ARP MUSEUM BAHNHOF ROLANDSECK

Museumspartner der UNICEF-Stiftung

Den Wünschen von Gustav Rau folgend, werden die Hauptwerke seiner Kunstsammlung bis 2026 öffentlich gezeigt. Im Rahmen von Wechselausstellungen präsentiert das Arp Museum die Kunstwerke in der eigens dafür eingerichteten Kunstkammer Rau.

Kunstkammer Rau im Arp Museum

Kunstkammer Rau im Arp Museum
© Mick Vincenz

In der Tradition des Bahnhofs Rolandseck, der seit dem 19. Jahrhundert ein Treffpunkt von Künstlern, Politikern und Persönlichkeiten der Gesellschaft war, ist das 2007 eröffnete Museum einer der herausragenden Kunstorte am Rhein.

Der Architekturkomplex aus dem klassizistischen Bahnhofsgebäude und dem lichtdurchfluteten Neubau des amerikanischen Star-Architekten Richard Meier umfasst vier Ebenen, die mit wechselnden Ausstellungen bespielt werden. Im Zentrum steht die Kunst der beiden Namenspatrone Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. In Sonderausstellungen werden großformatige Skulpturen, Installationen und Malereien bedeutender zeitgenössischer Künstler gezeigt. Darüber hinaus präsentiert das Arp Museum in der eigens eingerichteten „Kunstkammer Rau“ in wechselnden Ausstellungen herausragende Werke von der Renaissance bis in die Moderne aus der Sammlung Rau für UNICEF.

AKTUELLE AUSSTELLUNG

Traum und Visionen (1500-2000)

21. Juni 2020 – 10. Januar 2021


  

»Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.«
Salvador Dalí

  

Träume und Visionen faszinieren uns seit Anbeginn und sind prägend für Kunst und Kultur. Als essenzieller Bestandteil vieler Weltreligionen bilden Sie die Brücke zu einem transzendenten Raum, den der Mensch braucht und sucht. 

Arp Museum: Plakat Kunstausstellung Traum und Vision

© Arp Museum

Die Ausstellung beginnt mit dem Traum, in dem alles möglich ist. In ihm werden wir zu Helden oder nehmen Kontakt auf zum Transzendenten, zu Geistern oder Göttern. Doch offenbaren Träume auch Ur-Ängste der Menschen und lassen bisweilen sogar die Hölle auf Erden erstehen – im furchterregenden Blick der antiken Medusa, aber besonders im Kampf des heiligen Antonius mit seinen inneren Dämonen. In der Moderne wird dann die Hölle zur Unterwelt der Seele, die von Freud und Jung durch ihre tiefenpsychologische Analyse offengelegt wird. Was folgt, ist eine kreative Revolution im Symbolismus und im Surrealismus. 

In den Zwischenwelten liegen Ekstase, Schlaf und Tod eng nebeneinander. Dort ruht der schlafende Jesusknabe auf einem Totenschädel. Daneben setzt Gustave Courbet eine erotische Schönheit in Szene, deren rauschhafte Ekstase sie dem Gott des Weins näherbringen soll. Im 18. und 19. Jahrhundert kommt es trotz Aufklärung, Technik- und Wissenschaftsbegeisterung zu einer Flucht aus der Vernunft. Der Spiritismus wird eine weltweite Volksbewegung und eine ganze Künstlergeneration macht sich auf zu den Geistern: Victor Hugo, Rainer Maria Rilke und zahlreiche Surrealisten lassen sich die Hand von ihnen führen, schreiben automatisch, entdecken das Unbewusste. 

Der dritte Teil der Schau widmet sich den Visionen. In direkter Zwiesprache mit dem Göttlichen entstehen die Offenbarungen der Propheten und prägen maßgeblich Bibel, Talmud und Koran. Hoch dramatisch ist die Apokalypse, die Vision des Evangelisten Johannes, die das Ende der Welt voraussagt. Kostbare mittelalterliche Handschriften und detailreiche Tafelbilder zeigen das Jüngste Gericht mit paradiesischem Himmel und albtraumhafter Hölle. Auch der Visionär selbst ist ein verbreitetes Motiv in der Malerei von Renaissance und Barock. Sehr populär wird der meditierende Eremit Hieronymus als Vorbild für ein verinnerlichtes christliches Leben. 

Am Beispiel von 62 Gemälden, Skulpturen, Handschriften, Fotografien und Filmen aus der Sammlung Rau für UNICEF sowie hochkarätigen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen offenbart sich Rätselhaftes, Visionäres, Inspirierendes. Traum und Vision ist Teil der fantastischen Welten, die das Arp Museum in diesem Jahr einnehmen. Es steht unter dem Motto total surreal ganz im Zeichen Salvador Dalís, für den die Kunst der Alten Meister eine reiche Inspirationsquelle war.
 

DAS MUSEUM

Kontakt:
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
53424 Remagen

Tel. 02228/9425-0
Fax 02228/9425-21

info@arpmuseum.org
www.arpmuseum.org
 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr

Der Museumsbesuch ist nur mit Mund-Nasen-Schutz gestattet, und es gelten die Hygiene- und Abstandsregeln gemäß der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz.

Am 24.12. und am 31.12. sowie am Rosenmontag ist das Museum geschlossen.

Eintrittspreis:
Erwachsene, alle Ausstellungen: 11 Euro
Erwachsene, ermäßigt: 9 Euro

Familienkarte: 12 Euro
Kinder bis 12 Jahre frei

Ermäßigung für Schüler, Studenten, Bundesfreiwilligendienstleistende, Helfer im sozialen Jahr, Schwerbehinderte, Empfänger von sozialen Transferleistungen sowie Inhaber von ArtCard Bonn, KulturCard der Theatergemeinde Bonn, Rheintaler, SWR2 Kulturkarte, VRM MobilCard, Ehrenamtskarte RLP, Ehrenamtskarte Kreis Ahrweiler