UNICEF-REPORT 2015

KINDER ZWISCHEN DEN FRONTEN

Wir erleben aktuell eine der schlimmsten Phasen von Konflikten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 2014 wuchsen nach Schätzung von UNICEF weltweit rund 230 Millionen Kinder in Kriegs- und Krisengebieten auf. 

Ihr Alltag ist von Gewalt und Hass geprägt – oft über Jahre. Der UNICEF-Report 2015 dokumentiert die enormen Auswirkungen der neuen humanitären Krisen auf die nachwachsenden Generationen. Gleichzeitig werden innovative Strategien aufgezeigt, wie Kindern und Jugendlichen trotz schwierigster Bedingungen geholfen werden kann.

Cover UNICEF-Report 2015: Kinder zwischen den Fronten

Kriege und bewaffnete Konflikte haben fast 60 Millionen Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Mehr als die Hälfte dieser Flüchtlinge und im eigenen Land Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Sie leiden besonders unter den Kriegsfolgen, unter schlechter Versorgung und fehlenden Bildungschancen. Dazu kommt, dass auch die Fälle schwerer Gewalt gegen Mädchen und Jungen im Krieg dramatisch zugenommen haben.

Der UNICEF-Report 2015 ruft Regierungen und Konfliktparteien weltweit dazu auf, Kinder in Krisen- und Katastrophengebieten besser zu schützen, ihre Grundversorgung zu gewährleisten und sie so auch widerstandsfähiger gegenüber weiteren Gefahren – beispielsweise extremer Dürre infolge des Klimawandels – zu machen. 

Folgen von Krieg und Gewalt

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Menschenrechtsverletzungen in Konflikten
Der UN-Sicherheitsrat listet für 2014 insgesamt 23 Konfliktsituationen auf, in denen Kinder schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Von den beteiligten 59 Konfliktparteien sind acht Regierungstruppen und 51 nicht-staatliche Akteure.

Extreme Gewalt gegen Kinder
Extreme Gewalt gegen Kinder erreichte im vergangenen Jahr ein unerhörtes Ausmaß. Mädchen und Jungen wurden oftmals direkt zur Zielscheibe von Gewalt, um ganze Bevölkerungen zu terrorisieren und um weltweit Schrecken zu verbreiten. Hierzu gehörten auch gezielte Entführungen und die sexuelle Versklavung von Kindern und Jugendlichen sowie Hinrichtungen und Folter. In zahlreichen Konflikten werden Kinder als Soldaten und auch als Selbstmordattentäter missbraucht.

Besonders betroffene Regionen
Das Ausmaß der Gewalt gegen Kinder und Zivilisten ist besonders dramatisch in Syrien, im Irak, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Gruppen wie IS in Syrien und Irak sowie Boko Haram in Nigeria missachten bewusst die Prinzipien des humanitären Völkerrechts. Die Zahl der Kinder, die im israelisch-palästinensischen Konflikt starben, stieg 2014 stark an. Auch in Afghanistan, Somalia, im Sudan, im Jemen und in der Demokratischen Republik Kongo besteht erheblicher Grund zur Sorge.

Nothilfe für Kinder

Die große Zahl von Konflikten und Katastrophen erfordert ein nie dagewesenes Maß an Nothilfe. Allein 2015 brauchen laut UNICEF über 62 Millionen Kinder in Krisengebieten dringend Hilfe.

Bildung und Kinderschutz haben in der Nothilfe in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen – parallel zu den klassischen „lebensrettenden“ Aufgaben wie der Gesundheits- oder Wasserversorgung. Humanitäre Hilfe und langfristige Entwicklungshilfe müssen noch besser ineinandergreifen, damit Gesundheit, Bildung und Schutz von Kindern selbst unter schwierigsten Einsatzbedingungen gewährleistet werden können.

"KÖNIGSTEINER APPELL" FÜR FLÜCHTLINGSKINDER IN DEUTSCHLAND

Fast 60 Millionen Menschen weltweit haben ihr Zuhause verloren. Seit Januar 2015 sind Zehntausende Kinder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Jedes Kind hat ein Recht auf eine Kindheit – auf ein Zuhause und die Chance, sich bestmöglich zu entwickeln. Doch für Flüchtlingskinder wird dieses Recht oft verletzt.

Aus dem Engagement der UNICEF-Ehrenamtlichen in ganz Deutschland entstand deshalb bei einem bundesweiten Treffen in Königstein ein dringender Appell, sich gemeinsam für diese Kinder einzusetzen – ganz gleich, ob sie nur vorübergehend oder dauerhaft in Deutschland leben:

Lesen Sie hier den Appell!

Ein gutes Miteinander ist eine Chance für die Flüchtlingskinder – und für Deutschland.
Machen wir uns gemeinsam dafür stark!

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