Pressemitteilung
KRISE IN KIRGISTAN: UNICEF-HILFSFLÜGE ERREICHEN DIE FLÜCHTLINGE IN OSCH
Köln
Mittwoch, 12. Februar 2014, 10:59 Uhr

Situation in den Lagern verschlechtert sich

Trotz der schwierigen Sicherheitslage hat UNICEF am gestrigen Dienstag 40 Tonnen dringend benötigter Hilfsgüter im südkirgisischen Osch verteilt. Aufgrund der anhaltenden Gewalt war die Stadt zunächst für Helfer nicht zugänglich. Das Krankenhaus in Osch hat acht Geburtshilfesets, Medikamente für 10.000 Kinder mit gefährlichen Durchfallerkrankungen sowie Vitamine und Spurenelemente erhalten. Die Geburtshilfesets enthalten Medikamente und medizinische Geräte für insgesamt 800 Geburten. Über 90 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder, Frauen und alte Menschen. Unter ihnen sind viele Schwangere sowie Verwundete und Kranke. Nach offiziellen Angaben hat es mehr als 250 Tote gegeben sowie 2.100 Verletzte. Bis zu 300.000 Menschen sind in Kirgistan auf der Flucht, 100.000 flohen ins benachbarte Usbekistan. Die Situation in dem zentralasiatischen Land bleibt weiter gespannt.

Die UNICEF-Hilfslieferung für das südliche Kirgistan enthielt außerdem 90 „Schulen in der Kiste“ mit Schulmaterial für 3.600 Kinder, um Notunterricht zu organisieren. UNICEF hat am Flughafen von Osch ein Zentrum eingerichtet, um weitere Hilfslieferungen zu koordinieren. Jonathan Veitch, Leiter von UNICEF in Kirgistan, sagte, dass eine gerechte Verteilung essentiell sei.

„Die Hilfslieferungen laufen gut, aber die Not unter den Flüchtlingen ist groß. Unsere größte Sorge ist der Ausbruch von ansteckenden Krankheiten“, sagte Savita Varde-Naqvi von UNICEF Usbekistan. 52.000 Kinder sind bereits gegen Polio geimpft worden, weitere Impfkampagnen sind in Vorbereitung.

Im benachbarten Usbekistan haben sich die Bedingungen für Zehntausende Flüchtlinge aus Kirgistan weiter verschlechtert. In den Camps kommt es aufgrund von Überfüllung und Hitze zu Spannungen. Einige Familien konnten inzwischen in größere Flüchtlingslager umziehen. Im Kurgantapa Distrikt in der Provinz Andijan hat UNICEF dafür Zelte und andere Hilfsgüter wie Medikamente und Hygiene-Materialien bereitgestellt.

Wegen der mangelhaften Trinkwasserversorgung und der hygienischen Zustände in den Lagern befürchtet UNICEF einen Ausbruch von Krankheiten. Durchfall ist gerade für Babys und Kleinkinder lebensbedrohlich. Augenblicklich teilen sich 120 Menschen eine Toilette. Für die Flüchtlinge gibt es nur Wasser aus Flaschen. UNICEF hat inzwischen Materialien zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser, darunter 20.000 Wasserkanister, verteilt.

Rudi Tarneden

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