Ein Gespräch mit Frau Dr. Kofler im Paul-Löbe Haus © UNICEF

EIN GESPRÄCH ÜBER KINDERRECHTE MIT FRAU DR. KOFLER

Am 31. Januar hatten ca. 25 Berliner Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, Frau Dr. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, im Paul-Löbe Haus des Deutschen Bundestags kennenzulernen und mit ihr ein Gespräch über Kinderrechte zu führen. Das Treffen wurde von Rafael Stein, ehrenamtliches Mitglied des UNICEF-Presseteams Berlin, organisiert.  

Von Kinderarbeit, über Verwirklichung und Erhaltung der Kinderrechte weltweit bis hin zu Bildung - die Jugendlichen durften ihre Fragen an Frau Dr. Kofler stellen und gespannt auf die Antworten warten. Die Leiterin der UNICEF AG-Berlin Frau Ann-Katrin Fahrenkamp, sowie Mitglieder des UNICEF Presseteams und des UNICEF Aktionsteam für Kinderrechte begleiteten die Veranstaltung.

Während ihrer Begrüßung bedankte sich Frau Fahrenkamp für die Einladung ins Paul-Löbe Haus und machte auf den diesjährigen 30. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November aufmerksam –  ein Grund zum Feiern? Immer noch gibt es weltweit zahlreiche Kriege und Konflikte, wo Kinderrechte tagtäglich schwer verletzt werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Kindersoldaten und durch ausbeuterische Kinderarbeit. Damit die notleidenden Kinder nicht auch ihre Zukunft verlieren, sei es von entscheidender Wichtigkeit, in ihre Bildung zu investieren. Insgesamt gebe es tatsächlich auch viele Verbesserungen für Kinder weltweit. Erich Kästner sagte: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es“. Man dürfe sich also angesichts der hohen Zahlen von Missständen nicht entmutigen lassen, sondern müsse stets von dem Grundsatz ausgehen, dass jedes gerettete und verbesserte Menschenleben zählt: ein Engagement dafür lohne sich immer!

Danach begrüßte auch Frau Dr. Kofler alle Beteiligten im Gespräch und bezeugte ihre Freude über die Gelegenheit, mit Jugendlichen direkt in Kontakt kommen zu können. Gleich zu Beginn deutete sie auf das 100-jährige Bestehen der ILO (International Labour Organization) an, die dazu auffordert, dass Kinder vor ausbeuterischer Arbeit geschützt werden müssen. Trotzdem arbeiten weltweit mehr als 150 Millionen Kinder, fast die Hälfte davon unter sehr schweren Arbeitsbedingungen. Auch die Hälfte aller Leidenden unter den Folgen von Flucht und Vertreibung sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Dann ging es nun zu dem Gespräch: die Jugendlichen durften ihre Fragen an Frau Dr. Kofler stellen. Wie genau werden Kinderrechte umgesetzt – wie z.B. das Recht auf Schutz vor Korruption und Gewalt, so wie im Krieg und auf der Flucht? Wenn Kinder nicht arbeiten dürfen, wie sollen dann darauf angewiesene Familien überleben? Kann man etwas gegen Unternehmen tun, die die Kinderarbeit fördern? Und warum werden die Kinderrechte nicht in das Grundgesetz mitaufgenommen?

Auf diese und weitere Fragen äußerte sich die Bundesbeauftragte für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Dabei legte sie einen besonderen Schwerpunkt auf die Mitarbeit mit Hilfsorganisationen vor Ort. Frau Dr. Kofler positionierte sich eindeutig gegen ausbeuterische Kinderarbeit – Armut sei nicht an Kinderarbeit zu lösen. Jedes Kind solle außerdem die Möglichkeit bekommen, seine Gaben zu entfalten. Dabei müsste jeder Staat seinen Beitrag dazu leisten, damit Kinderrechte weltweit durchgesetzt werden. Strafen beim Handel mit Unternehmen, die Kinderarbeit begünstigen, gehören auch dazu. Safe School Declaration, die Staaten dazu verpflichtet, während bewaffneter Konflikte Bildungseinrichtungen zu schützen und dabei den Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen zu bewahren, sei dabei ein wichtiger Schritt.

Am Ende des Gesprächs rief Frau Dr. Kofler die Schüler und Schülerinnen dazu auf, sich sozial zu engagieren, um die Menschen – und Kinderrechte weltweit zu schützen und sich dafür aktiv einzubringen. Die besprochenen Themen gehören außerdem zu den Schwerpunkten der Arbeit von UNICEF – wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn die neugierigen Jugendliche unsere Arbeit zu Gunsten jedes Kindes unterstützen würden!

Ina Georgieva und Amelia Rath