Pressemitteilung
CHOLERA IN HAITI STOPPEN
Köln
Donnerstag, 12. Dezember 2013, 18:16 Uhr

UNICEF VERSTÄRKT HILFSMASSNAHMEN

UNICEF verstärkt den Kampf gegen die Ausbreitung der Cholera in Haiti weiter. Um ein Übergreifen der Krankheit auf die Notlager der Erdbebenopfer in der Hauptstadt Port-au-Prince zu verhindern, werden dort gemeinsam mit Partnern vorsorglich Behandlungsmöglichkeiten in fünf Cholera-Zentren geschaffen. UNICEF stellte zusätzlich 15 große Wassertanks für die Lager bereit, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verbessern. Große Mengen Chlor zur Wasserreinigung und rund 20.000 Stück Seife sowie große Mengen Medikamente zur Behandlung von Durchfall wurden bereits verteilt.

Mit Radiospots wird die Bevölkerung informiert, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen kann – zum Beispiel durch sorgfältiges Händewaschen, Wasseraufbereitung, kein ungekochtes Gemüse essen, sorgfältigen Umgang mit Abfall sowie über Sofortmaßnahmen, falls erste Symptome einer Erkrankung sichtbar werden. „Viele Kinder werden erst in letzter Minute ins Krankenhaus gebracht. Dann ist es oft schon zu spät“, sagte Jean-Claude Mubalama, Leiter der UNICEF-Gesundheitsprogramme in Haiti.

In den Ortschaften in der Region Artibonite, in denen die Cholera ausgebrochen war, hat UNICEF bislang 2.500 Hygienepakete, 50.000 Tabletten zur Wasserreinigung, 2.500 Wasserkanister, 360.000 Päckchen Orale Rehydratationssalze zur Bekämpfung von Durchfall sowie Medikamente zur Behandlung leichter und schwerer Durchfallerkrankungen verteilt. UNICEF-Experten suchen die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen auf, um sicher zu stellen, dass ausreichende Behandlungsmöglichkeiten für die Kranken geschaffen werden.

Bei den Erkrankten handelt es sich bisher vor allem um Wanderarbeiter in der Region Artibonite, die auf den Reisfeldern arbeiteten und vermutlich Flusswasser getrunken haben. Das Gebiet war nicht unmittelbar vom Erdbeben im Januar betroffen gewesen. Die hygienischen Bedingungen in Haiti sind dort wie in vielen Landesteilen Haitis sehr schlecht. Schon vor dem Erdbeben vom Januar musste die Hälfte der Bevölkerung auf dem Land ihre Notdurft im Freien verrichten. Das Krankheitsrisiko ist insbesondere für Kinder groß.

Bis Montag waren offiziell 3.115 Choleraerkrankungen gemeldet, 259 Menschen bereits gestorben. Da nur die Kranken, die in Gesundheitsstationen oder Krankenhäusern Hilfe suchen, erfasst werden, muss vermutlich von einer höheren Zahl ausgegangen werden.

UNICEF arbeitet seit vielen Jahren in Haiti und leistet Nothilfe und Hilfe zum Wiederaufbau in den von dem schweren Erdbeben im Januar zerstörten Gebieten.