Pressemitteilung
UNICEF: MISSBRAUCH VON KINDERN ALS SOLDATEN IST SCHWERE MENSCHENRECHTSVERLETZUNG
Köln
Mittwoch, 5. Februar 2014, 14:31 Uhr

HEUTE IST WELTTAG GEGEN DEN EINSATZ VON KINDERSOLDATEN

Trotz weltweiter Ächtung werden bis heute nach Schätzungen von UNICEF in den Kriegs- und Krisengebieten der Erde über 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht. Anlässlich des heutigen Welttages gegen den Einsatz von Kindersoldaten ruft UNICEF zu verstärkten Anstrengungen zur Demobilisierung und Wiedereingliederung von Kindersoldaten auf. UNICEF verhandelt zum Beispiel gegenwärtig im Osten der demokratischen Republik Kongo mit Milizen zur Entlassung von über 1.500 Kindern. In den letzten Tagen ließen Milizen in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu mehr als 144 Kindersoldaten frei, die Jüngsten waren gerade mal sieben Jahre alt.

Erstmals hat am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag im Januar der Prozess gegen einen ehemaligen Milizenführer im Ost-Kongo begonnen, der Kindersoldaten eingesetzt haben soll. Der Prozess ist nach Einschätzung von UNICEF ein wichtiges Signal, dass Täter, die Kinder als Soldaten missbrauchen, nicht länger damit rechnen können, dafür niemals zur Verantwortung gezogen zu werden.

Der Missbrauch von Kindern als Soldaten ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Im vergangenen Jahr wurden allein 19 Länder und Konfliktgebiete dokumentiert, in denen zwischen 2004 und 2007 Minderjährige zum Kämpfen gezwungen oder als Helfer und Spione eingesetzt wurden. Darunter waren unter anderem Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, der Tschad, Kolumbien, Sudan, Myanmar und Sri Lanka.

Zwar haben heute 120 Staaten ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, das den Einsatz von Minderjährigen verbietet. Trotzdem halten sich vor allem viele nicht-staatliche Akteure nicht an diese Grundsätze. Dazu gehören zum Beispiel die Rebellenorganisation FARC in Kolumbien, die LTTE in Sri Lanka und verschiedene Milizengruppen im Sudan und im Gebiet um die großen Seen in Afrika, vor allem im Ost-Kongo.

UNICEF weist darauf hin, dass Kindersoldaten vor allem Opfer sind, die oftmals zu schrecklichen Grausamkeiten gezwungen werden. Kinder schließen sich in Krisengebieten auch auf der Suche nach Schutz und Hilfe bewaffneten Gruppen an und werden dann ausgenutzt.

UNICEF unterstützt in vielen Ländern Programme zur Wiedereingliederung der Kinder. Dies ist oft schwierig, da sie vielfach traumatisiert sind und zu Außenseitern gemacht wurden.

UNICEF Deutschland stellt gerne kostenfrei sendefähiges Bildmaterial zum Thema Kindersoldaten bereit.

Rudi Tarneden

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