Pressemitteilung
GIB AB! DEINE STIMME FÜR "SCHULEN FÜR AFRIKA"
Köln
Dienstag, 11. Februar 2014, 10:51 Uhr

UNICEF-BOTSCHAFTER SIR ROGER MOORE, EVA PADBERG UND OLIVER BIERHOFF STARTEN KAMPAGNE FÜR DAS RECHT AUF BILDUNG / VZ-NETZWERKE UNTERSTÜTZEN DEN AUFTRUF VON UNICEF

Ein halbes Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika starten der internationale UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore und die UNICEF-Paten Eva Padberg und Oliver Bierhoff die Kampagne „Gib Deine Stimme ab – für Schulen für Afrika!“, um allen Kindern im südlichen Afrika einen Platz in der Schule zu verschaffen. Nach Schätzungen von UNICEF gehen dort 45,5 Millionen Kinder nicht zur Schule. Die Hälfte aller Kinder, die nicht zur Schule gehen, leben im südlichen Afrika. „Ohne Bildung haben diese Kinder kaum eine Chance der Armut zu entkommen“, sagte UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore. „Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 blickt die Welt auf Afrika. Wir müssen diese Chance jetzt nutzen, endlich alle Kinder in die Schule zu bringen“, sagte Oliver Bierhoff, Manager der deutschenFußball-Nationalmannschaft. „Bildung ist die beste Investition. Geber- und Entwicklungsländer müssen mehr tun, damit das Recht auf Bildung endlichfür jedes Kind Realität wird“, sagte Top-Model Eva Padberg, die bereits mehrfach UNICEF-Bildungsprojekte besucht hat.

Die Kampagne wird unterstützt von den VZ-Netzwerken (schülerVZ, studiVZ, meinVZ). Gemeinsam rufen UNICEF und VZ-Netzwerke die Bundesbürger dazu auf, im Internet mit ihrer Unterschrift auf einem virtuellen Fußball ihre Solidarität zu zeigen. So will UNICEF Deutschland den Druck auf die Regierungen erhöhen, das Recht auf Bildung für jedes Kind zu verwirklichen. Auf einem echten Fußball unterschreiben zum Kampagnenstart am Freitag in München Sir Roger Moore, Eva Padberg und Oliver Bierhoff.

Im südlichen Afrika waren im Jahr 2007 etwa 32 Millionen Kinder an keiner Schule angemeldet. Hinzu kommen die Kinder im schulpflichtigen Alter, die zwar formal eingeschult sind, den Unterricht aber nicht besuchen können - zum Beispiel, weil sie arbeiten müssen, das Geld für Schulmaterial fehlt oder die Schule zu weit entfernt ist. Insgesamt bleibt so nach UNICEF-Schätzungen im südlichen Afrika jedem dritten Kind das Recht auf Bildung verwehrt. Mit den Millenniumszielen haben sich die Staaten unter anderem darauf geeinigt, dass bis zum Jahr 2015 alle Kinder zumindest die Grundschule besuchen und auch abschließen sollen. Dieses Ziel droht zu scheitern, wenn die Regierungen ihre Anstrengungen nicht rasch verstärken und deutlich mehr Mittel zum Ausbau der Grundbildung bereitstellen. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen fehlen jährlich etwa 16 Milliarden US-Dollar, damit jedes Kind einen Platz in der Grundschule hat.

"Als größtes soziales Netzwerk in Deutschland möchten wir so viele Menschen wie möglich auf das UNICEF-Projekt 'Schulen für Afrika' aufmerksam machen. Gemeinsam mit unseren 16 Millionen Mitgliedern können wir dazu beitragen, jedem Kind in Afrika eine gute Grundbildung zu ermöglichen", sagte Markus Berger-de León, Geschäftsführer der VZ-Netzwerke. 2004 hat UNICEF gemeinsam mit der Nelson-Mandela-Stiftung und der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts das Bildungsprogramm „Schulen für Afrika“ gestartet. Seitdem haben mit Hilfe vieler Spender aus Deutschland 3,6 Millionen Kinder einen guten, kinderfreundlichen Platz in der Schule erhalten.

Mehr in Bildung investieren - die Forderungen der Kampagne

UNICEF richtet mit der Kampagne vier konkrete Forderungen an die Bundesregierung:

  • In Bildung investieren!Die Bundesregierung soll ihr Versprechen einlösen und 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklungshilfe investieren. Sie muss deutlich mehr für den Ausbau der Grundbildung für Kinder in besonders benachteiligten Ländern bereitstellen.
  • Bildung bei den Staatschefs zum Top-Thema machen!Die Bundesregierung soll sich bei den G8 und G-20-Staaten dafür einsetzen, dass alle Geberländer gemeinsam 16 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Grundbildung aufbringen. Deutschlands gerechter Anteil liegt bei mindestens 777 Millionen US-Dollar im Jahr. Das ist weniger als die Bundesbürger in einem halben Jahr für Video- und Computerspiele ausgeben. Nur so können endlich alle Kinder die Grundschule besuchen und abschließen.
  • Gemeinsam mit Afrikas Regierungen für Grundbildung!Die Bundesregierung soll das Thema Bildung im Dialog mit den Partnerländern in der Afrikanischen Union ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Die Regierungen sollen gemeinsam für jedes Kind den Zugang zu Bildung sicherstellen, für genügend Schulen und guten Unterricht sorgen.
  • Über Afrika informieren!Kinder in Deutschland müssen im Schulunterricht mehr über die Situation der Kinder in den Entwicklungsländern erfahren. Entwicklungspolitische Bildung und Kinderrechte gehören verpflichtend in alle Lehrpläne ab der Grundschule.

UNICEF und das Bildungsprogramm „Schulen für Afrika“

UNICEF und viele Partner haben dazu beigetragen, dass die Einschulungsrate weltweit gestiegen ist. Heute gehen weltweit 85 Kinder von 100 Kindern zur Schule, in den 1960er Jahren waren es nur 50. UNICEF verfolgt mit seinen Bildungsprogrammen grundsätzlich das Ziel, alle Kinder in die Schule zu bringen und die Schulen kinderfreundlich zu gestalten. UNICEF trägt daher dazu bei, auch in entlegenen Gegenden Schulen zu bauen, Schulgebühren abzuschaffen und Mädchen die gleichen Chancen zu geben.

Mit dem Programm “Schulen für Afrika“ hilft UNICEF, verfallene Klassenräume wieder herzurichten oder neue zu bauen. Die Dorfgemeinschaft fasst mit an und engagiert sich für die Instandhaltung. UNICEF sorgt für sicheres Trinkwasser sowie einfache Latrinen an den Schulen. Um Kinder vor Krankheiten zu schützen, werden Hygieneregeln gelehrt. UNICEF versorgt Schüler und Lehrer mit Büchern, Heften und Lehrmaterial und stellt Bänke und Tafeln für die Klassenzimmer bereit. UNICEF schult die Lehrer, damit sie ihren Unterricht kindgerechter gestalten und besser auf die Kinder eingehen. Schulleiter erhalten Hilfe, um den Schulbetrieb gut zu organisieren.

In Deutschland haben bisher bereits über 155.000 Menschen für „Schulen für Afrika“ gespendet. Allein 600.000 Kinder haben an Schülerläufen für Bildungsprojekte teilgenommen. Rund 3.000 Unternehmen haben die Kampagne unterstützt. UNICEF konnte so in Angola, Malawi, Mosambik, Ruanda, Simbabwe und Südafrika über 680 Schulen neu bauen oder reparieren. Mehr als 80.000 Lehrer wurden aus- oder fortgebildet. Hunderttausende Kinder erhielten Schulmaterial.

Mehr Informationen zur Bildungskampagne unter www.schulenfürafrika.de

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