Pressemitteilung
KINDERSOLDATEN BEFREIEN UND UNTERSTÜTZEN
Köln
Dienstag, 11. Februar 2014, 12:25 Uhr

UNICEF ZUM WELTTAG GEGEN DEN EINSATZ VON KINDERSOLDATEN

Anlässlich des heutigen Welttages gegen den Einsatz von Kindersoldaten ruft UNICEF zu verstärkten Anstrengungen zur Demobilisierung und Wiedereingliederung von Kindersoldaten auf. Nach Schätzungen von UNICEF werden trotz weltweiter Ächtung in den Kriegs- und Krisengebieten der Erde derzeit immer noch rund 250.000 Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht.

„Der Einsatz von Kindersoldaten ist eine zynische Menschenrechtsverletzung“, sagte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Diese Kinder sind Opfer, die von skrupellosen Erwachsenen zu Tätern gemacht werden. Sie brauchen Unterstützung, um in ein normales Leben zurückzufinden.“

Seit 2008 hat UNICEF gemeinsam mit Partnern die Freilassung von mehr als 12.600 Kindern aus verschiedenen Armeen und bewaffneten Gruppen in neun Ländern erreicht. Unter den Freigelassenen waren auch 1.648 Mädchen. Allein in Nepal unterstützt UNICEF aktuell zum Beispiel die Wiedereingliederung von 3.000 früheren Kindersoldaten.

Nach einem Abkommen zwischen der maoistischen Rebellenarmee und den Vereinten Nationen im Dezember 2009 werden in Nepal derzeit die früheren Kämpfer demobilisiert und können an einem Wiedereingliederungsprogramm teilnehmen. Dabei ist es ihnen möglich, einen Schulabschluss oder eine handwerkliche Berufsausbildung zu machen. Seit dem Ende des Bürgerkriegs in Nepal 2006 hat UNICEF dort insgesamt rund 7.500 frühere Kindersoldaten dabei unterstützt, ein ziviles Leben zu beginnen.

Derzeit arbeiten Einsatzgruppen der Vereinten Nationen in 14 Ländern (Afghanistan, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Kolumbien, Myanmar, Nepal, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Tschad, Philippinen, Uganda und Zentralafrikanische Republik), um die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu verhindern und Kinder aus dem Militär zu befreien. Die Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten ist schwierig, da die Mädchen und Jungen vielfach traumatisiert sind und zu Außenseitern gemacht wurden. Oft wurden sie zum Kämpfen mit der Waffe und zu schrecklichen Grausamkeiten gezwungen. Mädchen wurden häufig sexuell missbraucht.

120 Staaten haben das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet. Trotzdem halten sich vor allem viele nicht-staatliche militärische Gruppen nicht an diese Grundsätze. Dazu gehörten im vergangenen Jahr zum Beispiel die Rebellenorganisation FARC in Kolumbien, die LTTE in Sri Lanka und verschiedene Milizengruppen im Sudan und im Gebiet um die großen Seen in Afrika, vor allem im Ost-Kongo.

Sendefähiges Bildmaterial zum Thema Kindersoldaten stellen wir gern zur Verfügung.

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