“Das unbeschreibliche Leid der Kinder im Sudan muss endlich enden”
Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, anlässlich der heutigen Sudan-Konferenz in Berlin
"Der Krieg im Sudan raubt Millionen Kindern ihre Kindheit. Sie werden getötet und verstümmelt, Krankenhäuser und Schulen zerstört. Rund 17 Millionen Kinder sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – mehr, als in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen leben.
Dass die Bundesregierung heute 212 Millionen Euro für die humanitäre Unterstützung notleidender Menschen im Sudan und in den Nachbarländern zugesagt hat, ist angesichts dieser humanitären Katastrophe ein wichtiges und notwendiges Signal.
Die Botschaft aus Berlin ist klar: Es braucht jetzt dringend ungehinderten humanitären Zugang. Die Menschen brauchen Schutz. Und die verlässliche Grundversorgung der Kinder und Familien – insbesondere Schulen und Gesundheitseinrichtungen – muss sichergestellt werden.
Den Worten müssen jetzt Taten folgen. Deutschland muss weiter seinen Einfluss auf die Konfliktparteien nutzen, damit die Gewalt endlich ein Ende findet. Die Kinder im Sudan können nicht länger warten."
Hintergrundinformationen
Seit Beginn des Krieges haben die Vereinten Nationen mehr als 5.700 schwere Verletzungen der Kinderrechte verifiziert. Zwischen Januar und März 2026 wurden im Sudan mindestens 160 Kinder getötet und 85 verstümmelt – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
In keinem Land der Welt sind so viele Menschen vertrieben wie im Sudan – viele mehrfach, während sich Frontlinien immer wieder verschieben und die Gewalt sich weiter ausbreitet. Drei von fünf Vertriebenen sind Kinder, das entspricht etwa 5,7 Millionen Kindern.
Große Teile des Sudan sind aufgrund von Unsicherheit, zerstörter Infrastruktur und bürokratischen Hürden von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Besonders stark eingeschränkt ist der Zugang in den Regionen Darfur, Kordofan und Teilen des Blauen Nils – viele der am stärksten gefährdeten Kinder können dort nicht mit humanitärer Hilfe erreicht werden.
2026 drohen rund 4,2 Millionen Kinder im Sudan an akuter Mangelernährung zu leiden – darunter mehr als 825.000 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, die ohne Behandlung lebensbedrohlich ist.
Mindestens acht Millionen Kinder im Sudan gehen nicht zur Schule. Mehr als ein Drittel der Schulen im Sudan ist geschlossen, weitere elf Prozent werden als Notunterkünfte oder laut Berichten von Konfliktparteien genutzt – fast die Hälfte aller Schulen steht somit nicht für den Unterricht zur Verfügung.