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„Denn auch eine intakte Umwelt ist ein Kinderrecht“: AG-Leiterin Ursula Auginski im Interview

Ursula Auginski, Leiterin der UNICEF-Gruppe München und Oberbayern, freut sich über den Zuwachs der Münchner Arbeitsgruppe und über den Erfolg der COVAX-Impfspendenaktion. Im Interview mit Regina Scharl spricht sie auch über die UNICEF-Aktionen #ActOnClimate und MOVING INTO POLITICS.

Liebe Frau Auginski, Wie hat die Corona-Krise die Arbeit der Münchner AG beeinflusst? Welche Vor- und Nachteile haben sich ergeben und wie sehen Sie die Entwicklung für die kommenden Monate?

Ursula Auginski: Corona versetzte Anfang 2020 unserer Gruppe zunächst einen großen Schock: Wie sollten wir jetzt unser Engagement für die Kinder ausüben? Wie sollten wir Spenden sammeln und Informationsarbeit leisten können? Verlassen uns jetzt die Ehrenamtlichen? Doch so erschreckend die Pandemie für uns alle zunächst erschien, so haben wir doch sehr schnell kreative Lösungen gefunden: Zum einen gibt es für viele Aktivitäten ohne Weiteres digitale Alternativen. Zum anderen finden sich viele kontaktarme, durch Hygienemaßnahmen geschützte Aktionsmöglichkeiten vor Ort, die ebenfalls sehr effektiv sein können. Und unsere ehrenamtlichen Unterstützer*innen haben uns keinesfalls verlassen. Wir verzeichnen so gut wie keine Fluktuation und haben im Gegenteil sogar noch mehr Zuwachs bekommen. Unsere UNICEF-Gruppe hat einen weiteren großen Schritt in Richtung Digitalisierung vollzogen. Damit sind wir auch für künftige Herausforderungen noch besser vorbereitet. Momentan haben wir sogar einen Spendenrekord zu verzeichnen: Die COVAX-Impfspendenaktion, bei der wir die Menschen aufrufen, für Impfungen gegen COVID-19 in weniger privilegierten Ländern zu spenden, ist eine der erfolgreichsten Spenden-Aktionen in unserer Geschichte. Die Aktion läuft noch mindestens bis zum Jahresende.  

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Ursula Auginski, Leiterin der UNICEF-Gruppe München und Oberbayern seit 2019, engagiert sich auch privat für den Umweltschutz.

© UNICEF München

Was sagen Sie zu dem (vorerst) gescheiterten Versuch, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen?

Der vorerst gescheiterte Versuch, die Kinderrechte in Form dezidierter Paragrafen im Deutschen Grundgesetz zu verankern, hat UNICEF natürlich eine große Enttäuschung bereitet. Aber: Eine Enttäuschung bedeutet auch immer einen Schritt vorwärts. In diesem Sinne haben wir schnell eine neue Strategie aufgestellt, mit der wir die Politik stärker für die Kinderrechte einnehmen können: MOVING INTO POLITICS heißt das aktuelle Betätigungsfeld für unsere Engagierten. Wir kontaktieren Politiker*innen zum Beispiel aus den Wahlkreisen und informieren sie über die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, in der die Kinderrechte in 54 Artikel verfasst sind. Diese Konvention ist die Basis unseres UNICEF-Engagements. Dabei positionieren wir uns bewusst nicht parteipolitisch, sondern tauschen uns ausschließlich mit allen demokratischen Parteien über die Kinderrechte-Thematik aus.  

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Kinder weltweit setzen sich für eine lebenswerte Umwelt für die nächsten Generationen ein.

© UNICEF

Der Aktionstag für Kinderrechte am 20. November steht unter dem Motto #ActOnClimate. Wie möchten Sie den Aktionstag in der Münchner AG nutzen, um für Klimaschutz zu mobilisieren? Wie engagieren Sie sich persönlich für den Klimaschutz?

Bei uns laufen bereits das ganze Jahr über Umwelt-Aktionen unter dem Motto #ActOnClimate. Sowohl analog als auch digital. Diesen Sommer zum Beispiel sammeln unsere jungen Engagierten vier Tage lang den Partymüll ein, der sich zurzeit im Englischen Garten in München anhäuft. Auf unseren Social Media-Kanälen publizieren wir in verschiedenen Formaten Info-Reihen zum Thema Umweltverschmutzung und Klimaschutz. Dabei sparen wir auch nicht mit praktischen Tipps. Am Aktionstag für Kinderrechte werden wir vor allem den Bezug der UN-Kinderrechtskonvention zum Klima- und Umweltschutz deutlich machen. Sowohl über digitale Informationskampagnen als auch über Events vor Ort. Ich selber verhalte mich so umweltbewusst wie möglich: Ob ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, ein E-Auto fahre bzw. möglichst öffentliche Verkehrsmittel nutze. Oder ob ich bei meiner Ernährung und der meiner Familie auf Bio-Ware und auf das Tierwohl achte. Ich kaufe so regional wie möglich ein und lasse mir so wenig wie möglich zuschicken. Damit wirke ich auch auf mein persönliches Umfeld ein. Es gibt viele Möglichkeiten für uns alle in kleinen Schritten unserem großen Ziel näher zu kommen: Die Reduzierung der Klimaerwärmung und der Umweltverschmutzung, die Schonung unserer Ressourcen - weltweit. Wir sollten uns immer überlegen, wie wir die Welt unseren Kindern und allen künftigen Generationen hinterlassen wollen. Denn auch eine intakte Umwelt ist ein Kinderrecht. 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, Frau Auginski! 

Lesen Sie hier ''Hätte jedes Kind die gleiche Sicherheit und die gleichen Chancen: Die Welt wäre rund um den Globus ein Ort des Friedens" - Ursula Auginski im Interview mit Svea Kemper.