz Boko Haram fliehen mussten, ähneln sich – und jede einzelne ist furchtbar. Doch hier soll es nicht um das Grauen gehen, sondern um das Gegenteil: Hoffnung.

Unsere Kollegen von UNICEF Tschad haben in einem Fotoessay fünf starke Kinder porträtiert, die der erlebten Gewalt und Vertreibung die Stirn bieten und ihre Träume von einer besseren Zukunft nicht aufgeben.

  

Chad: Zara war noch nie in der Schuleund würde gern die Welt entdecken 
© UNICEF Chad/2017/Tremeau 

Zara Idriss (15): "Ich war vorher noch nie in der Schule. Ich habe auf einer Insel im Tschad-See gelebt, als Boko Haram unser Dorf angriff. Jetzt habe ich immerhin die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Ich wünschte, ich könnte in ein Flugzeug steigen und die Welt entdecken."

  

Chad: Yekoura wurde Opfer eines Selbstmordattentats 
© UNICEF Chad/2017/Tremeau 

Yekoura Malay: "An einem Nachmittag um drei kam eine Frau zu mir und bat mich um etwas Wasser zum Trinken. Ich hörte ihr Handy klingeln, aber sie nahm nicht ab. Dann hörte ich eine Explosion und als ich wieder zu mir kam, war ich im Krankenhaus." Yekoura überlebte ein Selbstmordattentat vor zwei Jahren in Bagasola.

 

Chad: Issas Traum ist es für immer in Frieden zu leben 
© UNICEF Chad/2017/Tremeau 

Issa Oumar (12): "In der Schule haben wir neue Freunde gefunden. Wir lernen mit den Einheimischen zusammen, aber es gibt keine Feindseligkeiten. Mein Traum? Für immer in Frieden leben."

Als Issa Oumar von seiner Heimatinsel fliehen musste, hätte er nie damit gerechnet, dass er eines Tages auf einer Schulbank sitzen würde. "Salam" bedeutet "Frieden". 

 

Chad: Kimé mixt Buchstaben auf ihrer Tafel und kreiert neue Wörter 
© UNICEF Chad/2017/Tremeau 

Kimé Madrom (11): "Was ich an der Schule am besten finde? Das Schreiben. Manchmal nehme ich meine Tafel und Kreide und mische die Buchstaben, um meine eigenen Wörter zu erfinden." Schule ist wichtig – nicht nur für den persönlichen Lebensweg von Kindern wie Kimé. Sie hilft auch, den Kreislauf aus Armut und Konflikten zu durchbrechen und die Wirtschaft und Gesellschaft eines Landes zu stärken.

 

Chad: Ali will ein Haus für sich und die Eltern bauen 
© UNICEF Chad/2017/Tremeau 

Ali Kallaye (16): "Schule ist die Kreide, mit der wir unsere Zukunft zeichnen. Eines Tages werde ich nach Hause zurückkehren und ein großes Haus bauen, in dem meine Eltern in Frieden leben können."

Nigeria, Tschad, Kamerun, Niger: Kinder in der Tschadsee-Region brauchen Hilfe

Rund 1,3 Millionen Kinder in Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger wurden durch den Konflikt mit der Terrormiliz Boko Haram aus ihren Häusern vertrieben.

Wir helfen den Flüchtlingen und Vertriebenen vor Ort in allen vier Ländern unter anderem mit Trinkwasser, Medikamenten und therapeutischer Nahrung. Wir richten Schulen in den Flüchtlingscamps ein, kümmern uns um unbegleitete Kinder und organisieren psychosoziale Hilfe, damit die Mädchen und Jungen ihre Erlebnisse besser verarbeiten können.

Appell: Bildung für Kinder in Krisengebieten

Kinder in Konflikten brauchen dringend Schutz! Gerade für Mädchen und Jungen, die Gewalt, Vertreibung und den Verlust der Heimat erlebt haben, müssen wir ein Stück ihrer Kindheit retten. Schule ist ein Rettungsanker - und gibt ihnen eine Perspektive für die Zukunft.

Unterzeichnen Sie jetzt den UNICEF-Appell – damit jedes Kind in Krisengebieten Schutz und Bildung erhält. Danke!

KOMMENTARE

  • anonym
    22. April 2017 12:09 Uhr

    Jedes Kind hat das natürliche Recht auf Eltern, die es liebevoll und ordentlich versorgen und auf eine Gesellschaft, die es fürsorglich und Respekt behandelt.
    Jedes Kind hat Anspruch auf gesunde Nahrung, Kleidung, ein Zuhause, medizinische Versorgung, eine gute Erziehung und eine ordentliche Schulausbildung.
    Und jedes Kind sollte in Sicherheit, Freiheit und Frieden aufwachsen dürfen.
    Deshalb bemühe ich mich, für die Kinder in meiner Familie, eine gute, verständnis- und liebevolle Tante zu sein, unterrichte und betreue die Kinder meiner Heimatregion in einer Ganztagesschule, spende und engagiere mich für diverse, soziale Projekte und unterstütze die Arbeit von UNICEF. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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